Ladeinfrastruktur für E-Autos: Nur Malta verfehlt die Ausbauziele der EU

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Michael Neißendorfer
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Eine neue T&E-Analyse zeigt, dass bis auf ein einziges EU-Land alle Mitgliedstaaten die EU-Vorgaben für den Ausbau der Ladeinfrastruktur erfüllen und mit der wachsenden Zahl an E-Autos auf europäischen Straßen Schritt halten. Lediglich Malta verfehlt die Ziele demnach.

Zudem erreichen laut Analyse die meisten EU-Länder ihre Ziele für Schnellladepunkte entlang der Hauptverkehrsachsen. Diese sollen im Abstand von maximal 60 Kilometern verfügbar sein. Laut T&E wurde die Infrastruktur bereits vor dem kräftigen Anstieg der Elektroauto-Verkäufe in den Jahren 2025 und 2026 ausgebaut – ein Hinweis darauf, dass die Ausbauziele die Elektromobilität wie vorgesehen voranbringen.

EU-weit gab es Ende des vergangenen Jahres 1,1 Millionen öffentliche Ladestationen, fünfmal so viele wie 2020. Das EU-Gesetz zur Ladeinfrastruktur (AFIR) verpflichtet die Mitgliedstaaten, für jedes batterieelektrische Fahrzeug im nationalen Fahrzeugbestand mindestens 1,3 kW öffentliche Ladekapazität bereitzustellen. Bis Ende März 2026 schufen alle EU-Länder außer Malta ausreichend öffentliche Ladekapazitäten für die Anzahl der zugelassenen E-Autos. Rechnet man alle nationalen Ziele zusammen, dann übertrifft die EU das flottenbasierte Ziel sogar um 180 Prozent – Deutschland steht bei 160 Prozent.

T&E

Deutsche Autobahnen fast vollständig abgedeckt

Nach dem AFIR-Gesetz müssen zudem bis 2025 entlang der EU-Hauptverkehrsstraßen, den sogenannten TEN-V-Kern- und -Gesamtnetzen, alle 60 km Gleichstrom-Schnellladestationen (mit einer Leistung von 150 kW oder mehr) installiert werden. Im Juni 2026 haben 99 Prozent des deutschen Kernnetzes, hauptsächlich Autobahnen, dieses Ziel erreicht. In der gesamten EU sind es 79 Prozent des Kernnetzes. Die meisten verbleibenden Lücken gibt es in osteuropäischen Ländern und in Spanien. Die Analyse zeigt jedoch, dass hier die Netze an Ultraschnellladepunkten am schnellsten wachsen.

T&E

Beim Gesamtnetz – also dem weitergefassten europäischen Fernverkehrsnetz, das neben Autobahnen auch ausgewählte wichtige Hauptverkehrsstraßen umfasst – haben 20 der 27 EU-Mitgliedstaaten ihr für 2027 vorgesehenes Ausbauziel bereits 18 Monate vor Ablauf der Frist erreicht.

T&E zufolge könnten die distanzbasierten Ziele schnell zu 90 Prozent erfüllt werden, indem 70 Ladeparks an strategischen Standorten modernisiert oder neu installiert werden. Davon entfielen 22 auf Spanien, elf auf Polen und sieben auf Rumänien.

Friederike Sommerfeld, Senior Referentin für E-Mobilität bei T&E Deutschland, sagt: „Wer diesen Sommer mit einem E-Auto in Europa unterwegs ist, muss heute nicht mehr lange nach einer öffentlichen Ladestation suchen. Die EU-Ladeziele funktionieren wie geplant. In vielen EU-Ländern wächst die Zahl der Ladepunkte um einiges schneller als die der E-Autos. Herausforderungen hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit beim Laden sowie mangelnder Preistransparenz bestehen aber weiterhin. Damit E-Mobilität weiter an Attraktivität gewinnt, müssen diese Probleme gelöst werden – insbesondere für die Hälfte unserer Bevölkerung, die in Mehrfamilienhäusern wohnt und aktuell noch auf öffentliche Ladestationen angewiesen sind.“

Quelle: T&E – Pressemitteilung vom 21. Juli 2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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