FDP zweifelt an Nachhaltigkeit von Elektroautos

FDP zweifelt an Nachhaltigkeit von Elektroautos
Copyright ©

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 569104183

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Die FDP hegt einem Medienbericht zufolge große Zweifel an den Klimaschutzeffekten von Elektroautos und sieht das Thema somit anders als die Bundesregierung, wonach die Elektromobilität einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz im Verkehrssektor leisten kann – sowie anders als etliche überzeugte Elektroautofahrerinnen und -fahrer.

Die Bundesregierung rechnet sich die E-Mobilität schön“, zitiert das Handelsblatt Oliver Luksic, den verkehrspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Er kritisiert, dass die Bundesregierung in Berechnungen der Klimabilanz von Elektroautos davon ausgeht, dass das Auto zwölf Jahre lang genutzt wird. Luksic allerdings meint, da Autohersteller maximal acht Jahre Garantie auf die Batterie geben, entsprechend von einer geringeren Nutzungsdauer ausgegangen werden soll. „Da die Herstellung der Batterie äußerst CO2-intensiv ist, steht und fällt damit die Ökobilanz“, sagte der Politiker dem Handelsblatt.

Luksic findet, die Bundesregierung sollte „endlich wirklich technologieoffene Politik betreiben, synthetische Kraftstoffe und die Brennstoffzelle sollten eine Chance bekommen“. Wobei anzumerken ist, dass die Produktion von synthetischen Kraftstoffen sowie Wasserstoff für Brennstoffzellenautos um einiges energieintensiver ist, als den Strom direkt in einem Elektroauto für den Vortrieb einzusetzen.

Was Luksic leider auch vergisst: Viele Batteriehersteller nutzen für die Produktion der Zellen Ökostrom, womit die CO2-Bilanz in diesem Bereich um einiges besser sein dürfte, als der FDP-Politiker vorgibt. Und auch die Produktion der Fahrzeuge selbst wird immer klimafreundlicher. Porsche etwa stellt seinen Taycan klimaneutral her, und auch die Elektroauto-Vorzeigefabrik von Volkswagen in Zwickau wird CO2-neutral betrieben.

Die Behauptung, dass Elektroautos keine bessere Klimabilanz aufweisen als Verbrenner, hält sich trotz etlicher Studien, die das Gegenteil beweisen, sehr hartnäckig. Wir empfehlen aktuell die Studie von Volkswagen, welche die Klimabilanz von Golf-Modellen vergleicht sowie die Berechnungen den Heidelberger IFEU-Instituts.

Quelle: Handelsblatt – FDP wirft Bundesregierung vor, sich E-Autos schönzurechnen

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in

Globaler E-Auto-Absatz dürfte 2026 langsamer wachsen

Globaler E-Auto-Absatz dürfte 2026 langsamer wachsen

Tobias Stahl  —  

Auch 2026 dürften die weltweiten Verkaufszahlen von Elektroautos weiter steigen – allerdings merklich langsamer als noch im vergangenen Jahr.

Autohersteller auf der CES: Blasse Nummer im strahlenden Schein

Autohersteller auf der CES: Blasse Nummer im strahlenden Schein

Stefan Grundhoff  —  

Bei der CES 2026 in Las Vegas gibt es von den Autoherstellern kaum mehr als müde Hausmannskost und keine echten Innovationen.

Zeitenwende: CES 2026 (fast) ohne deutsche Autohersteller

Zeitenwende: CES 2026 (fast) ohne deutsche Autohersteller

Stefan Grundhoff  —  

Die CES war jahrelang die große Tech-Bühne der Autobranche. Jetzt ziehen sich Audi, BMW und Mercedes zurück. Warum Europas Hersteller Las Vegas meiden.

ADAC: Tausende Kündigungen wegen Aussagen zum CO2-Preis

ADAC: Tausende Kündigungen wegen Aussagen zum CO2-Preis

Michael Neißendorfer  —  

Der ADAC-Verkehrspräsident begrüßt den höheren CO2-Preis auf Benzin und Diesel, um den Klimaschutz zu stärken. Tausenden Mitgliedern gefällt das gar nicht.

IG Metall fordert klare Linie Richtung Elektromobilität

IG Metall fordert klare Linie Richtung Elektromobilität

Michael Neißendorfer  —  

Die Elektromobilität muss „der zentrale Weg“ für die Autoindustrie sein, so die IG Metall. Und auch die Politik habe noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

Margen chinesischer Autohersteller kratzen an historischem Tiefststand

Margen chinesischer Autohersteller kratzen an historischem Tiefststand

Michael Neißendorfer  —  

Auch in China sinken die Gewinnmargen der Autohersteller: Aktuell sind es 4,4 Prozent, knapp 1700 Euro pro Fahrzeug – der zweitniedrigste Wert der Geschichte.

ACEA: Unelektrifizierte Antriebe in der EU deutlich im Minus

ACEA: Unelektrifizierte Antriebe in der EU deutlich im Minus

Michael Neißendorfer  —  

Hybridautos und mehr noch Elektroautos und Plug-in-Hybride legen EU-weit deutlich zu. Reine Verbrenner indes rutschen in der Käufergunst stark ab.