Geely will Feststoffbatterie 2027 in Serie bringen

Geely will Feststoffbatterie 2027 in Serie bringen
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Nach abgeschlossenen Straßentests kündigt der chinesische Automobilkonzern an, ab 2027 selbst entwickelte Feststoffbatterien in Serienfahrzeugen einzuführen. Für das Topmodell stellt Geely Reichweiten von über 1000 Kilometern in Aussicht, und das ganz ohne Verbrennungsmotor an Bord. Damit rückt eine Technologie näher an den Alltag, die Elektroautos künftig auf Augenhöhe mit klassischen Langstreckenfahrzeugen bringen soll.

Der Einsatz soll laut Unternehmensangaben markenübergreifend erfolgen. Nach Angaben von Geely sollen die neuen Zellen perspektivisch in „Fahrzeugen des gesamten Geely-Konzerns“ zum Einsatz kommen. Zu diesem gehören neben der Hauptmarke Geely auch Zeekr, Lynk & Co, Volvo, Polestar, Lotus, Smart, Proton sowie im Nutzfahrzeugbereich Farizon. Welche Marke oder welches Modell die Technologie zuerst erhält, ließ der Konzern bislang offen.

Deutlich mehr Energie bei weniger Gewicht

Möglich wird die höhere Reichweite durch eine gesteigerte Energiedichte der neuen Zellchemie. Für die Top-Variante nennt Geely einen Wert von 500 Wattstunden pro Kilogramm auf Ebene des Batteriepacks, wobei die Energiedichte auf Zellebene noch darüber liegen dürfte. Ein einbaufertiges Batteriepack mit 100 Kilowattstunden Energiegehalt würde damit nur rund 200 Kilogramm wiegen. Für Modelle mit größeren Batterien bedeutet das entweder ein deutlich geringeres Gesamtgewicht oder, bei gleichem Gewicht, einen spürbar höheren Energiegehalt an Bord.

Zum Vergleich: Die aktuelle Batteriegeneration von Geely mit Flüssigelektrolyt, intern „Golden Brick“ genannt, erreicht auf Zellebene eine Energiedichte von rund 250 Wattstunden je Kilogramm, auf Packebene liegt der Wert nochmals niedriger. Eine vergleichbare 100-Kilowattstunden-Batterie würde damit mindestens doppelt so viel wiegen wie die künftige Feststoffvariante. Beim gleichen Gewicht ließe sich mit der neuen Technologie umgekehrt ein Energiegehalt von 200 Kilowattstunden oder mehr im Auto unterbringen, was Geely zufolge die Grundlage für die in Aussicht gestellten Reichweiten bildet.

Vierter Großkonzern treibt die Entwicklung voran

Mit der Ankündigung reiht sich Geely in eine wachsende Gruppe von Herstellern ein, die an der Serienreife von Feststoffbatterien arbeiten. Bereits in der vergangenen Woche hatten mit CATL, BYD und Samsung SDI drei weitere große Namen der Branche eine Kleinserienproduktion dieser Batterietechnologie für das Jahr 2027 angekündigt. Geely folgt nun mit einem eigenen Zeitplan: Nach erfolgreicher Praxiserprobung auf der Straße soll der Pilot-Einsatz der selbst entwickelten Zellen 2027 beginnen. Damit könnten binnen weniger Monate gleich vier große Automobilkonzerne erste Elektroautos mit Feststoffbatterien auf die Straße bringen.

Da Feststoffbatterien anfangs mit höheren Kosten verbunden sein dürften, gilt ein Einsatz zunächst in Premium-Modellen als wahrscheinlicher als in Volumenfahrzeugen. Geely kündigte zudem an, die neue Zellchemie in mehreren Varianten mit unterschiedlicher Energiedichte anzubieten. Nicht jedes Modell dürfte demnach von Beginn an die maximale Reichweite erhalten, auch preislich zugänglichere Varianten sind laut den Angaben des Konzerns denkbar.

Bei der genannten Distanz von 1000 Kilometern und mehr ist der zugrunde liegende Maßstab zu beachten: Der in China gültige Testzyklus CLTC liefert in der Regel höhere Werte als der in Europa verwendete WLTP-Standard, unter dem bereits heutige Elektroautos in China solche Distanzen auf dem Papier erreichen. Mit der Top-Batterievariante könnten Geely-Modelle künftig dennoch in eine Reichweitenklasse vorstoßen, die bislang Dieselfahrzeugen oder Elektroautos mit Range Extender vorbehalten war, nur eben ohne Verbrennungsmotor im Antriebsstrang.

Quelle: Automobilwoche – Technologisches Wettrüsten: Auch Geely kündigt Feststoffbatterie für 2027 an

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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