Der deutsche Lkw-Hersteller MAN stellt auf der IAA Transportation eine weiterentwickelte Generation des elektrischen Fernverkehrs-Lkw eTGX vor. Im Mittelpunkt stehen mehr Reichweite, eine neue Batteriegeneration sowie höhere Lade- und Antriebsleistungen. In der reichweitenstärksten Ausführung sollen künftig bis zu 720 Kilometer ohne Zwischenladen möglich sein.
Bereits die klassische 4×2-Sattelzugmaschine erhält sechs Batteriepakete mit zusammen 552 kWh Bruttokapazität. Damit sind laut MAN bis zu 660 Kilometer Reichweitemöglich, unter realistischen Bedingungen im typischen Fernverkehr sollen es mehr als 500 Kilometer sein. Die neue Batteriegeneration stellt bei unverändertem Gewicht rund zehn Prozent mehr nutzbare Energie bereit. Pro 92-kWh-Paket können nun 88 kWh beziehungsweise 95 Prozent der Bruttokapazität genutzt werden.
Noch weiter kommt eine neue dreiachsige 6×2-Sattelzugmaschine. Durch eine siebte, quer hinter dem Fahrerhaus angeordnete Batterie steigt die Bruttokapazität auf 644 kWh. MAN verspricht maximal 720 Kilometer sowie im realen Fernverkehr mehr als 600 Kilometer. Trotz der zusätzlichen Batterie soll die Nutzlast mit einem Standardauflieger bei der 4×2-Version bis zu 25 Tonnen erreichen und damit auf einem mit Diesel-Sattelzügen vergleichbaren Niveau liegen.
Laden passt in die Lenkzeitpause
Beim Laden setzt MAN auf das Megawatt Charging System (MCS). Der entsprechende Anschluss wird nach Angaben des Herstellers bereits seit Juli in Serie produziert und ermöglicht am eTGX bis zu 750 kW Ladeleistung. Rund 30 Minuten sollen für das Nachladen genügen, sodass sich der Ladestopp in die gesetzlich vorgeschriebene Lenkzeitpause integrieren lässt.
Auch beim Antrieb legt MAN nach. Die stärkste Version leistet künftig 440 kW beziehungsweise 598 PS und kann mit bis zu 480 kW rekuperieren. Eine aerodynamisch optimierte, um 120 Millimeter verlängerte Front sowie die stärkere Rekuperation sollen den Energieverbrauch gegenüber der bisherigen Generation um bis zu drei Prozent reduzieren. Gleichzeitig verbessern ein tieferer Frontscheibenrahmen und ein zusätzliches Tiefsichtfenster die direkte Sicht auf andere Verkehrsteilnehmer.
Damit reiht sich der eTGX in eine neue Generation batterieelektrischer Fernverkehrs-Lkw ein. Auf der IAA zeigen mehrere Hersteller Fahrzeuge mit Reichweiten von grob 650 bis mehr als 700 Kilometern. Entscheidend ist zunehmend weniger die technische Machbarkeit des E-Lkw selbst als die Verfügbarkeit leistungsfähiger Ladeinfrastruktur und entsprechender Netzanschlüsse. Gerade hier liegt derzeit der Flaschenhals: Ein großer Teil des künftigen Energiebedarfs soll über Ladepunkte in den Depots gedeckt werden, während öffentliche MCS-Lader das Fernverkehrsnetz ergänzen müssen.
Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 14. September 2026









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