E-Cannonball soll in Sachsen zeigen: So viel Spaß macht E-Mobilität

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E-Canonball 2023 / Ove Kröger

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 4 min

Der E-Cannonball geht heute in vier Wochen, am 14. und 15. September, in seine inzwischen siebte Runde. Die Elektroauto-Rallye sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für viel Aufmerksamkeit innerhalb der Elektromobilitätsszene, aber auch darüber hinaus. In diesem Jahr geht es nach Sachsen, und vielleicht mehr als jemals zuvor will das Event wieder vermitteln, wie viel Spaß Elektroautos machen können.

Im Gespräch mit unserem Redakteur Daniel Krenzer, der diesmal erstmals selbst teilnehmen wird, hat „Mister E-Cannonball“ Ove Kröger verraten, auf was sich Teilnehmer und Zuschauer in diesem Jahr freuen können und wie es zur Entscheidung kam, in und um Dresden herum das inzwischen äußerst prominente Elektroauto-Event steigen zu lassen. Kröger hatte den E-Cannonball 2018 mit einem inzwischen ausgeschiedenen Partner ins Leben gerufen. Inzwischen ist er gemeinsam mit seiner Frau Arnie das Gesicht des Events.

Ove und Arnie Kröger / E-Cannonball

Elektroauto-News: Es gab inzwischen schon sechs E-Cannonballs, der siebte jetzt im September soll seine Vorgänger abermals übertrumpfen. Was habt ihr euch dafür einfallen lassen?
Ove Kröger: Vieles. Wir haben eine landschaftlich schöne und herausfordernde Rundstrecke durch das Erzgebirge geplant. Ein Highlight: Am Samstag nehmen alle Teilnehmer am Herbstmarkt in der Dresdener Innenstadt teil und können ihre Autos auf dem Altmarkt und der Umgebung präsentieren. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Elektromobilität zu fördern und die Möglichkeit zu schaffen, mit Passanten zu sprechen und aufzuklären.

Eigentlich ist die Elektroauto-Rallye ja kein Rennen im eigentlichen Sinne, sondern eher Stern- und Rundfahrt mit E-Auto-Schnitzeljagd. Doch in diesem Jahr soll es trotzdem auf die Rennpiste gehen. Was ist geplant?
Die Teilnehmer dürfen dieses Jahr ein Rennen mit Elektrokarts in der ArenaE in Mülsen fahren. Da bin ich mir sicher, dass das eine Menge Spaß bereiten wird.

Mit der Fahrzeugpräsentation auf dem Dresdner Altmarkt am Samstag, der Arena E in Mülsen und den Stationen entlang der Strecke gibt es dieses Mal besonders viele Stellen, an denen Besucher das Event hautnah erleben können. Weshalb lohnt sich der Besuch – und was sollten Zuschauer auf keinen Fall verpassen?
Die Zuschauer haben eine einmalige Chance, eine europaweit einzigartige Vielfalt an Elektroautos zu sehen und mit den Besitzern zu sprechen. Auch im Parc fermé am Samstagnachmittag im Hotel Mighty Twice besteht die Gelegenheit, auf nur einem Parkplatz alles zu sehen, was der E-Auto-Markt hergibt. Dabei freuen wir uns auf alle Teilnehmer. Besonders interessant sind aber natürlich die „Heroes„, also umgebaute Verbrenner-Fahrzeuge, die nun vollelektrisch unterwegs sind. Zuschauer sind willkommen, der Eintritt ist sowohl in Dresden als auch in Mülsen kostenfrei.

Es sind ja sicher wieder einige prominente Gesichter am Start, darunter viele bekannte Youtuber. Könnt ihr schon mehr verraten, wer dieses Mal vor Ort sein wird?
Angekündigt haben sich unter anderem Automobil-Journalist Alexander Bloch, Carmaniac, Elektrobays, Alex und Albert Bangula von Grip und dem Kanal Elektrisiert, Jens und Nazila Zippel vom Kanal Move electric, Frank Sieke vom Kanal Genration E, Oliver Krüger vom Kanal 163 grad, Wolfgang Vallant vom Kanal Ecario, Mate Gruber vom Kanal Instadriver, Robin Schmid vom Kanal Robin TV, Stefan Möller vom Kanal Nextmove und viele mehr. Außerdem wird es Überraschungsgäste geben.

