GM und Posco investieren 400 Millionen Dollar in kanadische Kathoden-Fabrik

GM und Posco investieren 400 Millionen Dollar in kanadische Kathoden-Fabrik
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General Motors

Felix Katz
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  —  Lesedauer 3 min

Dass General Motors mit dem südkoreanischen Unternehmen Posco Chemical kooperiert,  um eine neue Kathoden-Fabrik zu errichten, wissen wir seit Dezember letzten Jahres. Nun sind neue Details bekannt geworden: Die neue Anlage wird in Bécancour, Quebec (Kanada) entstehen. Hierfür werden die Investitionen auf rund 400 Millionen US-Dollar geschätzt, 2025 könnte die neue Fabrik in Betrieb genommen werden.

Die neue Anlage wird aktives Kathodenmaterial (CAM) für die Ultium-Batterien von GM herstellen, die Elektrofahrzeuge wie den Chevrolet Silverado EV, GMC Hummer EV und Cadillac Lyriq antreiben werden. Die Unternehmen hatten zuvor Pläne zur Gründung eines Joint Ventures bereits im Dezember 2021 bekannt gegeben, dessen Mehrheitsbeteiligung bei Posco Chemical liegt. Der Bau der neuen Anlage beginnt laut Pressemeldung sofort und schaffe etwa 200 Arbeitsplätze. Zudem sollen die Fabrik weitere Expansionsmöglichkeiten ermöglichen, da GM nach eigenen Angaben weitere potenzielle EV-Lieferkettenprojekte verfolgt.

„GM und unsere Zuliefererpartner schaffen ein neues, sichereres und nachhaltigeres Ökosystem für Elektroautos, das auf nordamerikanischen Ressourcen, Technologien und Fertigungskenntnissen aufbaut“, sagt Doug Parks, GM Executive Vice President, Global Product Development, Purchasing and Supply Chain. Und weiter: „Kanada spielt eine wichtige Rolle in unserer rein elektrischen Zukunft. Wir sind dankbar für die starke Unterstützung, die wir von lokalen und nationalen Beamten erhalten haben, um eine auf Nordamerika fokussierte EV-Wertschöpfungskette aufzubauen.“ 

„Kapazitäten für den Bau von 1 Million Elektroautos“

Der Standort in Quebec wird CAM verarbeiten, ein wichtiges Batteriematerial, das aus Komponenten wie verarbeitetem Nickel, Lithium und anderen Materialien besteht – diese machen etwa 40 Prozent einer Batteriezelle aus. „Wir werden den erfolgreichen Übergang in das Zeitalter der Elektroautos anführen, indem wir die strategische Partnerschaft mit GM weiter stärken und eine Produktionslinie mit technologischer Wettbewerbsfähigkeit auf Weltklasseniveau sicherstellen“, erklärt Min Kyung-Zoon, CEO von Posco Chemical.

GM plant in Nordamerika bis Ende des Jahres 2025 Kapazitäten für den Bau von 1 Million Elektrofahrzeugen zu schaffen. Außerdem strebe das Unternehmen an, dass die Mehrheit der wertmäßigen Komponenten in Nordamerika nachhaltig beschafft, verarbeitet oder hergestellt werden.

Hierfür wurden eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, um eine neue und sicherere Lieferkette für Elektrofahrzeuge zu schaffen – darunter Projekte, die auf wichtige Materialien und Komponenten für Elektrofahrzeuge abzielen: Dazu zählen etwa Lithium mit „Controlled Thermal Resources (CTR)“ aus Kalifornien, der Abbau Seltener Erden mit spezieller Wertschöpfungskette, Legierungsflocken von „MP Materials“ mit erstem nordamerikanischen Verarbeitungsstandort von „VAC“, dem größten Hersteller von Dauermagneten in der westlichen Hemisphäre. VAC wird ab 2024 einen Standort in Nordamerika errichten, um den Bedarf von GM an Magneten zu decken, einschließlich der lokalen Beschaffung von Rohstoffen und der Produktion von fertigen Magneten.

Für Bécancour ist es bereits die zweite Kathodenmaterial-Fabrik, die innerhalb kürzester Zeit angekündigt wird: Erst kürzlich hatte die BASF mitgeteilt, ebenfalls in Bécancour eine solche Fabrik bauen zu wollen. Vor allem, weil der Standort über eine gute Logistik und einer sicheren Energieversorgung mit regionaler Wasserkraft verfügt.

Quellen: General Motors, BASF 

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Felix Katz

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Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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