Heute, am 30. Juli 2026, ist es soweit – leider, wie man sagen muss: Der globale Erdüberlastungstag ist erreicht. Dies bedeutet, dass alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht sind, die unser Planet im Laufe eines Jahres erzeugen kann. Für den Rest des Jahres nutzen wir mehr, als zur Verfügung steht, und verschulden uns damit bei der Natur.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), der mehr als 676.000 Mitglieder hat und seit über 50 Jahren unabhängig von Wirtschaft und Politik aktiv ist, fordert daher von der Bundesregierung den entschlossenen Ausbau der Erneuerbaren und eine Abkehr von den fossilen Energien.
Deutliche Worte findet der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt, der diesen Tag als jährliche Quittung für die umweltpolitische Insolvenzverschleppung bezeichnet. „Unser Wirtschaftssystem frisst seine eigene Substanz und zerstört damit die Lebensgrundlagen für künftige Generationen“, so Bandt. „Wir sollten diese globale Bankrotterklärung aber vor allem als lauten Weckruf verstehen. Der Erdüberlastungstag ist der unmissverständliche Auftrag für ein konsequentes politisches Umsteuern, das die Belastbarkeitsgrenzen der Erde respektiert, statt sie rücksichtslos zu überschreiten.“
Erdüberlastungstag kommt immer früher
Berechnet wird der Erdüberlastungstag, auf Englisch Earth Overshoot Day, jährlich von dem Global Footprint Network, sowohl für einzelne Länder als auch für den ganzen Planeten. Dabei zeigt sich ein deutlicher Trend, denn das berechnete Datum rückt seit Jahren nicht nur immer weiter nach vorne, sondern tut das auch immer schneller: Dezember in den 1970ern, November in den 1980ern, und zur Jahrtausendwende bereits Mitte September. Im vergangenen Jahr war der Termin am 24. Juli.
Dass sich der globale Erdüberlastungstag damit in diesem Jahr um ein paar Tage nach hinten verschoben hat, liege nicht daran, dass der globale Ressourcenverbrauch gesunken wäre, so der BUND. Das spätere Datum sei lediglich das Ergebnis einer angepassten Berechnungsgrundlage. Im Gegenteil, denn die Krise verschärft sich weiter. Der weltweite Ressourcenverbrauch habe sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdreifacht, so die Pressemitteilung. Je weiter die Erderwärmung dabei voranschreitet, desto geringer sind die verfügbaren natürlichen Ressourcen, da sie von Umweltkatastrophen wie Waldbränden und Überschwemmungen zerstört werden – ein Teufelskreis.
Der Erdüberlastungstag, der für Deutschland berechnet wurde, liegt übrigens bereits in der Vergangenheit. Am 10. Mai 2026, also nach nur etwas mehr als vier Monaten, war diese Marke erreicht. Hierzulande sind der Energieverbrauch sowie der CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich besonders hoch. Auch der Flächenverbrauch und die Massentierhaltung seien problematisch, so die Pressemitteilung des BUND.
Erneuerbare und Elektromobilität gegen Erderwärmung
Welche politischen Implikationen sich aus dem Erdüberlastungstag ergeben, ist für den BUND klar: Erneuerbare Energien, so die Pressemitteilung, seien das Rückgrat der Energiewende und der Ausstieg aus den fossilen Energien der mächtigste Hebel. „Die Lösung liegt auf der Hand: Der Ausbau erneuerbarer Energien“, so Bandt. „Diese sorgen schon heute für sinkende Emissionen und Strompreise, sie schaffen regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze und machen uns geopolitisch unabhängig.“
Die Bundesregierung, so Bandt weiter, habe dies nicht erkannt. Er kritisiert die vorgelegten Entwürfe des Bundeswirtschaftsministeriums unter Katherina Reiche zur Erneuerbaren-Energien-Novelle sowie dem Netzanschlusspaket. Daraus entstünden unnötige Hemmnisse für Erneuerbare, sagt Bandt.
Konkrete politische Maßnahmen, die der BUND empfiehlt, sind neben dem Ausbau Erneuerbarer Energien insbesondere Elektromobilität auf Schiene und Straße sowie ein Ressourcenschutzgesetz, klar und verbindlich. Des Weiteren seien Förderprogramme für Heizungs- und Gebäudemodernisierung sowie die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie zielführend.
Die Automobilindustrie entwickelt sich auch hierzulande immer weiter in Richtung E-Mobilität. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft werden dabei beispielsweise beim Recycling von Batterien erforscht, da herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus seltene Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt enthalten. Die meisten dieser Projekte stecken allerdings noch in der Entwicklungsphase. Grundsätzlich ist die Batterieentwicklung ein wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Verkehrswende. Feststoffbatterien, die inzwischen bereits in kleinen Serien angefertigt werden können, weisen eine längere Lebensdauer und höhere Energiedichte auf, was sie im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkus nachhaltiger macht.
Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.- Pressemitteilung vom 28. Juli 2026









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