Eon testet Reservierungs-Tool für Ladestationen an Firmenparkplätzen

Eon testet Reservierungs-Tool für Ladestationen an Firmenparkplätzen
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Eon / Fiege

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Hochlauf der Elektromobilität sorgt auch auf Firmenparkplätzen für stetig mehr E-Autos. Doch wer elektrisch fährt, will am Arbeitsplatz nicht nur parken, sondern auch komfortabel laden – was besonders interessant ist für all jene, die am Wohnort nicht laden können. Für Unternehmen wird es daher zunehmend wichtig, Mitarbeitenden ausreichend Ladekapazität zur Verfügung zu stellen. Das ist nicht nur eine Frage der Anzahl von Ladepunkten, sondern vor allem der richtigen Organisation.

Mit dem digitalen Tool ChargeQ will das Energieunternehmen Eon nun für Unternehmen das Management von Ladepunkten vereinfachen und die nachhaltige Nutzung der vorhandenen Ladestruktur maximieren. Seit April wird die von Eon Group Innovation entwickelte Lösung am Hauptsitz des Logistikdienstleisters Fiege im nordrhein-westfälischen Greven erstmals eingesetzt.

ChargeQ ermöglicht es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich in eine digitale Warteliste für einen Ladeplatz einzutragen. Im Fokus stehe dabei Benutzerfreundlichkeit, so Eon: Um ChargeQ nutzen zu können, sei lediglich der Scan eines QR-Codes nötig. Dieser leitet die Nutzerinnen und Nutzer auf ein Web-Interface, in dem sie ihre Mobilfunknummer eingeben und ihren Warteplatz bestätigen. Anschließend können sie ihre aktuelle Warteposition live auf ChargeQ verfolgen. Wird ein Ladeplatz frei, sendet das Tool eine Nachricht auf das Mobiltelefon. Der zugewiesene Ladeplatz bleibt 15 Minuten reserviert, bevor er neu vergeben wird.

Eon Group Innovation CEO Mark Ritzmann freut sich, dass sich das Tool nach der Entwicklung nun bei einem langjährigen Partner wie dem Familienunternehmen Fiege in der Praxis getestet werden kann: „Innovationen sind aus unserer Sicht besonders wertvoll, wenn sie schnell und direkt im echten Leben ankommen. Mit ChargeQ können wir mehr Mitarbeitenden bei Fiege das Aufladen ihrer Fahrzeuge ermöglichen, ohne lange Bauzeiten für neue Ladepunkte abzuwarten.

„Wir möchten einen einfachen Zugang zur Elektromobilität bieten“

Der Logistikdienstleister hat bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit Eon eMobility-Innovationen im täglichen Geschäftsbetrieb erfolgreich eingesetzt. Mit dem Projekt xSite wurde 2021 am Hauptsitz von Fiege in Greven gemeinsam ein Ladepark realisiert, der mit einem intelligenten Lademanagement-System ausgestattet ist.

Um die Elektromobilität erfolgreich in den Alltag der Menschen zu integrieren, sind viele einzelne Schritte nötig. Eine Lösung wie ChargeQ kann einer dieser Schritte sein. Aber Voraussetzung für Innovation, die sich durchsetzt, ist die enge Kooperation mit engagierten Vorreitern wie Fiege in einem breit vernetzten Ökosystem, das bereit ist, Neues auszuprobieren“, erklärt Ritzmann.

Bei Fiege stößt der Ausbau und Test des innovativen eMobility-Projekts auf Begeisterung, so Eon in seiner Mitteilung. Co-CEO Felix Fiege, der das 150 Jahre alte Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Cousin Jens Fiege in fünfter Generation führt, betont demnach den Mehrwert für seine Mitarbeitenden: „Wir möchten so vielen Kolleginnen und Kollegen wie möglich einen einfachen Zugang zur Elektromobilität bieten. Smarte Lösungen wie ChargeQ eignen sich perfekt, um vorhandene Ladepunkte noch effektiver zu nutzen und gleich mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Im Idealfall werden so über den Tag verteilt doppelt so viele Fahrzeuge vor unserer Zentrale geladen wie bisher.“

Über die kommenden Monate werde die Nutzung von ChargeQ und das Feedback der Anwenderinnen und Anwender bei Fiege durch das Team von Eon Group Innovation begleitet und ausgewertet. Nach erfolgreicher Pilotphase soll geprüft werden, ob und wie ChargeQ zukünftig als Produkt bei Eon Drive weiteren Kunden angeboten wird.

Quelle: Eon – Pressemitteilung vom 10.06.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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