E-Lkw MAN eTGL mit Kühlkoffer-Variante feiert Weltpremiere

E-Lkw MAN eTGL mit Kühlkoffer-Variante feiert Weltpremiere
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus hat auf der Solutrans 2025 in Lyon eine neue Variante seines vollelektrischen MAN eTGL-Fahrgestells speziell für Kühlkoffer-Aufbauten vorgestellt. Damit ermöglicht der 12-Tonner nun auch den lokal emissionsfreien und sehr leisen Verteiler-Transport temperaturempfindlicher Waren wie Lebensmittel. Eine Hochvolt-Schnittstelle ermöglicht die direkte Versorgung des Kühlaggregats aus dem Fahrzeugnetz – effizient und gewichtsoptimiert. Das vollelektrische Kühl-Logistikportfolio von MAN umspannt damit 12 bis 42 Tonnen, so der Hersteller in zugehöriger Mitteilung.

Mit 160 kWh nutzbarer Batteriekapazität betrage die Reichweite des Elektro-Lkw, je nach Aufbau und Einsatz, ohne Zwischenladen bis zu 310 Kilometer – was mehr als ausreichend für typische Tagestouren im urbanen und regionalen Verteilerverkehr ist. Wenn es schnell gehen muss lädt der E-Lkw per Schnellladung seine beiden Batterien in rund 35 Minuten von zehn bis 80 Prozent wieder auf. Pausen- und Entladezeiten können so optimal genutzt und die Tagesreichweite auf bis zu 600 Kilometer erhöht werden.

„Mit dem neuen eTGL für die Kühl-Logistik erweitern wir das Einsatzspektrum unseres leichten eTrucks erheblich. Zusammen mit eTGX und eTGS haben wir nun ein hocheffizientes Zero-Emission-Portfolio für die temperaturgeführte Logistik – vom innerstädtischen Verteilerverkehr bis zum Ferntransport“, sagt Friedrich Baumann, Vorstand Sales & Customer Solutions bei MAN Truck & Bus.

Wie seine großen Brüder eTGX und eTGS profitiere auch der eTGL von aktuellen Effizienzverbesserungen: sparsamere Nebenaggregate, konsequentere Abwärmenutzung und verbesserte Fahrfunktionen erhöhen die Reichweite um rund zehn Prozent. Ein eTGX Sattelzug mit sechs Batterien erreicht nun bis zu 570 Kilometer, ein eTGX Solo-Fahrgestell mit Kofferaufbau bis zu 870 Kilometer – ohne Zwischenladen wohlgemerkt.

Praxisbewährte Effizienz aus dem MAN Baukasten für Elektro-Lkw

Der MAN eTGL basiert auf dem bewährten 12-Tonnen-Modell aus dem Dieselportfolio. Mit bis zu 6,6 Tonnen Nutzlast, einem Radstand von 4500 mm, Aufbaulängen zwischen 6200 und 7300 mm und dem Fahrerhauseinstieg mit nur einer Stufe ist der eTGL gut gerüstet für den urbanen Verteilerverkehr. Das volldigitale 12,3-Zoll-Display informiert über Ladezustand, Reichweite und Energieverbrauch.

Für Energieversorgung und Antrieb bedient sich der eTGL aus dem gleichen Elektro-Komponenten-Baukasten wie die schweren E-Lkw-Baureihen eTGX und eTGS. Dazu gehören die von MAN entwickelten und im Werk Nürnberg produzierten Batteriepakete mit je 80 kWh nutzbarer Batteriekapazität sowie die zentral im Rahmen verbaute kleinste der drei verfügbaren Antriebsvarianten mit 285 PS starkem Elektromotor und Zweigang-Getriebe.

MAN

Eine Besonderheit von MAN ist das speziell auf Nutzfahrzeuge abgestimmte modulare Batteriekonzept. Es ermöglicht eine Vielzahl individueller Sattelzug- und Fahrgestellvarianten, sodass nahezu alle bisher mit Diesel-Lkw realisierten Transportaufgaben heute auch vollelektrisch abgebildet werden können – vom 42-Tonnen-Low-Liner für Volumentransporte über klassische Baukipper und dreiachsige Abfallsammler bis hin zum 12-Tonnen-Tiefkühlverteiler für die Supermarktbelieferung.

Die Elektro-Lkw beweisen in der Logistikpraxis bei Kunden starke Performance, so der Hersteller: Rund 400 MAN eTGX und eTGS haben im Kundeneinsatz in knapp einem Jahr bereits mehr als neun Millionen Kilometer zurückgelegt – bei einem niedrigen durchschnittlichen Verbrauch von rund 93 kWh pro 100 Kilometer.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 25.11.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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