Die Formel E hat in Dschidda ein Rennwochenende erlebt, das die Kräfteverhältnisse in der noch jungen Saison neu justiert. Während Jaguar TCS Racing am Samstag einen historischen Meilenstein markierte, setzte Porsche bereits am Freitag ein sportliches Signal. Beide Werksteams nutzten die besondere Kulisse des Jeddah E-Prix, um ihre Ambitionen in der Weltmeisterschaft zu untermauern.
Für Jaguar stand am zweiten Renntag António Félix da Costa im Mittelpunkt. Der Portugiese brachte dem britischen Rennstall den 24. Sieg in der Teamgeschichte ein – so viele wie kein anderes Team in der rein elektrischen Serie. Von Beginn an hielt er Kontakt zur Spitze, positionierte sich in strategisch günstiger Distanz und setzte zur Rennmitte mit einem präzise abgestimmten Attack Mode den entscheidenden Vorstoß. Diese Leistungsphase ermöglichte ihm die Führung, die er in der Schlusssequenz kontrolliert ausbaute. Mehr als drei Sekunden betrug sein Vorsprung im Ziel.
„Das Auto war fantastisch, die Strategie perfekt“, erklärte da Costa anschließend und verwies auf die Abstimmung zwischen Fahrer und Team. Für ihn war es der erste Erfolg mit Jaguar, obwohl er erst sein fünftes Rennen für die Mannschaft bestritt. Gleichzeitig bedeutete das Resultat einen Doppelerfolg für den Jaguar-Antrieb, da Sébastien Buemi im Kundenteam Envision Racing Rang zwei belegte.
Starke Aufholjagd von Mitch Evans im Feld
Auch Mitch Evans steuerte wichtige Punkte bei. Von Startplatz 13 arbeitete sich der Neuseeländer mit einem frühen Attack Mode rasch in die Top Acht vor und beendete das Rennen auf Position sieben. Bereits am Vortag hatte er als Dritter auf dem Podium gestanden. Teamchef Ian James sprach von einem „Meilenstein“ und hob die Konstanz hervor, die man sich erarbeitet habe. In der Gesamtwertung liegt Jaguar nun auf Rang zwei der Team- und Herstellerwertung, während Evans Fünfter der Fahrerwertung bleibt und da Costa auf Platz sieben vorrückt.
Den Auftakt des Wochenendes hatte jedoch Porsche geprägt. Pascal Wehrlein gewann das Freitagsrennen in Dschidda und feierte damit seinen ersten Saisonsieg – ausgerechnet bei seinem 100. Start in der Formel E. Der Deutsche war von Position drei ins Rennen gegangen und nutzte eine frühe Safety-Car-Phase, angeführt vom Porsche Taycan Turbo GT, um sich taktisch neu zu sortieren. Nach seinem Pflichtboxenstopp übernahm er die Führung und verteidigte sie bis ins Ziel. Nach 32 Runden lag er 2,6 Sekunden vor dem Zweitplatzierten und sicherte sich zusätzlich die schnellste Rennrunde.
„Es war wichtig, die Führung nach dem Boxenstopp zu behaupten“, ließ Wehrlein mitteilen. Dass er über weite Strecken ohne Windschatten fuhr, wertete das Team als Beleg für die Effizienz des Porsche 99X Electric. Für den 31-Jährigen war es der dritte Erfolg in Saudi-Arabien, nachdem er bereits in der Saison 2022/2023 in Diriyah doppelt gewonnen hatte.
Konstante Punkteausbeute stärkt Porsche im Titelkampf
Teamkollege Nico Müller belegte Rang vier und verpasste das Podium um 1,6 Sekunden. Drei Porsche 99X Electric schafften es unter die ersten Zehn, da auch Jake Dennis vom Kundenteam Andretti Formula E Punkte sammelte. Damit blieb Porsche das einzige Team, das in allen bisherigen Saisonrennen mit beiden Werksfahrern Zähler einfuhr. In der Fahrerwertung übernahm Wehrlein die Spitzenposition, während der Hersteller aus Stuttgart seine Führung in Team- und Herstellerklassement ausbaute.
Neben dem sportlichen Geschehen rückte in Dschidda erneut der sogenannte „Pit Boost“ in den Fokus. Das Schnellladen während des Rennens, das 2024 eingeführt wurde, war auch beim Doppelrennen verpflichtend. Mit einer maximalen Ladeleistung von 600 kW dient das System als Demonstrator für die technische Entwicklung im Bereich Elektromobilität.
Quelle: Jaguar TCS Racing – Pressemitteilung / Porsche – Pressemitteilung








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