Als Veranstaltungsregion habt ihr euch dieses Mal für Sachsen entschieden. Wie kam es dazu? Steckt da ein gewisser Missionarseifer dahinter? Schließlich dürfte in Sachsen der Anteil der E-Mobilitäts-Skeptiker noch vergleichsweise hoch sein.
(lacht) Nein gar nicht, wir finden die Gegend schön und wollten dort einfach mal fahren.

Zuletzt wird vor allem in Deutschland wieder intensiv über die Sinnhaftigkeit der Elektromobilität und den Verbleib des Verbrenners diskutiert, teilweise kochen die Emotionen hoch. Wie kann ein Event wie der E-Cannonball dabei helfen, da etwas Druck aus dem Kessel zu nehmen?
Er hilft seit 2018 dabei, indem er aufklärt, was schon alles möglich ist in der Elektromobilität. Wir zeigen, dass man sogar erheblich viel Spaß damit haben kann und wir lassen die Interessierten hautnah daran teilhaben – ob vor Ort oder beim traditionellen Livestream vor den Bildschirmen zuhause. Denn eines ist sicher: Das Verbrennen von Kraftstoffen jeglicher Art ist nicht die Zukunft.

Ihr betreibt einen hohen Aufwand, dass auch von zuhause aus das Event intensiv mitverfolgt werden kann. Was erwartet denn diejenigen, die zwar nicht nach Sachsen reisen können, aber dennoch den E-Cannonball an ihren Bildschirmen mitverfolgen wollen?
Die Schaltungen zu den Fahrern und den Locations werden sicher auch zuhause wieder viel Spaß bereiten. Man erfährt ständig, was gerade los ist und wo die Teilnehmer sich befinden. Hier nutzen wir ein eigens für diese Veranstaltung entwickeltes Trackingsystem. Auch bei den Prüfungen, welche die Teilnehmer auf der ArenaE durchführen müssen, kann man mitfiebern. Langweilig wird es nicht, dank der immer kurzweiligen Moderation unter anderem mit meiner Frau Arnie Kröger und vielen Gästen.

Alle Infos zum Event gibt es auf der Internetseite des E-Cannonballs

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Spiritogre:

Daum geht es ja nicht. Der Name ist einfach unpassend, da die Veranstaltung mit einem Cannonball nichts zu tun hat. Das Problem ist in Deutschland vielleicht, dass Filme wie Cannonball Run hier dann Auf dem Highway ist die Hölle los hießen und maximal Cannonball mit David Carradine dann weil damals ab 18 mit Originaltitel kamen, der Begriff hier also nicht so geläufig ist.
Ich meine, was an der Veranstaltung oben, erinnert an eine wildgewordene Kanonenkugel?

Spannend ist eher, dass solche Cannonballs in den USA eben noch immer stattfinden, inzwischen gut dokumentiert und teils komplett auf YT anschaubar. Scheinbar können die Verantwortlichen dann auch nicht nachträglich bestraft werden, sondern nur wenn sie in Flagranti erwischt wurden, sonst kann ich mir das auch nicht wirklich erklären.

Gastschreiber:

Dann können wir ja froh sein, dass man hierzulande keinen solchen Unsinn macht sondern sich auf bessere Dinge konzentriert.

Spiritogre:

Nicht wirklich ein Cannonball… Der ursprüngliche Cannonball ist ein Rennen wo es darum geht durch Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln so schnell wie möglich von der Ost- zur Westküste der USA zu kommen. Dafür sind nicht nur alle Autos mit Radarwarnern ausgestattet, es gibt es in der Regel auch vorab fahrende Autos, die die Strecke checken, dass keine Cops dort sind. Berühmt ist etwa die Rekordfahrt mit einem Porsche Taycan oder Tesla Model S wo sie jeweils knapp über 40 Stunden unterwegs waren.

Gastschreiber:

Ich drücke die Daumen, dass das Wetter mitspielt. Es scheint auch an der Organisation weiter optimiert worden zu sein.
Ich konnte einmal im Van der Valk, nahe Berlin den Startpunkt besuchen und dann einmal eine der Zwischenstationen Ionity an der Autobahn und den Endpunkt, leider total verregnet in Hamburg.
Selbst als interessierter Besucher empfand ich es als etwas hemdsärmelig und außer einmal kurz um die Autos huschen, war eigentlich wenig los. Dabei ist das Event m.E. schon eine feine Sache, doch irgendwie, als Besucher, fehlte mir ein Rahmenprogramm, das mit dabeibleiben lies.
Na vielleicht schau ich es mir dieses Jahr mal wieder an….

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