Studie: 93 Prozent der Unternehmen mit E-Lkw hochzufrieden

Studie: 93 Prozent der Unternehmen mit E-Lkw hochzufrieden
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Die Diskussion über die Elektrifizierung von Unternehmensflotten wird häufig noch von Reichweitenängsten, hohen Anschaffungskosten und Zweifeln an der Alltagstauglichkeit bestimmt. Doch diejenigen Unternehmen, die batterieelektrische Lkw bereits seit längerer Zeit im realen Betrieb einsetzen, zeichnen ein ganz anderes Bild. Denn eine aktuelle Untersuchung des Öko-Instituts zeigt: Die Zufriedenheit unter den sogenannten „Early Adopters“ fällt sehr hoch aus – und viele sehen den E-Lkw längst nicht mehr als Experiment, sondern als künftigen Standard.

Für die Studie „Akzeptanz von E-Lkw nach längerer Praxiserprobung“ wurden dabei 57 Transportunternehmen befragt, die schwere Elektro-Lkw seit mindestens einem Jahr im täglichen Einsatz nutzen. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: 93 Prozent der Befragten gaben an, zufrieden oder sehr zufrieden mit ihren E-Lkw zu sein. Besonders bemerkenswert: Viele der befragten Unternehmen bewerten die technischen Eigenschaften der E-Lkw besser als jene vergleichbarer Dieselmodelle. Laut der Untersuchung werden die Fahrzeuge für ihre hohe Zuverlässigkeit, den ruhigen Fahrkomfort sowie die niedrigen Betriebskosten gelobt. Gleichzeitig berichten zahlreiche Unternehmen von einer hohen Akzeptanz bei Fahrerinnen und Fahrern.

Die Zahlen der Studie zeigen zudem, dass der Einsatz elektrischer Nutzfahrzeuge längst nicht mehr nur auf kurze Innenstadtstrecken beschränkt ist. Ein erheblicher Teil der schweren E-Lkw fährt bereits heute regelmäßig längere Distanzen. Unternehmen, die in den vergangenen zwölf Monaten neue E-Lkw mit Reichweiten von mindestens 500 Kilometern angeschafft haben, erreichen laut Studie durchschnittliche Tagesfahrleistungen von 432 Kilometern.

70 Prozent der E-Lkw im Fernverkehr

Damit widerspricht die Realität vieler Fuhrparks zunehmend dem häufig gezeichneten Bild, E-Lkw seien allenfalls für Nischenanwendungen geeignet. Vielmehr etabliert sich die Technologie in großen Schritten auch im Fernverkehr. Rund 70 Prozent der Unternehmen mit neu angeschafften E-Lkw setzen diese inzwischen im regionalen oder nationalen Fernverkehr ein. Ein treibender Faktor ist hierbei auch die Mautbefreiung – ein Kostenvorteil, der im städtischen E-Nutzfahrzeug-Verkehr nicht vorliegt.

Ganz ohne Herausforderungen verläuft die Transformation allerdings nicht. Als größte Hürden nennen die Unternehmen weiterhin die hohen Anschaffungskosten, den Ausbau der Depotladeinfrastruktur sowie bürokratische Probleme bei Netzanschlüssen. Auch das öffentliche Ladenetz für schwere Nutzfahrzeuge gilt vielen Befragten noch als unzureichend. Doch trotz der hohen Startinvestitionen zeigt sich in vielen Fällen, dass die Total Cost of Ownership (TCO), also die Gesamtkosten über die gesamte Fahrzeugnutzungsdauer, auf längere Sicht deutlich preiswerter ausfallen.

Wasserstoff gegen E-Lkw wohl chancenlos

Interessant ist dabei der Kontrast zur allgemeinen Diskussion rund um die Elektrifizierung von Unternehmensflotten. Während in vielen Firmen ohne Elektro-Erfahrungen weiterhin Unsicherheit über Kosten, Ladeinfrastruktur oder Einsatzmöglichkeiten herrscht, zeigt die aktuelle Early-Adopter-Studie, dass sich viele Vorbehalte im praktischen Betrieb schnell relativieren. Unternehmen mit realer Erfahrung bewerten die Technologie deutlich positiver als jene, die sich bislang nur theoretisch damit beschäftigen. Das deckt sich auch mit früheren Untersuchungen des Öko-Instituts, wonach Wissenslücken und fehlende Praxiserfahrung weiterhin zentrale Hemmnisse darstellen.

Besonders deutlich wird die Stimmung bei der Frage nach der Zukunft. Abermals 93 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass batterieelektrische Lkw bis 2030 zum Standard im eigenen Fuhrpark werden. Andere alternative Antriebe wie Brennstoffzellen-Lkw oder Bio-CNG verlieren laut Einschätzung vieler Befragter dagegen zunehmend an Bedeutung.

Die Ergebnisse dürften auch deshalb Aufmerksamkeit erzeugen, weil die Debatte rund um alternative Antriebe im Schwerlastverkehr in den vergangenen Jahren häufig von Wasserstoff-Visionen geprägt war. Die Studien des Öko-Instituts legen jedoch nahe, dass batterieelektrische Lösungen im realen Alltag vieler Unternehmen deutlich schneller an Akzeptanz gewinnen als oftmals angenommen – und zudem in der Regel die günstigere und praktikablere Alternative sind.

Quelle: Öko-Institut – Akzeptanz von E-Lkw nach längerer Praxiserprobung

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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