Ford und Rivian stoppen gemeinsame E-Auto-Pläne, bleiben aber Partner

Ford und Rivian stoppen gemeinsame E-Auto-Pläne, bleiben aber Partner
Copyright:

Rivian Motor

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Ford und Rivian haben ihre Pläne, gemeinsam ein Elektroauto zu entwickeln, auf Eis gelegt. Ford behält aber seine Anteile an dem aufstrebenden E-Auto-Startup. Der US-Hersteller hat seit 2019 insgesamt umgerechnet gut eine Milliarde Euro in Rivian investiert. Jim Farley, CEO von Ford, verwies auf das „wachsende Vertrauen“ in die eigenen Fähigkeiten des Autoherstellers, „im Bereich der Elektromobilität als ein Gewinner hervorzugehen“, als ein Argument von mehreren für die Beendigung der Zusammenarbeit.

Wenn man uns heute mit dem Zeitpunkt vergleicht, an dem wir diese Investition ursprünglich getätigt haben, hat sich so viel verändert“, so Farley zur Begründung. Ford sei sich nun in Sachen E-Autos sicherer, was zu tun sei und wolle nun seine eigenen E-Fahrzeuge entwickeln. In einer per Mail ausgesendeten Erklärung teilte Ford mit, Rivian weiterhin als Partner zu respektieren und sich erst nach umfangreichen Sondierungsgesprächen darauf verständigt zu haben, „keine gemeinsame Fahrzeugentwicklung oder Plattformfreigabe zu verfolgen“.

Farley verwies als Grund für die Entscheidung gegen die gemeinsame Entwicklung auch auf die Komplexität, die erforderlich wäre, um die elektrische Fahrzeug-Architektur eines anderen Unternehmens mit der von Ford selbst entwickelten Software zu verbinden. „Wir haben leicht unterschiedliche Geschäftsmodelle“, erklärte der Ford-CEO.

Rivian hat im Gegensatz zu Ford weniger den Massenmarkt im Visier, sondern setzt zum Start auf besonders leistungsstarke und geländegängige SUV und Pick-up. Außerdem entwickelt und baut Rivian Elektrotransporter nach Vorgaben des Versandriesen Amazon. Auch in Europa will Rivian demnächst Fuß fassen.

Das Startup Rivian, das übrigens einen deutlich höheren Börsenwert als Ford aufweisen kann, bestätigte das Ende der gemeinsamen Pläne: „Da Ford seine eigene E-Auto-Strategie skaliert hat und die Nachfrage nach Rivian-Fahrzeugen gestiegen ist, haben wir uns einvernehmlich dazu entschieden, uns auf unsere eigenen Projekte zu konzentrieren“. Die Beziehung zu Ford sei aber weiterhin „ein wichtiger Teil unserer Reise, und Ford bleibt ein Investor und Verbündeter auf unserem gemeinsamen Weg in eine elektrifizierte Zukunft“, so das Unternehmen in einer E-Mail-Erklärung.

Quelle: CNBC – Ford and Rivian cancel plans to jointly develop an electric vehicle / Ecomento – Ford sieht von Elektroauto mit Rivian-Technik ab, Investition in Start-up bleibt bestehen

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

T&E: Forderungen der Autoindustrie könnten EU 74 Milliarden Euro zusätzlich kosten

T&E: Forderungen der Autoindustrie könnten EU 74 Milliarden Euro zusätzlich kosten

Michael Neißendorfer  —  

Der ACEA und die deutsche Regierung setzen sich für weitere Lockerungen zugunsten von Verbrennern ein. Das könnte die EU-Bürger teuer zu stehen kommen.

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Sebastian Henßler  —  

25 Forschungs- und Industriepartner bündeln ihre Kompetenz: SIB:DE Entwicklung soll eine wettbewerbsfähige Natrium-Ionen-Fertigung in Europa aufbauen.

IG Metall warnt vor Wiederholung des Solar-Debakels

IG Metall warnt vor Wiederholung des Solar-Debakels

Sebastian Henßler  —  

Die Autoindustrie baut massiv Stellen ab. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärt, was sie von EU, Bundesregierung und Unternehmen erwartet.

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Befragung zeigt: Die Deutschen wechseln verstärkt vom Verbrenner zum Elektroauto – und fordern von der Politik mehr Initiative für E-Mobilität.