E-Mobilität gerät in Europa ins Stottern

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Auch wenn in einigen Ländern die Zulassungszahlen von E-Autos stark steigen, ist die Elektromobilität in Europa in Summe ins Stottern geraten. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift „Auto Straßenverkehr“, die Zahlen des europäischen Herstellerverbandes ACEA ausgewertet hat. Das liege vor allem an Ost- und Südosteuropa – und an Italien. Weltweit steigen die Verkaufszahlen für E-Fahrzeuge hingegen rasant.

Im vergangenen Jahr war der Anteil der vollelektrischen Neuzulassungen in Norwegen mit 79,3 Prozent, Schweden mit 33 Prozent, den Niederlande mit 23,5 Prozent und Dänemark mit 20,8 Prozent am höchsten. Allerdings handelt es sich dabei um vergleichsweise kleine und kaufkräftige Märkte im europäischen Gesamtvergleich. Im europäischen Gesamtschnitt kamen elektrisch betriebene Fahrzeuge im vergangenen Jahr auf 12,1 Prozent der Neuzulassungen – ziemlich wenig angesichts der ehrgeizigen Ziele der Europäischen Kommission, den Verkehrssektor zu dekarbonisiern. Ab 2035 sollen schließlich gar keine Verbrenner mehr neu zugelassen werden dürfen.

Am meisten verkauft wurden in Europa demnach mit 36,4 Prozent abermals mit Benzin angetriebene Fahrzeuge. Voll- und Mildhybride folgen auf Rang zwei mit 22,6 Prozent der Zulassungen, dann kommen Diesel-Antriebe mit 16,4 Prozent. Hinter den vollelektrischen Fahrzeugen mit wie erwähnt 12,1 Prozent reihen sich die Plug-in-Hybride mit 9,4 Prozent ein. Die restlichen 3,4 Prozent sind Fahrzeuge mit sonstigen Antrieben, worunter unter anderem Erdgas- und Wasserstofffahrzeuge fallen – letztere sind darunter allerdings eher die große Ausnahme.

In Italien betrug der Anteil der elektrischen Fahrzeuge hingegen lediglich 3,7 Prozent der Neuzulassungen – und das auf einem der größten Automärkte in ganz Europa. In Spanien sind es mit 3,8 Prozent kaum nennenswert mehr. Auch in weiten Teilen Ost- und Südosteuropas sehen die Werte ähnlich niedrig aus. In Polen und Griechenland sind es 2,7 Prozent, in Tschechien 2,0 Prozent, in der Slowakei sogar nur 1,8 Prozent. In Deutschland betrug der Anteil der E-Fahrzeuge im vergangenen Jahr 17,8 Prozent.

Die in Europa meistverkaufte Modelle waren laut Auswertung der Peugeot 208, der Dacia Sandero und der VW T-Roc – allesamt Fahrzeuge mit vorwiegend konventionell angetriebenen Motoren. Ausnahme ist der Peugeot, den es auch elektrisch gibt. Ein einzig elektrisch konzipiertes Modell findet sich in der Top 10 der meistverkauften Fahrzeuge nicht.

Quelle: Auto Straßenverkehr – „Europa unter Strom“?, Ausgabe 07/23, S. 54

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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