BMW und Daimler erwägen Zusammenarbeit bei wichtigen Komponenten

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Die in Süddeutschland beheimateten Autohersteller Daimler und BMW erwägen einem Medienbericht zufolge die Zusammenarbeit bei der Herstellung wichtiger Automobilkomponenten. Dies würde die traditionellen Konkurrenten im Premium- und Luxussegment enger als je zuvor binden und die grundlegenden Veränderungen der Branche widerspiegeln.

Die beiden Hersteller prüfen demnach derzeit Optionen, wie die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugplattformen, Batterien und Technologien für Elektroautos und autonome Fahrzeuge realisiert werden kann, berichtet Bloomberg mit Verweis auf mit dem Vorhaben vertraute Personen, die anonym bleiben wollen. Die Zusammenarbeit soll auf Technologien beschränkt sein, die nicht markenspezifisch sind. Daimler und BMW wollten sich zu dem Bericht zunächst noch nicht äußern.

Unter dem Druck, in selbstfahrende Elektroautos zu investieren, wenden sich die Autohersteller zunehmend an die Wettbewerber, um die Kosten zu senken und Synergieeffekte zu erzielen. Volkswagen etwa verhandelt momentan mit Ford über die Zusammenarbeit bei Transportern und autonomen Fahrzeugen. Diese Partnerschaften sind auch ein Weg, um im Rennen um die Dominanz digitaler Dienste agiler zu werden, wo sich auch immer mehr geldstarke Technologiegiganten wie Alphabet (Google) tummeln.

Daimler will seiner Modellpalette in den nächsten vier Jahren zehn neue Elektrofahrzeuge hinzufügen, BMW will bis 2025 zwölf reine Batteriemodelle anbieten. Die neue Partnerschaft würde die bestehenden Kooperationen von Daimler und BMW erheblich vertiefen. Die deutschen Hersteller arbeiten bereits beim Kauf von Komponenten wie zusammen und kauften im Jahr 2015 gemeinsam mit Volkswagen das Digitalkarten-Unternehmen Here Technologies für 2,5 Milliarden Euro. Im Frühjahr diesem Jahr einigten sich Daimler und BMW darauf, ihre jeweiligen Carsharing-Plattformen Car2Go und DriveNow miteinander zu kombinieren.

Angesichts der komplexen Natur von Produkt- und Technologiezyklen könnte die Realisierung einer Partnerschaft möglicherweise Jahre in Anspruch nehmen, so Bloomberg. Die Entwicklung neuer Autos vom ersten Entwurf bis zum Ausrollen der Serienmodelle kann eine jahrzehnt-lange Planung erfordern, was die Zusammenarbeit erschwert.

BMW arbeitet bereits seit längerer Zeit mit Toyota zusammen, etwa um gemeinsam die Sportwagen Z4 und Supra herzustellen und Wasserstoffautos zu erforschen. Daimler wiederum ist am Automobilkonzern Renault-Nissan beteiligt und stellt mit den beiden Partnern unter anderem Motoren her.

Quelle: Bloomberg – BMW, Daimler Are Said to Mull Cooperation on Key Components

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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