Studie: Bezahlen an der Ladesäule ist noch zu kompliziert

Studie: Bezahlen an der Ladesäule ist noch zu kompliziert
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Daniel Krenzer
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Das öffentliche Laden von Elektroautos ist in Deutschland auf technischer Ebene längst unaufgeregter Alltag, doch beim Bezahlen an der Ladesäule hakt es weiterhin. Genau hier setzt die neue Charging Payment Study 2026 von Uscale an, die detailliert untersucht, welche Bezahlmethoden E-Auto-Fahrende in Deutschland nutzen, welche sie bevorzugen und wo Frust entsteht. Die Ergebnisse bestätigen vieles, was sich bereits aus früheren Untersuchungen ableiten ließ: Die Elektromobilität schwächelt im Alltag nicht an Reichweite oder Ladeleistung, sondern oft an unnötig komplexen Prozessen rund um Tarife, Apps und Authentifizierung.

Laut Studie greifen E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer im Schnitt auf zwei bis drei unterschiedliche Bezahlmethoden zurück. Besonders häufig kommen klassische Lade-Apps und RFID-Ladekarten zum Einsatz, obwohl diese Verfahren bei den Nutzern gar nicht besonders beliebt sind. Apps werden von rund 70 Prozent regelmäßig genutzt, Ladekarten sogar von mehr als drei Viertel der Befragten. Gleichzeitig geben jedoch nur vergleichsweise wenige an, diese Methoden tatsächlich zu bevorzugen.

Deutlich attraktiver erscheinen Plug & Charge sowie Ad-hoc-Bezahlen, also das spontane Zahlen ohne vorherige Registrierung. Während rund 40 Prozent Plug & Charge als Wunschlösung nennen, nutzen es in der Praxis nur etwa halb so viele. Hintergrund ist dabei vermutlich, dass beim automatischen Erkennen des Fahrzeuges bislang noch nicht automatisch der dafür günstigste Tarif genutzt wird. Beim Ad-hoc-Bezahlen zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Nachfrage ist hoch, die tatsächliche Verfügbarkeit offenbar noch unzureichend.

Vielfalt groß, Verwirrung größer

Diese Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität ist kein neues Phänomen. Bereits frühere Studien, etwa zur allgemeinen Zufriedenheit mit öffentlicher Ladeinfrastruktur, haben gezeigt, dass viele Probleme nicht technischer Natur sind, sondern aus mangelnder Standardisierung und Transparenz resultieren. Schon in anderen Veröffentlichungen wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass Ladepreise häufig erst nach dem Start des Ladevorgangs klar werden oder dass Roaming-Gebühren den vermeintlich einfachen Ladevorgang unnötig verteuern. Die Charging Payment Study 2026 fügt diesem Bild nun eine wichtige Facette hinzu, indem sie belegt, dass die Vielfalt der Bezahlmethoden zwar vorhanden ist, für viele Nutzer aber eher Verwirrung als Komfort bedeutet.

Besonders kritisch sehen viele Fahrer die eingeschränkte Verfügbarkeit moderner Bezahlverfahren. Plug & Charge wird zwar als komfortabel und zukunftsweisend wahrgenommen, funktioniert aber längst nicht an allen Ladesäulen zuverlässig. Hinzu kommen unterschiedliche Vertragsmodelle, die das einfache Einstecken und Losladen oft konterkarieren. Beim Ad-hoc-Bezahlen wiederum erfüllen viele Ladepunkte zwar formal die gesetzlichen Vorgaben, bieten aber Lösungen an, die als umständlich oder wenig intuitiv empfunden werden. Das deckt sich mit früheren Analysen, in denen Nutzer vor allem fehlende Nutzerführung und unklare Preisangaben kritisiert haben.

Einfaches Zahlen könnte Hebel sein

Uscale-Geschäftsführer Axel Sprenger warnt in diesem Zusammenhang davor, das Thema zu unterschätzen. Ein komplizierter Bezahlprozess frustriere nicht nur bestehende E-Auto-Fahrer, sondern schrecke auch potenzielle Umsteiger ab. Diese Einschätzung passt zu den Erfahrungen aus anderen Studien, die zeigen, dass der sogenannte „Ladedschungel“ für viele Interessierte ein echtes Hemmnis darstellt. Gerade in einer Phase, in der der Hochlauf der Elektromobilität politisch und wirtschaftlich hinter den einstigen Erwartungen zurückbleibt, könnten einfache und transparente Bezahlprozesse ein unterschätzter Hebel sein.

Die Einordnung der Charging Payment Study 2026 zeigt damit klar: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, wie nutzerfreundlich das Gesamtsystem funktioniert. Während auf europäischer Ebene mit Vorgaben wie der AFIR-Verordnung bereits Druck in Richtung offener und spontaner Bezahlmöglichkeiten aufgebaut wird, bleibt die Umsetzung im Alltag lückenhaft. Für die Branche bedeutet das, dass nicht nur neue Ladepunkte entstehen müssen, sondern auch bestehende Systeme vereinfacht und vereinheitlicht werden sollten.

Quelle: Uscale – Pressemittelung vom 3. Februar 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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