Peter Hauk, CDU: „Emissionsfreie Mobilität müsse für die Bürger bezahlbar und attraktiv sein“

Peter Hauk, CDU: „Emissionsfreie Mobilität müsse für die Bürger bezahlbar und attraktiv sein“
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1173563074

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Anfang Mai 2018 hat die EnBW nun erstmalig die Diskussionen um die Netzstabilität beim vermehrten Einsatz von E-Autos aus der Theorie in die Praxis geholt. In der Belchenstraße in Ostfildern südlich von Stuttgart, stehen von Mai an, neben den bisherigen Verbrenner, auch E-Autos. Vertreten sind hierbei vom BMW i3 bis zum Tesla verschiedenste Modelle, die nun nicht nur die Parkplätze konkurrieren, sondern auch um den Strom in der Belchenstraße.

Erstes Fazit aus der EnBW „E-Mobility-Allee“

Nach etwas mehr als einem Jahr konnte die EnBW ein erstes Fazit ziehen und aufzeigen, dass selbst mehrere Haushalte mit E-Fahrzeugen in einer Straße das Stromnetz nicht an die Grenze bringen.  Hierfür müsse jedoch die Voraussetzung gegeben sein, dass dieses gut ausgebaut ist.

In der Belchenstraße sei das Verteilnetz derzeit auf Haushaltsgeräte ausgerichtet, die viel weniger Strom verbrauchen als ein E-Auto. So war man sich bereits vor dem Start des Projektes sicher, dass ein einzelnes Auto problemlos eingebunden werden kann. Viel gefährlicher seien jedoch die Bedarfsspitzen. Diese können auftreten, wenn viele Menschen nach Feierabend nach Hause kommen und ihr Elektroauto aufladen. In Hinblick darauf wollte man untersuchen, welche Belastung das Stromnetz aushalten kann, beziehungsweise wie es ausgebaut werden muss, um der Mobilität von Morgen gerecht zu werden.

In der Simulation bracht das gleichzeitige Laden der zehn Versuchsfahrzeuge das Kabel zwar an die Belastungsgrenze, aber es habe sich gezeigt, dass „dies in der Realität gar nicht vor kommt“, wie  Selma Lossau, die Projektleiterin der E-Mobility-Allee zu verstehen gab. Nachweisbar haben die meisten Fahrzeuge zwar in den Abendstunden am Kabel geladen, allerdings an unterschiedlichen Tagen – maximal fünf Fahrzeuge waren gleichzeitig am Laden. Zudem habe man den Vorteil den Strom entsprechend zu steuern, wodurch der Ladevorgang durch mehrere am Stromnetz hängende Autos eine Stunde länger dauern kann, der Kunde es allerdings nicht merkt, da die Fahrzeuge eh über Nacht geladen werden.

Selbst die komplette Umstellung aller deutschen PKW – immerhin mehr als 40 Millionen Stück – auf Elektroantrieb würde zu keinerlei Energieengpässen führen, selbst wenn sie ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt werden, so ein offizielles Dokument des Bundesumweltministeriums

CDU fordert finanzielle Anreize um Ladevorgänge zu steuern

Norbert Simianer, der Fraktionsvorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, ist einer der zehn von der Netze BW auserwählten Probanden in der E-Mobility-Allee der EnBW. Ihm wurde im Mai vergangenen Jahres ein Renault Zoe zur Verfügung gestellt, der mit Strom betrieben wird. Probleme, das Fahrzeug aufzuladen, habe er in der bisherigen Testphase „nie gehabt“. Dafür mit der sinkenden, realen Reichweite im Winter, welche allerdings nicht im Fokus der EnBW-Studie stehe.

Im Rahmen eines Pressetermins, der über Ergebnisse des Netzlabors informierte, gab Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) zu verstehen, dass eine wichtige Erkenntnis sei, dass das Lademanagement und die richtige Verteilung entscheidend seien. Zudem muss „eine emissionsfreie Mobilität für die Bürger bezahlbar und attraktiv“ sein, so Hauk weiter.

Laut Projektleiterin Selma Lossau, sei die benötigte Strommenge, Verteilung und zeitliche Verfügbarkeit beherrschbar – vorausgesetzt die lokalen Verteilnetze seien ausreichend ertüchtigt. Daher lässt sich festhalten: „Ohne Netzausbau werden wir es nicht schaffen“. EnBW geht in Summe von bis zu 500 Millionen Euro aus, welche benötigt werden, um Elektromobilität alltagstauglich machen zu können.

Um die Ladezyklen zu entzerren, bedürfe es zudem finanzieller Anreize, ist der Verbraucherschutzminister Peter Hauk überzeugt. Er fordert deshalb „spezielle variable Tarife, die zu lastschwachen Zeiten den Strom günstiger anbieten“. Hierzu müsse der Bundesgesetzgeber jedoch erst entsprechende Verordnungen erlassen. Des Weiteren fordert Hauk: „Steuerliche Anreize für eine emissionsfreie Mobilität“, aus seiner Sicht würden diese „den Pendlerinnen und Pendlern helfen und kämen direkt den ländlichen, wie auch den urbanen Räumen zugute“, so der baden-württembergische Verbraucherschutzminister.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – Feldversuch in Ostfildern: Elektroautos werden nie gleichzeitig geladen

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Daniel Krenzer  —  

Europa holt bei Elektroautos auf, doch China beschleunigt mit KI und günstigen Batterien. Auf der VDE-Konferenz wird Europas Strategie hinterfragt.

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Daniel Krenzer  —  

Die Ladeinfrastruktur wächst, doch Netzanschlüsse bremsen den Ausbau. Auf der VDE-Konferenz diskutiert die Branche über E-Lkw und bidirektionales Laden.

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Daniel Krenzer  —  

Chinesische Automobilhersteller könnten bis 2035 den Weltmarkt dominieren. Eine KPMG-Studie zeigt, wie sich die globale Rangordnung verändern dürfte.

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

Daniel Krenzer  —  

Laut ICCT könnte eine Lockerung der EU-CO₂-Vorgaben bis 2035 rund 185.000 Arbeitsplätze kosten. Besonders betroffen wäre die deutsche Automobilindustrie.

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.