Gebrauchtwagenmarkt: Hohe Preise schrecken E-Autokäufer ab

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Der Gebrauchtwagenmarkt erlebt im zweiten Quartal 2024 gemischte Entwicklungen. Obwohl Angebot und Nachfrage insgesamt sinken, zeigt der Juni eine leichte Marktbelebung, wie aus dem AutoScout24 MarktReport hervorgeht. Diese Belebung führt zu steigenden Durchschnittspreisen für gebrauchte Autos. Insgesamt wurden im zweiten Quartal mehr Gebrauchtwagen verkauft als in den ersten drei Monaten des Jahres. Vor allem im Bereich der gebrauchten Elektroautos bewegt sich einiges.

Zum ersten Mal seit Oktober 2023 steigen die Preise für gebrauchte Elektroautos wieder. Diese Preisanstiege könnten jedoch die Nachfrage bremsen, da viele Käufer diese Fahrzeuge nicht finanzieren können. Noch vor zwei Jahren, im zweiten Quartal 2022, machten gebrauchte Stromer nur 1,4 Prozent des Gebrauchtwagenmarktes aus. Zwei Jahre später liegt ihr Anteil bei 6 Prozent. Der Bestand an Elektroautos hat sich damit fast verfünffacht.

Trotz des steigenden Angebots an E-Autos bleibt die Nachfrage fast unverändert. Hauptgrund dafür sind die hohen Preise. Im Juni kostete ein gebrauchtes Auto durchschnittlich 26.657 Euro, ein gebrauchtes E-Auto jedoch 30.077 Euro. Dieser Unterschied von 13 Prozent ist bemerkenswert, da die Preise für gebrauchte Elektroautos seit Oktober 2023 gesunken waren. Erst in den letzten zwei Monaten stiegen die Preise leicht, weil viele junge und teure Leasing-Rückläufer auf den Markt kamen und die Durchschnittspreise anhoben.

Die Preise für gebrauchte E-Autos liegen jedoch weiterhin über dem Budget vieler Käufer. Laut AutoScout24 beträgt das durchschnittliche Budget für E-Autos rund 7700 Euro weniger als der aktuelle Durchschnittspreis. Gebrauchtwagenexperte Schneck sagt dazu: „Die Preislücke hat sich durch den Wertverlust etwas geschlossen, aber Käufer und Verkäufer müssen weiterhin verhandeln, um einen fairen Preis zu finden.“

Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt somit komplex. Das Angebot, insbesondere bei E-Autos, steigt stark. Die hohen Preise stellen jedoch eine Herausforderung für die Nachfrage dar. Diese Diskrepanz ist bei Stromern besonders ausgeprägt. Viele Käufer geben eine Preisobergrenze an, die weit unter den aktuellen Marktpreisen liegt. Daher sind Verhandlungen oft notwendig, um einen akzeptablen Preis zu erzielen.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie sich der Markt weiterentwickelt. Die Sommermonate sind traditionell nachfrageschwächer, was die Preisgestaltung und Verkaufszahlen beeinflussen könnte.

Quelle: AutoScout24 – Per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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herbert.grau:

Schlaue Leute kaufen eben nichts was MEHR kostet, und einen KLEINEREN Nutzwert hat.

Die lassen sich auch nicht „überreden“…

herbert.grau:

oje, mit 10 Jahren kriegst du denn garnicht mehr. los. Da zahlt dir jemand noch vielleicht 1000 Euro, wenn überhaupt.

herbert.grau:

Deswegen ist der E-Gebrauchtwagenmarkt auch „tot“. Die Verkäufer wollen zuviel, und die realen Preise liegen tief, wegen massiven Wertverlust.

Harald:

Interessant !!!
jeder ruft nach bezahlbaren E-Kleinwagen.
Irgendwie war mir klar oder befürchtete ich, sobald die Kleinwagen beim Händler stehen, wird gemeckert:
kleiner Akku, zu langsam, für Urlaubsfahrten nicht geeignet.

Sind die kleinen E-Autos wirklich für Leute die einen Zweit- oder Drittwagen wollen.
Nachhaltigkeit Fehlanzeige.
Wollten wir von den Blechlawinen nicht weg?
Ich höre schon….. oh Gott -warum hast du kein richtiges Auto gekauft.
Schublade auf — E-Auto rein —- Problem gelöst?

pionierska:

Und, gehörte die gewünschte Kaufpreisspanne auch mit zur Konfiguration?
Dann bedeutet das einen baldigen Kauf eines gebrauchten Elektroautos?

Manfred:

O.k. ich gebe es zu. Für mich war es wichtig endlich vom Verbrenner weg zu kommen. Das schlechte Gewissen fuhr immer mit. Für den Kaufpreis hatte ich mir ein Limit gesetzt und gewartet, bis die Gebrauchtwagen meines Herzens diese Schwelle erreicht hatten. Die Neuwagenpreise sind für mich unvernünftig hoch. Auch wenn es leistbar gewesen wäre. Dann stecke ich das Geld lieber in andere Energiewende Projekte. Zum Beispiel vergrößern der PV Anlage.

PhiGo:

Aber es bleibt halt ein Verbrenner, es dreht sich nicht alles nur um den Preis.
Warum nicht, wenn der Kompromiss für einen vertretbar und finanzierbar ist.
Ich habe auch nur gute Erfahrungen mit gebrauchten BEV (Leasing-Rückläufer) gemacht.

Spiritogre:

Dabei vergisst du aber, dass der Listenpreis für einen gleichwertigen Verbrenner ca. 10k günstiger ist und somit du für einen gebrauchten dann vielleicht nur 20.000 hättest zahlen müssen…

Manfred:

Ich bin stolzer Eigentümer eines gebrauchten E-Autos. Nach der ersten Inspektion in der Werkstatt meines Vertrauens war klar, dies war ein von Grund auf solider und fairer Kauf.

Aus erster Hand gekauft mit 10.400 km Laufleistung.

Alter zwei Jahre

Listenpreis 48.000 Euro

Gebrauchtpreis ca. 27.000 Euro

Batterie Healthstatus 100%

Was will man mehr? Ich finde die Preise für Käufer absolut in Ordnung. Zumal man geldmäßig jede Menge Vorteile genießt.

THG Einkünfte

Keine Spritkosten

Keine KFZ Steuer

Geringe Wartungskosten

etc.

PhiGo:

Das hängt immer vom jeweiligen individuellen Fahrprofil ab.

Pauschale Aussagen, was vernünftig oder normal ist und was nicht, sind einfach nicht möglich und fördern nur die allgemeine Verunsicherung.

Ich kann den Frust verstehen, dass kompakte Fahrzeuge mit höherer Reichweite und schneller Lademöglichkeit noch sehr teuer sind, aber derartige Kommentare verzögern ggf. nur das Hochfahren der E-Mobiltät und somit die Senkung der Kosten.

So werden nicht die Hersteller erreicht, sondern eher potentielle Umsteiger verunsichert.

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