Der Vorstand der BMW AG hat die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2026 deutlich nach unten angepasst. Auslöser seien Belastungen im operativen Geschäft sowie ein Einmaleffekt aus der Intensivierung und Beschleunigung von Struktur- und Effizienzmaßnahmen, die bereits im zweiten Quartal zu einem deutlichen Rückgang bei Ergebnis sowie Free Cashflow gegenüber dem Vorjahr geführt hätten, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung.
Die negative Entwicklung im chinesischen Automobilmarkt hat sich demnach im zweiten Quartal weiter beschleunigt – insbesondere bei nicht elektrifizierten Fahrzeugen. Die China Passenger Car Association hat ihre Marktprognose für das Gesamtjahr mehrfach nach unten korrigiert, zuletzt am Montag dieser Woche. Dies führt zu einer intensiveren Wettbewerbssituation in China und in Ländern der Region Asien-Pazifik, der sich die BMW Group nicht entziehen kann. Positive Volumenentwicklungen in Europa und USA können die Absatzentwicklung in China und Asien-Pazifik nicht kompensieren.
Zudem halten die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten entgegen den bisherigen Annahmen des Unternehmens weiter an. Zum einen steigern die unverändert hohen Energiepreise die Unternehmenskosten. Zum anderen belastet die aus dem Konflikt resultierende Unsicherheit zunehmend das Konsumverhalten in zahlreichen Märkten weltweit.
Neben den Belastungen im operativen Geschäft will die BMW Group die laufenden Kostensenkungen durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen intensivieren und beschleunigen. Deren Effekte sollen in den Folgejahren sichtbar werden. Diese Maßnahmen belasten das Ergebnis einmalig im zweiten Halbjahr 2026, so BMW.
„Wir haben ein starkes Produktmomentum: Mit der Neuen Klasse bringen wir in den nächsten beiden Jahren das stärkste BMW Portfolio der Geschichte auf die Straße“, sagte der Vorsitzende des Vorstands der BMW AG, Milan Nedeljković. „Gleichzeitig werden wir unsere aktuellen Strukturen und Prozesse an die sich drastisch verschärfenden Marktbedingungen anpassen. Unsere unternehmerische Verantwortung gebietet es deswegen, dass wir unsere laufenden Maßnahmen nochmals deutlich intensivieren und beschleunigen. Es geht um Geschwindigkeit und Effizienz.“
Vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklungen passt die BMW Group ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 wie folgt an:
- Auslieferungen Segment Automobile: leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr (bisher: auf Vorjahresniveau)
- EBIT-Marge Segment Automobile: im Korridor von 1-3 Prozent
(bisher: im Korridor von 4-6 Prozent) - RoCE Segment Automobile: im Korridor von 1-5 Prozent
(bisher: im Korridor von 6-10 Prozent) - Konzernergebnis vor Steuern: deutlicher Rückgang
(bisher: moderater Rückgang) - CO2-Emissionen Scope 3: auf Vorjahresniveau
(bisher: leichtes Wachstum) - Den Free Cashflow im Segment Automobile erwartet die BMW Group größer 2,5 Milliarden Euro. Die Ausschüttungsquote im Korridor von 30 bis 40 Prozent des Ergebnisanteils der Aktionäre der BMW AG und das aktuell laufende Aktienrückkaufprogramm sollen unverändert bleiben.
Hochlauf der Neuen Klasse soll Aufschwung bringen
Unverändert setzt das Unternehmen seine Produktstrategie weiter mit hoher Geschwindigkeit um und bringt die Technologien der Neuen Klasse in sein gesamtes Portfolio: Bis 2027 sollen mehr als 40 neue und überarbeitete Modelle vorgestellt werden Der vollelektrische BMW iX3 erfreut sich bereits seit seiner Weltpremiere auf der IAA im September 2025 einer überaus starken Nachfrage – unter den bestellten, vollelektrischen BMW Fahrzeugen in Europa ist seither rund jedes dritte ein iX3. Aufgrund der hohen Nachfrage läuft das Werk in Debrecen (Ungarn) bereits im Zweischichtbetrieb.
Das zweite Neue Klasse Modell hat im März seine Designpremiere in München gefeiert: der vollelektrische BMW i3. Auch für die Elektro-Limousine spricht BMW von „herausragenden Rückmeldungen“. Wie sich das in den Geschäftszahlen widerspiegelt, wird sich noch zeigen müssen.
Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 17.06.2026









Wird geladen...