Chemnitzer Spedition investiert in E-Lkw-Ladepark

Chemnitzer Spedition investiert in E-Lkw-Ladepark
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Arun Niemann
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  —  Lesedauer 3 min

Zwar kann bisher noch niemand mit Sicherheit sagen, wie schnell sich die Elektrifizierung im Lkw-Fernverkehr durchsetzen wird, aber trotzdem wird von der Chemnitzer Spedition ECL schon jetzt die nötige Infrastruktur dafür geschaffen. Obwohl E-Lkw häufig als zu teuer, zu kompliziert und zu reichweitenschwach gesehen werden, investiert der Geschäftsführer von ECL euro.COURIER Logistics, Sebastian Fankhänel, rund 1,6 Millionen Euro in einen neuen Parkplatz. Dieser soll am Firmensitz an der Jagdschänkenstraße schon bald Ladeinfrastruktur für bis zu acht Elektro-Lkw bieten.

Dabei fließt ein erheblicher Teil der Investitionssumme in die Ladetechnik. Doch für Fankhänel ist es das wert: Sein Motto einer „enkeltauglichen Zukunft“ könne schließlich nur durch eine emissionsfreie Logistik erreicht werden, die er durch diesen Schritt mitaufbauen möchte. Bisher verbrennt das Unternehmen noch über 800.000 Liter Diesel pro Jahr, der klassische Diesel-Lkw ist das Rückgrat des Betriebs mit rund 80 Fahrern. Doch das soll sich ändern: Schon jetzt sind acht kleinere vollelektrische Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Teil der Flotte des Unternehmens.

Erste Erfahrungen mit Elektro-Lkw sind positiv

Natürlich ist die Umstellung der großen Lkw auf den Elektrobetrieb kein einfacher Schritt. Fankhänel zufolge kostet ein E-Lkw derzeit noch gut zwei Drittel mehr als ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Doch schon jetzt testet ECL einen vollelektrischen 40-Tonner im Arbeitsalltag. Dieser Sattelzug pendelt seit mehr als einem halben Jahr zwischen Chemnitz und Hamburg.

Die Strecke kann ohne Zwischenladen bewältigt werden, der eingesetzte Fahrer sei laut Fankhänel sogar so überzeugt, dass er nie wieder zum Diesel zurückkehren möchte. Zusätzlich wird ab September ein weiterer elektrischer 40-Tonner der Marke MAN getestet. Danach will das Unternehmen darüber entscheiden, welche E-Lkw in Zukunft angeschafft werden.

Ein Zaun, der gleichzeitig Strom erzeugt

Der nötige Strom für die geplante Ladeinfrastruktur mit acht Stellplätzen soll zum Teil selbst vor Ort produziert werden. Dafür setzt man bei ECL auf eine bisher eher unkonventionelle Lösung und will eine ohnehin nötig werdende Umzäunung des neuen Grundstücks doppelt nutzen. So ist statt eines normalen Zauns ein vier Meter hoher „Solarzaun“ in Planung.

Die Idee des Geschäftsführers Fankhänel sieht vor, dafür 58 bifaziale Solarmodule senkrecht aufzustellen, welche von der angrenzenden A72 aus sichtbar wären. Die Module sollen Licht von beiden Seiten aufnehmen können, da sie in Ost-West-Richtung ausgerichtet sind. Zwar bleibt die klassischerweise fokussierte Spitzenlast einer Südausrichtung so teilweise ungenutzt, dafür verteilt sich die Stromproduktion aber gleichmäßiger über den Arbeitstag.

Von der Anlage verspricht man sich eine Leistung von 32 kWp und sie soll durch eine Speicherlösung ergänzt werden, um einen größeren Teil des produzierten Stroms nutzbar zu machen. Trotzdem wird dies nicht ausreichen, um den kompletten Energiebedarf von bis zu acht ladenden E-Lkw abzudecken, weshalb man zusätzlich grünen Strom zukaufen will. Der Ladepark für Lkw soll bereits Mitte September in Betrieb genommen werden. Fankhänel zufolge ist das generelle Interesse am Projekt im umliegenden Gewerbegebiet sehr groß.

Trotz aller Zuversicht geht ECL mit der Investition ein finanzielles Risiko ein, und es ist noch nicht klar, ob sich das Ganze auszahlen wird. Schließlich sind Elektro-Lkw noch sehr teuer und weit davon entfernt der Standard zu werden. Doch für eine emissionsfreie Zukunft braucht es eben genau diese Art von Pionierarbeit, welche im besten Fall beweisen wird, dass die Elektrifizierung des Fernverkehrs langfristig auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Quelle: YouTube – Chemnitzer Spedition investiert in Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw

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Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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