Dynamische Stromtarife und flexible Ladelösungen könnten in Deutschland vor einem deutlichen Wachstumsschub stehen. Das legt eine aktuelle Umfrage von Eon nahe. Demnach zeigen sich mehr als die Hälfte der Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, die bereits ein Elektroauto, eine Photovoltaikanlage oder eine Wärmepumpe nutzen, offen für einen Wechsel auf dynamische Stromtarife oder Festpreistarife mit flexiblem Energieservice.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich viele Verbraucher zunehmend mit der Frage beschäftigen, wie sie ihren Stromverbrauch zeitlich verschieben und damit Energiekosten senken können. Gerade bei Elektroautos bietet sich dieses Potenzial besonders an, da Ladevorgänge häufig flexibel in günstige Stunden verlegt werden können. Technisch dafür nötig ist ein Smart Meter.
Bereits frühere Eon-Umfragen hatten gezeigt, dass das Laden zuhause für die große Mehrheit der E-Autofahrer der bevorzugte Weg ist. Rund 71 Prozent laden ihr Fahrzeug überwiegend am eigenen Wohnort, auf dem Land sogar 88 Prozent. Die eigene Wallbox eröffnet dabei die Möglichkeit, intelligente Ladetarife und automatisierte Ladevorgänge zu nutzen.
Vielzahl der E-Auto-Fahrer besitzt PV-Anlage
Für Energieversorger und Netzbetreiber sind Elektroautos deshalb weit mehr als nur zusätzliche Stromverbraucher. Sie gelten als flexibel steuerbare Lasten, die bevorzugt dann geladen werden können, wenn viel erneuerbarer Strom im Netz verfügbar ist oder die Börsenstrompreise niedrig ausfallen.
Hinzu kommt, dass viele E-Auto-Fahrer bereits weitere Energiewendetechnologien nutzen. So verfügen laut Eon 55 Prozent der Eigenheimbesitzer mit Elektroauto über eine Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher, weitere 21 Prozent besitzen eine PV-Anlage ohne Speicher.
Seit dem 1. Januar 2025 sind Stromversorger mit mehr als 200.000 Kunden gesetzlich verpflichtet, dynamische Stromtarife anzubieten. Voraussetzung für die Nutzung ist in der Regel ein intelligentes Messsystem.. Dabei orientiert sich der Strompreis stündlich oder viertelstündlich an den Preisen der Strombörse. Wer Verbrauch flexibel verschieben kann, profitiert häufig von besonders günstigen Zeitfenstern.
Fahrtkosten lassen sich deutlich senken
Genau darin sehen viele Hausbesitzer offenbar einen Mehrwert. Flexible Tarife ermöglichen es beispielsweise, das Elektroauto automatisch nachts oder bei hoher Solarstromerzeugung zu laden, ohne dass sich Nutzer aktiv darum kümmern müssen. Solche Modelle stoßen laut Eon auf wachsendes Interesse.
Dass sich ein intelligentes Ladeverhalten finanziell lohnen kann, zeigen auch aktuelle Marktdaten. So berichtete Rabot Energy kürzlich, dass E-Autofahrer mit dynamischen Stromtarifen im ersten Quartal teils deutlich geringere Energiekosten hatten als Fahrer von Benzin- oder Dieselfahrzeugen. Im März lagen die Kosten bei lediglich 4,27 Euro pro 100 Kilometer, während Benzinfahrer im Durchschnitt mehr als 12 Euro pro 100 Kilometer zahlten. Über das gesamte erste Quartal ergaben sich Einsparungen von bis zu 59 Prozent gegenüber Benzinern und mehr als 50 Prozent gegenüber Dieselfahrzeugen.
Die aktuelle Eon-Umfrage zeigt damit, dass viele Hausbesitzer das Potenzial flexibler Stromtarife erkannt haben. Je stärker sich Elektroautos, Wärmepumpen, Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen miteinander vernetzen, desto größer dürfte künftig auch die Bereitschaft werden, Strom dann zu nutzen, wenn er besonders günstig und klimafreundlich verfügbar ist.
Quelle: Eon – Pressemitteilung vom 15. Juni 2026









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