Hyundai sieht Spielraum für kleine E-Fahrzeuge

Hyundai sieht Spielraum für kleine E-Fahrzeuge
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Die Europäische Union arbeitet an einer neuen Fahrzeugkategorie mit der Bezeichnung M1E. Ziel ist es, kleinere Fahrzeuge regulatorisch zu entlasten und dadurch günstigere Modelle auf den Markt zu bringen. Hintergrund sind seit Jahren steigende Anforderungen an Technik, Sicherheit und Ausstattung, die nach Einschätzung vieler Hersteller die Produktionskosten deutlich erhöht haben. Mit M1E soll ein Rahmen entstehen, der bestimmte Vorgaben lockert, um besonders im Einstiegssegment wieder bezahlbare Angebote zu ermöglichen.

Konkrete Details zur Ausgestaltung der Klasse stehen allerdings noch aus. Klar ist bislang nur, dass weniger verpflichtende Systeme und reduzierte technische Anforderungen die Herstellung vereinfachen könnten. Dadurch ließen sich Entwicklungs- und Stückkosten senken, was sich im Idealfall in niedrigeren Listenpreisen niederschlägt. Mehrere Hersteller haben signalisiert, dass sie neue elektrische Kleinwagen prüfen, sofern die endgültigen Regelungen wirtschaftlich tragfähig sind. Vertreter von Dacia, BYD, Peugeot und Citroën begrüßten die Initiative und stellten in Aussicht, entsprechende Projekte nach Vorlage der finalen Vorgaben voranzutreiben.

Auch Hyundai zeigt sich offen für das Konzept, wie Autocar berichtet. Europa-Chef Xavier Martinet bezeichnete M1E als „interessanten“ Ansatz, um eine neue Generation erschwinglicher Stadtfahrzeuge zu ermöglichen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Industrie verlässliche Rahmenbedingungen benötigt. „Wenn die EU mehr bezahlbare E-Fahrzeuge für europäische Kunden vorschlagen will, stimmen wir dem voll zu“, erklärte er. Entscheidend sei jedoch, welche Vorschriften konkret entfallen oder angepasst werden.

Hyundai signalisiert Zustimmung, fordert aber klare Spielregeln

Nach Ansicht Martinets hängt die Wirtschaftlichkeit maßgeblich davon ab, wie weit Brüssel bei der Deregulierung gehen will. „Die Frage ist: Wie weit möchte die EU bei bestimmten Überlegungen in dieser Gleichung gehen?“, sagte er und verwies auf noch offene Punkte. Hersteller müssten wissen, ob es um Sicherheitsanforderungen, technische Spezifikationen oder andere Normen gehe. Ohne präzise Definition bleibe unklar, wie stark sich die Kostenstruktur tatsächlich verändern lasse.

Zusätzliche Irritationen sieht der Manager in der öffentlichen Debatte über mögliche Antriebsformen. Teilweise werde gefordert, kleine Fahrzeuge wieder stärker mit Verbrennungsmotoren anzubieten. Das entspreche jedoch nicht der geplanten Stoßrichtung der neuen Kategorie. „Es gibt Verwirrung zwischen Elektro und Verbrenner, weil einige eine Rückkehr zum Verbrenner bei Kleinwagen fordern, was im Rahmen von M1E nicht vorgesehen ist“, stellte Martinet klar. Aus Sicht von Hyundai ist die Initiative ausdrücklich auf elektrische Modelle ausgerichtet.

Ob Hyundai die neue Kategorie für ein besonders günstiges Stadtauto im Bereich von umgerechnet rund 17.000 Euro nutzen würde, ließ Martinet offen. Er verwies stattdessen auf den aktuellen Inster, das derzeit günstigste Elektroauto der Marke in Europa. Das Modell zählt zu den meistverkauften kleinen Stromern auf dem Kontinent und dient dem Unternehmen als Referenz für die Nachfrage im Einstiegssegment. M1E verfolge das Ziel, „europäischen Kunden ein bezahlbares E-Fahrzeug anzubieten, das ihre Bedürfnisse in Bezug auf Ausstattung, Reichweite und Preis erfüllt“, so Martinet. Nach Einschätzung des Herstellers sei dies mit dem Inster bereits in weiten Teilen gelungen.

Quelle: Autocar.co.uk – Hyundai backs EU’s cheap city car plan – but wants clarity on rules

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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