Ford plant mit zusätzlichem Akku auf dem Autodach

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Offenbar plant der US-amerikanische Autohersteller Ford, künftig auch Elektrofahrzeuge anzubieten, die auf dem Dach einen zusätzlichen Akku transportieren können. Dies ist entsprechenden Patentunterlagen zu entnehmen, wie Ecomento berichtet. Demnach sind die Dach-Akkus als Reichweitenverlängerung für lange Strecken in Gebieten ohne oder mit nur sehr schlecht ausgebauter Ladeinfrastruktur vorgesehen und können abmontiert werden, wenn man sie eine Zeit lang nicht benötigt.

Der Reserve-Akku soll ähnlich wie eine Dachgepäckbox auf dem Fahrzeug montiert werden können. „Die von den Ford-Entwicklern ersonnene Dach-Batterie verfügt auch über Luftkanäle auf beiden Seiten des Gehäuses, um die Kühlung der einzelnen Akkus zu verbessern“, schreibt Ecomento. Ventile sollen verhindern, dass Schmutz, Wasser oder auch zu viel Kälte in die Batterie vordringt. Eine mit Polyurethanschaum ausgekleidete Schale soll helfen, den Akku in einem möglichst schonenden Temperaturfenster zu halten.

Problematik Dachlast

Mithilfe eines Steuermoduls soll das Laden des Hauptakkus durch den zusätzlichen Dachakku völlig automatisch geschehen. Der Dachakku ist laut Patent dafür offenbar mit einem Ladestecker mit der Ladebuchse des Fahrzeuges verbunden. Wie groß der Akku sein soll und welche Reichweitengewinne dadurch möglich wären, dazu ist aktuell noch nichts bekannt. Genauso wenig ist sicher, dass Ford dieses Patent tatsächlich irgendwann umsetzen wird.

Bei einem Ford Mustang Mach-E würde das System vermutlich wenig Sinn ergeben. Lediglich 75 Kilo Dachlast sind am vollelektrischen Fahrzeug möglich. Bei einem Lithium-Ionen-Akku wären das maximal 7,5 kWh zusätzlicher Speicher, dafür würden sich durch den Dachaufbau der Verbrauch erhöhen und die Fahreigenschaften durch den höheren Schwerpunkt verschlechtern.

Ford-Dach-Akku-Patent
USPTO

Fahrzeuge mit besonders hohen Dachlasten können auch 350 oder mehr Kilogramm tragen – dann aber in der Regel nur im Stehen. Es wird also spannend sein, wie Ford diese Herausforderung lösen könnte – sei es durch robustere Fahrzeugdächer oder leichtere Akku-Typen. Das im Patent abgebildete Fahrzeug sieht eher nach einem großen Geländewagen aus, es könnte sich bei der Idee um eine elektrische Version des Ford Bronco handeln. Dieser hat maximale Dachlasten bis 200 Kilogramm.

Quelle: Ecomento – „Ford arbeitet an auf dem Dach montierten Backup-Batterien“ / USPTO – PDF

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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