Das europäische Unternehmen Milence konnte sich Finanzierungen in Höhe von insgesamt 120 Millionen Euro sichern, um damit die Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw in Europa weiter auszubauen. Derzeit betreibt Milence mit 34 Ladehubs in acht europäischen Ländern das größte öffentliche Ladenetz für den Schwerlastverkehr.
Der Finanzierungsvertrag wurde dabei von mehreren Partnern unterzeichnet, darunter Fonds und Banken. Die Finanzierung werde von der Europäischen Union im Rahmen des InvestEU-Fonds unterstützt und sei der Einstieg des Unternehmens in die breiteren Kapitalmärkte, so die Pressemitteilung. Die ursprüngliche Eigenkapitalinvestition der Gründungsaktionäre lag bei 500 Millionen Euro. „Die Unterstützung durch diese starke Gruppe internationaler Finanzierungspartner unterstreicht das Vertrauen sowohl in unsere Strategie als auch in die entscheidende Rolle der Ladeinfrastruktur für den Übergang zum elektrischen Straßengüterverkehr“, so Wolfgang Brand, Chief Financial Officer von Milence.
Die Finanzierung verschaffe dem Unternehmen flexible und skalierbare Mittel zur Unterstützung seiner kapitalintensiven Ausbaustrategie, wie Milence mitteilt. Mit den neuen Geldern soll die Einrichtung neuer Hubs, die Erweiterung bestehender Standorte und die Einführung des Megawatt-Ladesystems (MCS) finanziert werden.
Europäische Energiewende und Energieunabhängigkeit
Milence wurde als Joint-Venture von Daimler, Traton und Volvo gegründet, die Elektro-Lkw produzieren. Um den nachhaltigen Güter- und Fernverkehr auch wirtschaftlich tragbar zu machen, ist ein dichtes Ladenetz unerlässlich. Neben den 34 bestehenden Ladehubs befinden sich 16 weitere Hubs von Milence in der Entwicklung. Bis Ende 2028 sollen insgesamt 90 Hubs betriebsbereit sein.
„Die Sicherung dieser Finanzierung in Höhe von 120 Millionen Euro ist ein wichtiger Schritt beim Ausbau unseres Netzwerks in ganz Europa und spiegelt die starke Dynamik auf dem Markt wider“, so Anja van Niersen, Chief Executive Officer von Milence. „Der elektrische Straßengüterverkehr ist nicht nur von zentraler Bedeutung für die Dekarbonisierung des Verkehrs, sondern auch eine wichtige Säule der europäischen Energiewende und Energieunabhängigkeit, da er die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringert und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit stärkt.“
Die Investoren von Milence betonten verschiedene Aspekte der Zusammenarbeit. So sei das Unternehmen dank der engen Zusammenarbeit mit den führenden europäischen Lkw-Herstellern und seinem First-Mover-Vorteil im Bereich spezieller Lkw-Ladestationen für die zunehmende Elektrifizierung bestens positioniert, so Shirley Chojnacki von Edmond de Rothschild Bridge Platform und Jean-Francis Dusch von Bridge. Jeroen Plag, Chief Investment Officer bei Invest International, zufolge schließe Milence eine strukturelle Lücke im europäischen Verkehrssystem.
Da die Kundennachfrage nach nachhaltiger Logistik zunimmt, steige Milence zufolge auch der Bedarf an speziellen, leistungsstarken Ladelösungen für Lkw schnell. Vor allem angesichts der aktuell außergewöhnlich hohen Dieselpreise im Zusammenhang mit der Situation im Iran werden Elektro-Lkw immer wirtschaftlicher.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur sei jedoch uneinheitlich und müsse durch Finanzierungen sowie vereinfachte Genehmigungen beschleunigt werden, so die Pressemitteilung von Milence. Daher baut das Unternehmen sein Netzwerk sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr aus und konzentriert sich auf strategisch wichtige Transportrouten und Knotenpunkte. Im MCS-Laden nimmt Milence nach eigenen Angaben bereits eine Vorreiterrolle ein.
Quelle: Milence – Pressemitteilung vom 6. Mai 2026









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