Feuerwehr-Premiere: Erster elektrischer Drehleiter-Lkw unter 16 Tonnen

Feuerwehr-Premiere: Erster elektrischer Drehleiter-Lkw unter 16 Tonnen
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Tobias Stahl
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Auf der Fachmesse Interschutz 2026 haben der österreichische Feuerwehrfahrzeugausstatter Rosenbauer und der Münchener Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus das nach eigenen Angaben leichteste vollelektrische Drehleiterfahrzeug der Welt vorgestellt. Das Fahrzeug, bestehend aus der Rosenbauer-Drehleiter L32A-XS auf dem neuen MAN eTGM-Chassis, wurde im Rahmen der Fachmesse an das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) als ersten Kunden übergeben.

Die wohl wichtigste Besonderheit des Drehleiter-E-Lkw: Mit weniger als 16 Tonnen Gesamtgewicht und einer Hinterachslast von unter 10 Tonnen unterschreitet das Fahrzeug die deutschen Gewichtsgrenzen für Feuerwehraufstellflächen. Dadurch lässt es sich im regulären Einsatzbetrieb verwenden, ohne dass besondere Zulassungen oder Sonderprüfungen für spezifische Aufstellflächen vor Gebäuden erforderlich wären. Gleichzeitig erfüllt die Drehleiter L32A-XS electric die Leistungsnorm DIN EN 14043 für vollautomatische Drehleitern der Klasse 23/12. Die Norm verlangt, dass das Fahrzeug Personen aus einer Höhe von 23 Metern bei einem waagerechten Abstand von 12 Metern retten kann.

Zwei Batterien mit 160 kWh Kapazität für bis zu zehn Einsätze ohne Ladepausen

Der MAN eCD210-Zentralantrieb kombiniert Elektromotor und Zwei-Gang-Getriebe in einer Einheit und sitzt in der Rahmenmitte des Fahrzeugs. Er liefert eine Dauerleistung von 285 PS (210 kW) und ein Drehmoment von 800 Nm. Für die Steuerung der Drehleiter ist ein zusätzlicher, mechanischer Nebenantrieb verantwortlich. Strom kommt aus zwei Antriebsbatterien mit einer nutzbaren Kapazität von 160 kWh.

Nach Angaben von MAN sollen sich mit der Batteriekapazität im städtischen Einsatzbetrieb bis zu zehn typische Einsätze mit jeweils rund acht Kilometern Fahrstrecke ohne Ladestopps durchführen lassen. Im ländlichen Bereich, wo die Anfahrtswege mit typischerweise rund 20 Kilometern deutlich länger sind, soll eine Akkuladung für etwa vier Einsätze reichen. Das Fahrzeug lädt mit einer Leistung von bis zu 250 kW – damit soll das Aufladen von fünf auf 80 Prozent Ladestand rund 33 Minuten in Anspruch nehmen.

Dank E-Antrieb: Drehleiterfahrzeug kann auch in Innenräumen löschen

Die Drehleiter soll dank XS-Prinzip einen besonders engen Aktionsradius und somit präzise Bewegungen des Leitersatzes ermöglichen, was gerade in dicht bebauten, urbanen Gebieten und engen Gassen von Vorteil ist. Der Rettungskorb fasst bis zu 500 Kilogramm oder fünf Personen. Eine vollständig öffnende Korbfront soll auch den Transport von Personen im Rollstuhl ermöglichen. Eine integrierte Wasserführung sowie ein aufsetzbarer Wasserwerfer machen den Korb zudem voll einsatztauglich für den Brandeinsatz, heißt es in einer Mitteilung von MAN.

„Das Fahrzeug eignet sich vor allem für Einsätze im urbanen Raum sowie für Anwendungen auf Flughäfen, in Werkfeuerwehren und im Schulungsbereich – sogar für den Einsatz in Innenräumen“, erklärt Andreas Zeller, Vertriebsvorstand von Rosenbauer International. Löscheinsätze in Innenräumen sind mit Verbrennerfahrzeugen aufgrund der Abgase nicht möglich.

Das Fahrgestell MAN eTGM ist Teil eines modularen E-Lkw-Baukastens des Nutzfahrzeugherstellers. Laut Herstellerangaben deckt der Baukasten alle Gewichtsanforderungen zwischen 12 und 50 Tonnen ab. Das Fahrgestell teilt sich verschiedene Komponenten mit dem kleineren MAN eTGL und den schwereren eTGS und eTGX, darunter die Hochvoltarchitektur, das Thermomanagement und die Batteriesysteme. Im MAN eTGM sollen zwei oder vier Batteriepakete mit einer Gesamtkapazität von bis zu 356 kWh brutto und Reichweiten bis zu 480 Kilometern Platz finden.

Quelle: MAN Truck & Bus – Pressemitteilung vom 02.06.2026

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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