BMW-Chef Zipse mit Appell für E-Fuels

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Daniel Krenzer
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Laut BMW-Chef Oliver Zipse sei die reine Konzentration auf eine Neuwagenregulierung für das Erreichen der Klimaziele der falsche Weg. Die EU hatte beschlossen, dass ab 2035 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zugelassen werden dürfen – also in erster Linie komplett batterieelektrische oder welche mit Brennstoffzellen. Bis dahin werde es aber einen Boom beim Kauf von Verbrennerfahrzeugen geben, meint Zipse in der „Bild“.

„Das wird passieren. Und es wäre das Gegenteil von dem, was wir alle wollen. Als Klima-Aktivist müsste man sagen: Das geht ziemlich in die Hose“, sagte der BMW-Chef demnach. Er geht davon aus, dass somit auch über das Jahr 2035 hinaus in Deutschland mehr als 60 Millionen Fahrzeuge weiterhin mit klimaschädlichem Benzin oder Diesel betrieben würden. Mit E-Fuels, also synthetischen Kraftstoffen, die aus elektrischer Energie und Wasserstoff erzeugt werden, könnten diese klimafreundlich betrieben werden.

Allmähliches CO2-Senken statt Enddatum?

„Wir können nicht einfach sagen, E-Autos sind die einzige Technologie. Was tun wir, wenn die Rahmenbedingungen für die E-Mobilität nicht eintreten? Sind wir dann überrascht?“, führte Zipse aus, wie Wallstreet Online berichtet. Stattdessen wünsche er sich eine politische Regelung, mit der jedes Jahr CO2 aus dem Gesamtsystem genommen werden muss, ohne dabei aber ein striktes Enddatum festzulegen.

Vor allem die deutsche Bundesregierung, federführend dabei die FDP, hatte in der EU darauf gedrängt, dass für E-Fuels zumindest eine Hintertür offenbleibt. So könnte es sein, dass ab 2035 auch Neufahrzeuge zugelassen werden könnten, die ausschließlich mit E-Fuels betrieben werden könnten. Dies ist aber aufgrund des erheblichen Energieaufwandes bei der Herstellung – diese müsste in Drittstaaten erfolgen, woraus neue Abhängigkeiten entstünden -, den damit einhergehenden zumindest aktuell noch sehr hohen Preisen sowie der lokal dennoch auftretenden Emissionen hochumstritten.

Genug E-Fuels für den Bestand?

Demgegenüber steht die Idee, zumindest den Bestand an Verbrennerfahrzeugen zunehmend mit E-Fuels zu betanken, um auch dort die Emissionen zu senken. Darum geht es offenbar auch Zipse. Allerdings scheint es fraglich, ob Unternehmen die nötigen Milliardenbeträge in die Herstellung von E-Fuels stecken werden, wenn diese nur noch für das Restleben von bestehenden Autos eingesetzt werden sollen. Da wünscht sich der BMW-Chef also allem Anschein nach andere Anreize. Interessanter scheinen synthetische Kraftstoffe da für die Luft- und Schifffahrt zu sein, wo batterieelektrische Lösungen schwieriger umsetzbar sind.

Quelle: Wallstreet Online – „BMW erwartet massiven Anstieg von Verbrenner-Verkäufen“

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Daniel Krenzer

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Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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