Ford startet V2G-Tarif mit Octopus Energy für Capri und Explorer

Ford startet V2G-Tarif mit Octopus Energy für Capri und Explorer
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Octopus Energy und Ford führen die bidirektionale Ladefunktion Vehicle-to-Grid (V2G) – für Privatkunden in Deutschland ein. Durch die Kooperation wird das Elektroauto zu einem aktiven Teil des Stromnetzes. Zum Start im Sommer 2026 können Besitzer eines neuen Ford Capri oder Ford Explorer damit von signifikanten Kostenvorteilen profitieren, indem ihr Fahrzeug als Stromspeicher genutzt wird. Die Vergünstigungen ermöglichen rechnerisch eine kostenlose Fahrleistung von bis zu 16.000 Kilometern pro Jahr.

Mit V2G werden Elektroautos zu flexiblen Stromspeichern, die Energie nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder ins Netz einspeisen können. Die Lösung von Octopus Energy lädt das Fahrzeug bevorzugt zu Zeiten, in denen der Strom günstig ist und das Fahrzeug gibt wieder Strom ab, wenn er besonders wertvoll ist – zum Beispiel am frühen Abend, wenn große Nachfrage herrscht.

Für E-Auto-Besitzer bedeutet das: Wenn ihr Auto zuhause mit der bidirektionalen Wallbox verbunden ist, arbeitet es für sie. Kumuliert leisten sie so einen gewichtigen Beitrag für die Stabilität des deutschen Energiesystems und senken die Energiekosten für Fahrstrom im Idealfall auf Null.

So profitieren Kunden vom V2G-Angebot

Das Angebot besteht aus der Kombination eines V2G-Tarifs von Octopus Energy, der die Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien mit Herkunftsnachweis enthält, der technischen Freischaltung der Ford-Fahrzeuge und der bidirektionalen Wallbox von Ambibox, die gut 3600 Euro kostet. Der Aufpreis dafür im Vergleich zu einer herkömmlichen Wallbox dürfte sich durch die finanziellen Vorteile für die Nutzer innerhalb von zwei bis drei Jahren amortisiert haben:

  • Monatlicher Bonus: Octopus Energy schreibt Kunden einen Bonus von 30 Euro monatlich gut, vorausgesetzt das Fahrzeug ist mindestens 300 Stunden pro Monat mit der Wallbox verbunden. Insgesamt sind bis zu 360 Euro im Jahr möglich.
  • Reduzierter Ladepreis: Für den Ladestromanteil erhalten Kunden eine feste Vergünstigung von 18 Cent pro Kilowattstunde auf den Haushaltsstrompreis. Daraus ergibt sich ein effektiver Ladepreis von durchschnittlich nur 15 ct/kWh.
  • Bis zu 16.000 km kostenfrei laden: Bei einem Bonus von 360 Euro im Jahr lassen sich zum reduziertem Ladestrompreis insgesamt 2400 kWh kostenlos laden. Mit einem angenommenen Verbrauch von 15kWh/100km entspricht dies rechnerisch bis zu 16.000 Kilometern.

Das intelligente Laden und Zurückspeisen ins Netz steuert Octopus Energy dabei vollautomatisch im Hintergrund. Der Kunde wiederum behält jederzeit die vollständige Kontrolle über sein Fahrzeug und die Reichweite, in dem er Abfahrtszeiten und gewünschte Ladestände flexibel nach seinen Bedürfnissen einstellt. Wer eine spontane Fahrt plant, kann die V2G-Optimierung jederzeit deaktivieren und das Fahrzeug sofort mit voller Leistung von bis zu 11 kW laden.

Das Angebot gilt für die Modelle Capri und Explorer. Diese Modelle, die auf Volkswagens MEB-Plattform aufbauen, verfügen über die notwendige Technologie, um Energie nicht nur aufzunehmen, sondern kontrolliert wieder abzugeben. „Mit dem Ford Capri und dem Ford Explorer haben wir Fahrzeuge entwickelt, die mehr sind als nur Fortbewegungsmittel. Sie sind mobile Energiespeicher. Wir haben die V2G-Technologie intensiv getestet, um sicherzustellen, dass der Komfort unserer Kunden unverändert bleibt. Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass ihr Ford jeden Morgen bereit für die Fahrt ist – und dabei auch noch Stromkosten sparen“, betont Joerg Hofmeister, Head of Charging & Energy bei Ford Europa.

Der neue V2G-Tarif in Deutschland ist für den Hersteller erst der Anfang. Ford und Octopus Energy planen, das Angebot im Lauf des Jahres in Europa weiter auszubauen. Auch andere Hersteller haben bereits V2G-Tarife im Angebot, etwa BMW für seinen neuen Elektro-SUV iX3.

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 09.02.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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