Breite Akku-Garantie soll Sorge vor E-Autos mindern

Breite Akku-Garantie soll Sorge vor E-Autos mindern
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1614773875

Wolfgang Plank
Wolfgang Plank
  —  Lesedauer 2 min

Beim Verbrenner ist meist der Motorschaden die finanzielle Katastrophe, beim E-Auto ist der Stromspeicher das Risiko. Gibt er den Geist auf, drohen enorme Kosten – in den meisten Fällen dürfte es sich sogar um einen Totalschaden handeln. Um den Kunden diese Angst zu nehmen, sollen Hersteller von Elektroautos in Zukunft dazu verpflichtet werden, eine Mindesthaltbarkeit für Traktionsbatterien zu gewährleisten.

Auf einen vorläufig noch unverbindlichen Entwurf für eine solche Regelung haben sich die Mitglieder des „Weltforums für die Harmonisierung fahrzeugtechnischer Vorschriften“ der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) geeinigt, meldet unter anderen „electrive.net“ unter Berufung auf verschiedene Quellen. Sollte die Regelung in Kraft treten, wären Autohersteller dazu verpflichtet, bei Akkus nach 5 Jahren oder 100.000 Kilometer mindestens 80 Prozent Restkapazität zu gewährleisten – nach 160.000 Kilometer oder 8 Jahren immerhin noch mindestens 70 Prozent.

Ziel der UNECE ist dabei nach eigenen Angaben, mit solchen Vorgaben den Einsatz von qualitativ schwachen Batterien zu verhindern und das Verbraucher-Vertrauen nachhaltig zu stärken. Für die Autobauer würde die Regelung keine allzu große Herausforderung darstellen. Die Anforderungen werden schon jetzt in den meisten Garantiebedingungen erfüllt – zum Teil werden sogar noch höhere Laufleistungen zugestanden.

In einem Punkt würde die Regelung aber sogar noch weiter gehen: Die Verbraucher könnten künftig eine Art Auskunftsrecht erhalten. So müssten genaue Informationen über den Zustand und die verbleibende Kapazität der Batterie kostenlos zur Verfügung gestellt werden, wird André Rijnders zitiert, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Umweltverschmutzung und Energie (GRPE). Derlei Informationen lieferten gerade bei gebrauchten E-Autos wertvolle Hinweise.

Neben der EU, den USA und China unterstützen auch Japan, Kanada, Südkorea und Großbritannien den Vorstoß. Im März kommenden Jahres soll eine Abstimmung der Nationen zum Entwurf einer verbindlichen Regelung folgen, der anschließend die Länder noch zustimmen und sie dann vermutlich ab 2023 in nationales Recht überführen müssen. Die UNECE erwartet bis 2025 einen Anteil von E-Autos im globalen Gesamt-Fahrzeugmarkt von 10,4 bis 19 Prozent. 2020 lag der Anteil noch bei 4,6 Prozent.

Quelle: electrive.net – UN-Wirtschaftskommission will Mindesthaltbarkeit für EV-Batterien

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobilregionen der EU fordern gezieltere Investitionen zur Unterstützung des Übergangs zu Elektroautos und eine klare Richtung.

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

Sebastian Henßler  —  

Mehr als die Hälfte aller LFP-Patente stammt aus China. Europa kommt 2024 auf knapp sieben Prozent, obwohl die Grundlagen in den USA und Kanada entstanden.

Neue OECD-Studie: Autojobs verlagern sich nach Mittel- und Osteuropa

Neue OECD-Studie: Autojobs verlagern sich nach Mittel- und Osteuropa

Arun Niemann  —  

Eine neue OECD-Studie zeigt, wie Elektrifizierung, Digitalisierung und die Konkurrenz aus China Europas Autojobs verändern.

Wo Europas Autoindustrie 3 Milliarden Euro liegen lässt

Wo Europas Autoindustrie 3 Milliarden Euro liegen lässt

Michael Neißendorfer  —  

Die Krise von Europas Automobilindustrie ist nicht nur eine Folge schwacher Nachfrage, chinesischer Konkurrenz oder des Übergangs zur Elektromobilität.