Geely will Londons Black Cabs vor dem Aus retten

Geely will Londons Black Cabs vor dem Aus retten
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LEVC

Arun Niemann
Arun Niemann
  —  Lesedauer 2 min

Die schwarzen Taxis gehören in London schon seit der Nachkriegszeit zum Stadtbild. Doch wegen der stetig wachsenden Konkurrenz durch Uber und sinkenden Zulassungszahlen schien ihnen in den letzten Jahren das Aus zu drohen. Innerhalb von einem Jahrzehnt ist ihre Zahl um circa ein Drittel gesunken. Nun hat der Hersteller LEVC jedoch eine neue Elektro-Generation für Londons Taxis angekündigt, welche ein Comeback einleiten könnte.

Dabei hat sich das zum chinesischen Geely-Konzern gehörende Unternehmen in den letzten Jahren aufgrund der mangelnden Nachfrage an Taxis hoch verschuldet. Im letzten Geschäftsjahr wurden nur noch 725 Taxis verkauft. Das stellt im Vergleich zu den immerhin 1.272 Verkäufen vom Vorjahr einen Rückgang um mehr als 40 Prozent dar. Dadurch sank auch der Umsatz um ein Viertel auf nur noch 66 Millionen Pfund, bei einem Fehlbetrag von 62 Millionen Pfund im Jahr 2025.

So haben sich die Verluste in den letzten 4 Jahren auf knapp 500 Millionen Pfund summiert. Geely musste LEVC bereits mehrfach mit Finanzspritzen unterstützen und zahlte zuletzt noch einmal 90 Millionen Pfund zur Ablösung von Bankkrediten. Gleichzeitig belasten in Großbritannien auch steigende Inflation, höhere Zinsen und eine generell schwächelnde Wirtschaft das Geschäft.

Ein zweites Kapitel nach dem ersten Elektro-Versuch

Die neue E-Initiative für Londons Black Cabs ist nicht der erste Anlauf: Nachdem LEVC seinen insolventen Vorgänger London Taxi Company 2012 für nur elf Millionen Pfund übernommen hatte, kam 2018 mit dem TX das erste Range-Extender-Modell auf den Markt. Seither wurden rund 12.000 Fahrzeuge verkauft.

Außerdem versuchte LEVC 2020 mit dem Elektro-Transporter VN5 „raus aus der Nische“ zu kommen und den Absatz auf 20.000 Fahrzeuge pro Jahr zu steigern. Beide Initiativen sind angesichts der heutigen Zahlen klar gescheitert und trotz über einer halben Milliarde an Investitionen durch den Mutterkonzern Geely bleibt der wirtschaftliche Erfolg bisher aus.

Die neue Generation von Black Cabs soll das ändern und bereits 2027 auf den Markt kommen. Der bisherige TX soll durch ein neues vollelektrisches Modell mit höherer Reichweite abgelöst werden. LEVC-Vorstandschef Tony Chi sieht dabei immer noch Potenzial und bezeichnet das Taxi als „eines der vertrauenswürdigsten und bekanntesten Verkehrsmittel der Welt“.

Um diesen neuerlichen Rettungsversuch des Unternehmens zum Erfolg zu führen müssen sich die neuen E-Cabs jedoch vor allem gegen die wachsende Konkurrenz bewähren. Um mit den strukturell günstigeren Unternehmen Uber und Bolt mithalten zu können, bedarf es wohl mehr als eines neuen E-Auto-Modells.

Quelle: F.A.Z. – Hersteller will kultige London-Taxis retten

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Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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