China plant vertieften Fokus auf Elektromobilität

China plant vertieften Fokus auf Elektromobilität
Copyright:

Shutterstock / 245773270

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Vor wenigen Tagen fand in China das EV100-Forum statt, bei dem die Visionen des Landes für alternative Antriebe und die Fahrzeugindustrie im Mittelpunkt standen. Lokale Medien berichteten über die Veranstaltung sowie die Eröffnungsrede von Shan Zhongde. Der stellvertretende Minister für Industrie und Informationstechnologie sprach dabei über die Branche, die bemerkenswerten Erfolge, die China im Bereich der alternativen Antriebe bereits erzielt habe sowie über die Schwierigkeiten und Herausforderungen in der Entwicklung.

Shan zufolge wird Chinas Autoindustrie an einer innovationsgetriebenen Entwicklung festhalten und will seine Führungsrolle bei der wissenschaftlichen und technologischen Innovation stärken. Zudem sollen die Talentförderung sowie Lieferketten in ihrer Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden.

Außerdem, so Shan, seien Anstrengungen in China notwendig, um die Entwicklung von Chips, Software und Betriebssystemen zu verstärken sowie die Anpassungsfähigkeit, die Sicherheit und den Ladekomfort von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zu verbessern. Auch die Batterieentwicklung und das autonome Fahren wurden thematisiert. Insgesamt überwiegen jedoch trotz aller Herausforderungen die Chancen für die Entwicklung der alternativen Antriebe in China, so Shan.

Verbesserungen des politischen Systems

Um die Fahrzeugindustrie bestmöglich zu unterstützen, könne sich das politische System in China noch weiter verbessern. Shan zufolge ist es notwendig, die industrielle Planung und Investitionslenkung weiter zu stärken, blinde Investitionen und überflüssige Bauten einzudämmen und Vorschriften einzuführen, die die Produktion von Elektroautos beschleunigen.

Um Unternehmen bei der Verbesserung der Qualität, der Senkung der Kosten, bei Fusionen und Umstrukturierungen zu unterstützen, sollen in Zukunft mehr Pilotprojekte auf Managementebene initiiert werden. Diese sollen traditionelle Automobilunternehmen bei der Transformation zu alternativen Antrieben unterstützen sowie zu offener Zusammenarbeit und dem Vorgehen gegen unlauteren Wettbewerb anregen.

Bereichsübergreifende Innovationen

Um Innovationen bestmöglich zu fördern, betonte Shan die Notwendigkeit bereichsübergreifender Integration. Beispielsweise können intelligente, vernetzte Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu den verbesserten Sicherheitsstandards beitragen, ebenso wie eine höhere Produktqualität. Vernetzte Fahrzeuge sowie die Straßeninfrastruktur werden zudem zunehmend in Cloud-Systeme integriert und es werden Demonstrationsanwendungen für fortschrittliche autonome Fahrzeuge auf Stadtebene durchgeführt.

Um die Elektrifizierung sowie die Nutzung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben in allen Bereichen des Landes zu fördern, seien Tauschprogramme in Arbeit, um alte gegen neue Fahrzeuge zu tauschen. Außerdem werde neben der Tausch- auch die Ladeinfrastruktur untersucht, insbesondere in ländlichen sowie öffentlichen Bereichen.

Offene, internationale Zusammenarbeit

Ein weiterer Schwerpunkt der Eröffnungsrede von Shan war die internationale Zusammenarbeit, an der die chinesische Industrie weiter festhalten werde. Mittels internationaler Allianzen und Öffnung soll das Industriesystem verbessert werden. Die chinesische Industrie begrüße weiterhin verstärkte Investitionen und technologische Kooperationen in der Automobilindustrie von Unternehmen aus aller Welt.

Quelle: CarNewsChina – EV100 Forum: China’s vision for new energy vehicle industry

worthy pixel img
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in China Elektroauto

Deutsche Autobauer in Peking: Kampf um Relevanz dauert an

Deutsche Autobauer in Peking: Kampf um Relevanz dauert an

Wolfgang Gomoll  —  

BMW, Mercedes, Audi und VW kämpfen in Peking um Relevanz. Außerhalb der Luxusklasse hinken die Europäer im größten Automarkt der Welt weit hinterher.

Mercedes GLC wird in Peking als Hoffnungsträger vorgestellt

Mercedes GLC wird in Peking als Hoffnungsträger vorgestellt

Daniel Krenzer  —  

Mit dem elektrischen Mercedes GLC will der deutsche Hersteller Marktanteile in China erobern, doch dieses Unterfangen ist kein leichtes.

Jetta soll VW in China retten – reicht das?

Jetta soll VW in China retten – reicht das?

Wolfgang Gomoll  —  

Škoda scheitert in China mit 15.000 Jahresverkäufen, Jetta soll es richten. Mit etwa 12.480 Euro Zielpreis greift VW im härtesten Segment des Markts an.

Changan erwägt Produktion in Spanien

Changan erwägt Produktion in Spanien

Maria Glaser  —  

Mit einem neuen Werk in Spanien als Teil seiner Expansionsstrategie in Europa könnte Changan die Strafzölle der EU auf E-Autos aus China umgehen.

Auto China 2026: Peking setzt auf Luxus statt Billig-Stromer

Auto China 2026: Peking setzt auf Luxus statt Billig-Stromer

Wolfgang Gomoll  —  

Die Beijing Auto Show 2026 zeigt den Wandel: Chinas Autobauer setzen auf große SUVs, Luxus-Vans und Range Extender statt auf kleine, günstige Elektroautos.

Neue LFP-Batterie von CATL: von 10 bis 80 Prozent in vier Minuten

Neue LFP-Batterie von CATL: von 10 bis 80 Prozent in vier Minuten

Daniel Krenzer  —  

CATL präsentiert neue Batteriegenerationen mit extrem kurzen Ladezeiten und höherer Effizienz – das entkräftet jedes Vorurteil gegenüber der E-Mobilität.

Zwei große E-SUV sollen Nio neuen Schwung verleihen

Zwei große E-SUV sollen Nio neuen Schwung verleihen

Daniel Krenzer  —  

Der Marktdruck in China ist aktuell groß, doch Nio will dem mit zwei neuen und riesigen E-SUV begegnen.