Citroën sagt „Adieu“ zu sehr kleinen und sehr großen Autos

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Der französische Autohersteller Citroën will Kleinstwagen des A-Segments und größere Modelle oberhalb des C-Segments aus dem Portfolio streichen und sich stattdessen auf Autos in Europas größten Mainstream-Segmenten konzentrieren. „Wir müssen in den Hauptsegmenten sein, nicht in den Nischensegmenten“, sagte Citroën-CEO Thierry Koskas im Gespräch mit der britischen Autocar.

Citroën muss in den B- und C-Segmenten sein, da dies das Herz der Marke ist“, so Koskas. Das Modellangebot soll also künftig mit dem Kleinwagen C3 im B-Segment beginnen und bis zum Kompakt-Crossover C5 Aircross im C-Segment reichen. Geschichte wären somit Modelle wie der C1 oder wie die einst legendären Staatskarossen im Format eines C6.

Der C1 werde eingemottet, da Kleinstwagen nicht mehr profitabel entwickelt werden könnten, so der Citroën-Chef. „Wenn Sie in das A-Segment schauen, würden Sie erwarten, weniger zu zahlen als im B-Segment. Aber die Produktionskosten für uns sind die gleichen“, sagte Koskas. Eine Ausnahme sei das Microcar Ami, ein nur gut 400 Kilogramm schweres zweisitziges Elektro-Leichtfahrzeug der Fahrzeugklasse L6e, das in Deutschland schon ab 16 Jahren mit dem Führerschein AM gefahren werden darf und ab knapp 7000 Euro zu haben ist.

Der großen Lücke im Elektrofahrzeug-Angebot zwischen dem Ami und dem ab gut 20.000 Euro teuren ëC3 sei man sich bei Citroën bewusst. Sie zu füllen sei allerdings „nicht einfach“ und es gebe momentan auch keine Pläne für ein entsprechendes Modell. Auch einen Nachfolger für das D-Segment, aktuell besetzt mit der SUV-Kombi-Limousine C5 X, werde es nicht geben. Koskas sagte, dass das Mittelklasse-Modell zwar „nicht schlecht abschneidet“, es sich aber in einem Segment befinde, „das nicht existiert“.

Keine Fließhecks und SUV mehr: „Wir werden Risiken eingehen“

Koskas sagte auch, dass zukünftige Citroëns keine konventionellen Fließhecks oder SUVs mehr sein werden, weil „es in der DNA von Citroën liegt, neue Dinge vorzuschlagen“. Stattdessen werde die Marke bei zukünftigen Modellen „neue Formen, die es noch nicht gibt“ einführen, wie sie es mit dem Oli (All-ë) bereits vorgemacht haben. Mutig sind sie also, die Franzosen, auch dessen sei man sich sehr wohl bewusst: „Wir werden Risiken eingehen. Wir müssen den Markt erschüttern – und Citroën kann das tun“, so Koskas. „Und wir werden das im B- und C-Segment tun, das die überwiegende Mehrheit des europäischen Marktes ausmacht. Das ist, wo wir sein müssen“.

Citroen-E-Kleinwagen
Ein Vorgeschmack auf künftige Modelle? Der Oli wurde 2022 als Studie gezeigt. Quelle: Citroën / Stellantis

Koskas erklärte, dass das zukünftige Portfolio von Citroën daher auch „nicht so viele“ Modelle aufweisen werde. „Es gibt keine magische Zahl, aber fünf oder sechs Modelle, die gut positioniert sind und für Kunden wirklich attraktiv sind… Damit wäre ich schon glücklich“, so der Citroën-Chef. Bis 2030 soll der größte Teil des Umsatzes von Citroën mit Elektroautos bestritten werden. Die Marke plane aber, weiterhin auch Verbrenner und Hybride herzustellen, weil „wir als beliebte Marke allen erschwingliche Mobilität bieten müssen“.

Zuletzt erklärte Koskas, dass Citroën weiterhin darauf abziele, seine Botschaft der Einfachheit voranzutreiben und sicherzustellen, dass seine Modelle erschwinglich bleiben und nicht mit unnötiger Ausstattung überfrachtet sind. „Wir sind uns darüber im Klaren, was wir sind“, sagte Koskas, und fasste zusammen: „Erschwingliche Autos, einfache Autos, komfortable Autos. Wir sind keine Technologie-Weihnachtsbäume“.

Quelle: Autocar – Citroën will drop small and large cars to focus on profitability

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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