PwC-Studie: E-Fuels reichen nicht einmal für Flugzeuge

PwC-Studie: E-Fuels reichen nicht einmal für Flugzeuge
Copyright:

Shutterstock / 2261125883

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Eine neue Studie der Unternehmensberatung PwC lässt erhebliche Zweifel daran aufkommen, dass zu den angepeilten Zeiten alleine für die Luftfahrt genug klimafreundliche E-Fuels zur Verfügung stehen könnten. Wie EFahrer.com berichtet, ist das Erreichen eines CO2-neutralen Luftverkehrs bis 2050 mit Blick auf die Untersuchungsergebnisse somit noch sehr illusorisch.

Um die Ziele zu erreichen, würde die internationale Luftfahrt nach PwC allein bis 2030 46 Millionen Tonnen Sustainable Aviation Fuels (SAF) benötigen – also aus erneuerbaren Energien gewonnene E-Fuels und biologische Kraftstoffe als Kerosinersatz. Bei der aktuell absehbaren Ausbaugeschwindigkeit könnte dieser Bedarf aber wohl selbst im besten Fall gerade einmal zur Hälfte gedeckt werden.

„Grünes Kerosin ist aktuell die einzige wirtschaftlich sinnvolle Technologie, um klimafreundlicheres Fliegen zu ermöglichen“, sagte Mitautor Dr. Jan H. Wille im Gespräch mit Solarserver.de. Flugzeuge mit Wasserstoff oder Akkus seien auf absehbare Zeit noch nicht für den internationalen Luftverkehr geeignet, auch wenn in diesem Bereich weiter intensiv geforscht werde. „Die Luftfahrt steht derzeit vor einer ähnlich tiefgreifenden Transformation wie die Automobilbranche“, sagte mit Dirk Niemeier ein weiterer Mitautor.

Ein Raffinerie-Boom muss her

Um tatsächlich alle Flugzeuge mit klimafreundlichen Energien zu versorgen, müssten laut Studie bis 2050 weltweit wohl eine Billion Euro (in Ziffern 1.000.000.000.000 Euro) investiert werden. „Um 2050 die CO₂-Neutralität zu erreichen, müsste laut PwC schon heute ein wahrer Raffinerie-Boom einsetzen“, schreibt EFahrer.com. Bis zu 200 Werke müssten innerhalb von nicht eimal 30 Jahren errichtet und in Betrieb genommen werden – und das alles, ohne dass auch nur ein Tropfen davon für die ebenfalls nur schwer gänzlich elektrisch abbildbare Schifffahrt genutzt werden könnte.

Und mit den Werken alleine ist es ja nicht getan. Solch riesige Mengen an Biokraftstoffen sind kaum möglich, ohne eigentlich für Nahrungsmittel nötige Ackerflächen umzuwidmen. Und zur Erzeugung von E-Fuels braucht es immense Mengen an erneuerbaren Energien. Denn um sie herzustellen, werden in der Regel aus Strom zunächst unter beachtlichen Energieverlusten Wasserstoff und anschließend unter ebenfalls großen Verlusten synthetische Kraftstoffe hergestellt. Einige Vertreter der Automobilbranche und Politik hoffen darauf, dass E-Fuels auch für Lkw und sogar Pkw perspektivisch in großer Menge genutzt werden könnten. Was das zusätzlich zu den zwingend notwendigen Anstrengungen für die Luft- und Schifffahrt bedeuten würde, kann man mit Blick auf die PwC-Studie grob erahnen.

Quelle: EFahrer.com – „Mangel an E-Fuel: Studie zeigt, dass es nicht einmal für Flugzeuge reicht“

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Analysen

Umstiege auf E-Autos erreichen Rekordwerte – bei Neu- und Gebrauchtwagen

Umstiege auf E-Autos erreichen Rekordwerte – bei Neu- und Gebrauchtwagen

Michael Neißendorfer  —  

Bei fast jedem achten privaten Fahrzeug-Wechsel in Deutschland wird inzwischen ein Auto mit Verbrennungsmotor durch ein E-Auto ersetzt.

E-Auto-Prämie: Niedrigere Einkommen profitieren am meisten

E-Auto-Prämie: Niedrigere Einkommen profitieren am meisten

Arun Niemann  —  

Mehr als 100.000 Anträge sind für die neue E-Auto-Prämie bereits eingegangen. Besonders häufig nutzen Haushalte mit niedrigem Einkommen die Förderung.

CO2-Studie: Verbrenner verschrotten lohnt sich fürs Klima fast immer

CO2-Studie: Verbrenner verschrotten lohnt sich fürs Klima fast immer

Daniel Krenzer  —  

Eine neue Studie zeigt: In 92 Prozent der untersuchten Fälle senkt der frühe Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto die CO₂-Emissionen.

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

Daniel Krenzer  —  

Beim Laden eines E-Autos können bis zu 24 Prozent Energie verloren gehen. Der ADAC zeigt, wie sich Ladeverluste mit fünf einfachen Tipps verringern lassen.

Automobilbarometer: E-Autos wecken neuen Fahrspaß

Automobilbarometer: E-Autos wecken neuen Fahrspaß

Sebastian Henßler  —  

E-Auto- und Hybridfahrer:innen legen laut einer aktuellen Studie besonders großen Wert auf Design und Ausstattung ihres nächsten Autos.

Diese Automarken profitieren stark von der E-Auto-Förderung

Diese Automarken profitieren stark von der E-Auto-Förderung

Daniel Krenzer  —  

Tesla führt bei den bewilligten Anträgen für die E-Auto-Förderung vor Škoda und Renault. Auf Konzernebene ergibt sich jedoch ein anderes Bild.

E-Autos machen im Juli fast 30 Prozent der Neuzulassungen aus

E-Autos machen im Juli fast 30 Prozent der Neuzulassungen aus

Daniel Krenzer  —  

78.609 neue Elektroautos wurden im Juli zugelassen und damit fast so viele wie Benziner und Diesel zusammen. Das sind 61,7 Prozent mehr als im Vorjahr.