E-Autos als Stromspeicher: Eon setzt auf bidirektionales Laden

E-Autos als Stromspeicher: Eon setzt auf bidirektionales Laden
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Eon / Max Kruse

Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Der Energiekonzern Eon sieht Elektroautos zunehmend als aktiven Bestandteil des Energiesystems. In einem Interview mit T-Online macht Eon-Manager Martin Endress deutlich, dass Elektromobilität weit über den Verkehrssektor hinausgeht. Vor allem das bidirektionale Laden rückt dabei in den Fokus: Elektroautos sollen künftig nicht nur Strom aufnehmen, sondern ihn auch wieder an Haushalte oder ins Netz zurückgeben.

„Elektroautos sind nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern potenzielle Bausteine für ein stabiles Stromsystem“, sagt Endress. Angesichts des steigenden Anteils erneuerbarer Energien brauche es flexible Speicherlösungen, die Schwankungen bei Wind- und Solarstrom ausgleichen können. Genau hier könnten E-Autos eine entscheidende Rolle spielen, da sie millionenfach verfügbar seien und meist lange ungenutzt herumstünden.

Das Prinzip dahinter ist einfach: Fahrzeuge laden dann, wenn viel günstiger Strom im Netz ist, und geben Energie zurück, wenn die Nachfrage steigt. „Wir müssen weg vom starren Laden hin zu einem intelligenten Zusammenspiel von Auto, Haushalt und Netz“, führt Endress aus. Für E-Auto-Fahrer eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, den eigenen Stromverbrauch zu optimieren – etwa indem das Fahrzeug den Haushalt in Spitzenzeiten mit Energie versorgt.

Nicht nur sparen, sondern Geld verdienen

Auch wirtschaftlich sieht Eon Potenzial. „Wer sein Auto flexibel einsetzt, kann perspektivisch nicht nur sparen, sondern auch Geld verdienen“, erklärt Endress mit Blick auf zukünftige Tarife und Vergütungsmodelle. Das steigere die Attraktivität von Elektroautos zusätzlich und mache sie zu einem relevanten Faktor für die Energiewende.

Noch stehen dem breiten Einsatz jedoch technische und regulatorische Hürden im Weg. Vor allem intelligente Messsysteme seien notwendig, um bidirektionale Stromflüsse sauber zu erfassen und abzurechnen. „Ohne Smart Meter lässt sich diese neue Form der Flexibilität nicht sinnvoll in den Markt integrieren“, betont Endress.

Für Eon ist klar: Die Zukunft der Elektromobilität entscheidet sich nicht allein auf der Straße, sondern im Stromnetz. Gelingt es, bidirektionales Laden flächendeckend umzusetzen, könnten Elektroautos zu einem zentralen Stabilitätsanker eines erneuerbaren, flexiblen Energiesystems werden.

Quelle: t-online – Energie in Deutschland: „Das geht jetzt erst richtig los“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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