Ford bereitet sich auf China-Konkurrenz in den USA vor

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Arun Niemann
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  —  Lesedauer 3 min

Die USA haben in den letzten Jahren hohe Handelshürden aufgebaut, um es vor allem auch für chinesische EV-Hersteller zu erschweren, auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Trotzdem scheint sich Ford intern jedoch bereits darauf vorzubereiten, dass China in fünf bis zehn Jahren in den Vereinigten Staaten Marktanteile bei E-Autos übernehmen könnte.

Mehrere Personen, die am vergangenen Donnerstag an einem Town-Hall-Meeting teilgenommen hatten, gaben an, dass Ford-CEO Jim Farley gesagt habe, der Konzern bereite sich auf genau ein solches Szenario vor. Man erwarte den Markteintritt seitens Chinas dabei eher gegen Ende dieser Zeitspanne. Ein offizieller Sprecher von Ford wollte sich auf Nachfrage jedoch nicht zu den Inhalten des internen Meetings äußern.

Reuters zufolge ist Farley einer der Manager, die in den letzten Jahren am eindringlichsten vor dem wachsenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Autobauer wie BYD gewarnt haben. Zudem bereitet Ford bereits eine neue Reihe selbst entwickelter günstiger E-Auto-Modelle vor, um in Sachen Preis und Effizienz in Zukunft mit der Konkurrenz aus China mithalten zu können.

Die USA schotten sich immer weiter ab

Derzeit werden Importe von chinesischen Elektroautos durch die USA mit Zöllen von 100 Prozent belegt. Gleichzeitig treibt der US-Senat aktuell eine Ausweitung von Verkaufsverboten für chinesische Autos voran. Unter der aktuellen Trump-Regierung hat sich der Kurs gegen die Konkurrenz aus dem Ausland dadurch noch einmal deutlich verschärft.

Bereits unter Biden waren mit den „Connected Vehicle“-Regeln Vorschriften eingeführt worden, um Datenschutz zu gewährleisten und die nationale Sicherheit zu schützen. Die Regeln gelten ab dem Modelljahr 2027 und verbieten vernetzten Fahrzeugen ab dann die Nutzung chinesischer Software. Ab dem Modelljahr 2030 wird zudem auch die Verwendung chinesischer Hardware verboten. Mit diesen Vorschriften gehen jedoch auch Probleme für US-Autobauer wie Ford einher, die viele ihrer Fahrzeuge in China fertigen und sich daher um Ausnahmegenehmigungen bemühen müssen, um ihre E-Autos weiter in den USA verkaufen zu können.

Chinesische Hersteller drängen bereits nach Mexiko und Kanada

In Mexiko ist der Marktanteil chinesischer E-Autos bereits deutlich angestiegen und in Kanada dürfen sie über ein Handelsabkommen eine begrenzte Anzahl an Elektroautos verkaufen. Aufgrund der Ähnlichkeit des kanadischen Marktes zu dem der USA sehen Branchenexperten ihn als eine Art Testmarkt für chinesische Hersteller, die in das US-Geschäft einsteigen wollen.

Gleichzeitig zeigen Umfragen laut Reuters ein wachsendes Interesse von US-Bürgern an chinesischen EVs. Diese sind im Vergleich zu den meisten E-Autos aus den USA schließlich extrem erschwinglich. Bill Ford, der Vorstandsvorsitzende von Ford, sagte vor einigen Wochen bei einer Axios-Veranstaltung, man müsse die Chinesen bei ihrem eigenen Spiel schlagen und dürfe dabei weder warten noch versuchen „sie für immer draußen zu halten“.

In den USA selbst muss Ford bisher noch nicht direkt gegen die chinesische Konkurrenz ankommen, im Ausland hingegen schon. Um die Verkäufe im hart umkämpften europäischen Markt wieder anzukurbeln, hat man bereits ein Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller Geely angekündigt. Dieser Schritt wurde von verschiedenen US-Kongressabgeordneten kritisiert, doch Ford begründe ihn schlicht damit, dass die Situation jeden Autohersteller zwinge „schlanker und klüger“ zu denken und man mit dem Geely-Deal genau dieses Ziel verfolge.

Quelle: Reuters – Ford CEO tells employees Chinese automakers could enter US market next decade

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Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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