Ford soll Teile des Kölner Werks verkaufen wollen

Cover Image for Ford soll Teile des Kölner Werks verkaufen wollen
Copyright ©

gerd-harder / Shutterstock / 2189813669

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Seit einigen Monaten herrscht Unruhe im Ford-Werk in Köln: Nach dem Umbau des Werks zum E-Auto-Werk bleibt die Auslastung weiter gering, die beiden dort produzierten E-Autos verkaufen sich schlecht. Im November 2024 wurde bekannt, dass 2900 Stellen in Köln gestrichen werden sollen. Zudem hat der US-Mutterkonzern Ford Motor Company im März der Tochtergesellschaft Ford Deutschland die 2006 ausgestellte Patronatserklärung aufgekündigt. Ford Deutschland soll finanziell künftig auf eigenen Beinen stehen können.

In Deutschland hat Ford eigenen Angaben zufolge noch etwa 15.000 Beschäftigte, knapp 12.000 davon in Köln. Die Deutschlandtochter des US-Konzerns schrumpft personell schon seit Jahren, Ende des vergangenen Jahrzehnts hatte Ford in Köln noch knapp 20.000 Beschäftigte. Auch eine Finanzspritze des Konzerns von bis zu 4,4 Milliarden Euro konnte die Gemüter nicht beruhigen. Zuletzt beliefen sich die Schulden von Ford Deutschland auf 5,8 Milliarden Euro.

Nun kam vor wenigen Tagen die nächste Hiobsbotschaft: Um die Lücke zu schließen und Ford Deutschland wieder auf eine solide Basis zu stellen, sollen Teile des Werks veräußert werden, wie die Kölnische Rundschau berichtet. „Wir wissen von konkreten Gesprächen des Arbeitgebers. Wir kennen auch die Absicht, dass ein Teil des Personalabbaus über Betriebsübergänge erfolgen soll“, teilten der Ford-Betriebsrat und die IG Metall Köln/Leverkusen am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung auf Nachfrage der Rundschau mit.

Mit welchen Investoren Ford über eine Veräußerung von Teilen des Werks in Köln verhandelt, wollten die Arbeitnehmer-Vertretungen der Zeitung nicht mitteilen. Die Beschäftigten fürchteten nun, „dass sie nach Jahren bei Ford ohne Abfindung zu einem Arbeitgeber wechseln müssen, den sie nicht kennen, wo es andere Regeln gibt und wesentlich schlechtere Konditionen gelten“, beschrieb Benjamin Gruschka, Betriebsratsvorsitzender des Standortes Köln-Niehl/-Merkenich, die Stimmung bei den Kölner Ford-Mitarbeitern.

Quelle: Kölnische Rundschau – Ford will Teile des Werks in Köln veräußern

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Kommentare (Wird geladen...)

Ähnliche Artikel

Cover Image for So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

Sebastian Henßler  —  

Volvo EX30 Cross Country bleibt ein City-Stromer, wirkt stabiler und vielseitiger. Offroad-Design, solide Reichweite und starke Ladeleistung runden ihn ab.

Cover Image for Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Daniel Krenzer  —  

WLTP- und Testverbräuche hin oder her: Das sind die sparsamsten E-Autos, wenn man auf ihren realen alltäglichen Einsatz schaut.

Cover Image for Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Daniel Krenzer  —  

Nun steht fest, bis zu welchem Haushaltseinkommen die neue E-Auto-Förderung genutzt werden könnte. Es geht dabei nicht nur um E-Autos.

Cover Image for Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobil- und Kraftstoffindustrie wollen mit Biokraftstoffen Verbrenner am Leben erhalten. Allerdings gibt es nicht genügend des Treibstoffs.

Cover Image for Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Michael Neißendorfer  —  

Mit vielen Neuerungen, einem stärkeren Auto und einem internationaleren Terminkalender geht der ADAC Opel GSE Rally Cup in der Saison 2026 an den Start.

Cover Image for Toyota bereitet intelligente E-Auto-Ladelösungen für Europa vor

Toyota bereitet intelligente E-Auto-Ladelösungen für Europa vor

Michael Neißendorfer  —  

Toyota beschleunigt seine Elektrifizierungsstrategie mit der Einführung eines Ladeökosystems für E-Autos in Europa, darunter auch V2G.