Elektromobilität prägt den Automarkt der Balearen

Elektromobilität prägt den Automarkt der Balearen
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Die Balearische Inseln befinden sich mitten in einem strukturellen Wandel ihres Automarkts. Was sich lange nur schrittweise abzeichnete, hat inzwischen messbare Größen erreicht: Antriebe mit elektrischem Anteil prägen das Bild der Neuzulassungen deutlich stärker als noch vor wenigen Jahren. Nach Angaben von Lluís Pol, dem Präsidenten von Faconauto Illes Balears, entfallen inzwischen mehr als 50 Prozent aller verkauften Autos auf Hybrid– und Elektrovarianten.

Innerhalb dieser Gruppe dominieren Hybridmodelle, während reine Elektroautos rund zehn Prozent der Neuzulassungen stellen. Gleichzeitig ist der Diesel nahezu aus dem Markt verschwunden, sein Anteil liegt mittlerweile unter fünf Prozent.

Diese Entwicklung hebt die Inselgruppe im spanischen Vergleich hervor. Pol verweist darauf, dass die Quote elektrisch betriebener Autos über dem Niveau anderer Regionen liegt. Für das vergangene Jahr beschreibt er das Wachstum der Zulassungen als stark beschleunigt, was auf eine Kombination aus veränderten Rahmenbedingungen und wachsender Akzeptanz hindeutet. Der Markt habe eine Schwelle überschritten, an der neue Antriebsformen nicht mehr als Nische wahrgenommen würden, sondern als reguläre Option im Verkaufsraum.

Ein wichtiger Beleg für diese Nachfrage findet sich in der Nutzung öffentlicher Förderprogramme. Die Mittel des staatlichen Moves-III-Plans waren auf den Balearen vollständig ausgeschöpft, sodass die Regionalregierung das Budget um 13,5 Millionen Euro erhöhen musste. Damit stieg der verfügbare Gesamtbetrag auf fast 23 Millionen Euro. Das zuständige Ministerium für Unternehmen, Selbstständige und Energie meldet, dass im Jahr 2025 insgesamt mehr als 3700 Förderanträge für den Kauf von Hybrid- oder Elektroautos bearbeitet wurden. Im Vorjahr waren es noch gut 2200 Anträge gewesen, was einem Zuwachs von rund 65 Prozent entspricht.

Parallel zu den Förderzahlen hat sich auch die Preisstruktur am Markt verändert. Nach Einschätzung von Pol liegen viele Hybrid- und Elektroautos inzwischen auf einem ähnlichen Niveau wie vergleichbare Benziner aus der Mittelklasse. Übliche Einstiegspreise bewegten sich aktuell zwischen 30.000 und 35.000 Euro. „Vor einigen Jahren waren diese Modelle noch rund 25 Prozent teurer als Benziner“, erklärt er. Inzwischen habe sich das Angebot deutlich verbreitert, wodurch technisch ausgereifte Autos zu moderateren Konditionen verfügbar seien.

Neben den reinen Anschaffungskosten spielen steuerliche Aspekte eine zentrale Rolle. Käufer:innen profitieren von der Befreiung von der Kfz-Zulassungssteuer sowie von weiteren fiskalischen Erleichterungen. Hinzu kommt, dass Elektro- und Hybridautos in vielen Städten kostenlos parken dürfen. Zusammen mit den geringeren Ausgaben für Energie ergibt sich daraus eine spürbare Entlastung im Alltag. Aus Sicht von Pol trägt diese Gesamtrechnung entscheidend dazu bei, dass sich der Umstieg für viele Haushalte rechnet.

Die geografischen Bedingungen der Balearen verstärken diesen Effekt. Kurze Distanzen, klar begrenzte Fahrprofile und ein dichtes Netz urbaner Zentren begünstigen Antriebe, die nicht auf große Reichweiten ausgelegt sein müssen. Nach Auffassung des Branchenvertreters passen Elektro- und Hybridautos daher gut zu den Mobilitätsbedürfnissen auf den Inseln. Reichweitenangst spiele im Alltag eine geringere Rolle als auf dem Festland, da längere Strecken selten erforderlich seien.

Quelle: mallorca-services.es – Mallorca setzt auf Hybrid- und Elektroautos

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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