BMW i7 ohne 800 Volt – aber mit 720 km Reichweite

BMW i7 ohne 800 Volt – aber mit 720 km Reichweite
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Stefan Grundhoff
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  —  Lesedauer 4 min

Mercedes hat es mit S-Klasse und EQS jüngst vorgemacht – jetzt stellt auch BMW sein überarbeitetes Aushängeschild vor: den Doppelpack aus 7er und elektrischem i7. Optisch hat sich gerade an der Front beim Nobel-Schlachtschiff einiges getan, die neue Generation fährt selbstbewusster vor denn je.

Die Zeiten von filigranen Formen sind markenübergreifend gerade bei den Luxusmodellen vorbei. Hier bestimmen allein die Kunden in Asien und den USA den Auftritt, denn in Europa ist die Nachfrage mittlerweile überschaubarer denn je. Das sieht man auch dem neuen BMW 7er sowie seinem elektrischen Zwillingsbruder i7 an.

BMW i7 mit kaum veränderter Seite und Heck – aber stattlicher neuer Front

Während das 2027er-Modell an Seitenlinie und Heckansicht nur leicht überarbeitet wurde, gibt es von vorn einen stattlichen Auftritt. Ein massiger Kühler und noch stärker getrennte Lichtelemente sorgen für einen durchaus polarisierenden Auftritt – am nötigen Prestige mangelt es ihm dabei jedoch nicht. Der Markt ist kleiner geworden, denn Audi hat sich mit dem A8 etwas überraschend aus der Luxusklasse verabschiedet. Und so hat das Luxusmodell aus Dingolfing nur noch zwei direkte Gegner: die Mercedes S-Klasse und das bisher nur mäßig erfolgreiche EQS-Schwestermodell mit Elektroantrieb.

BMW | Neue Front des BMW i7

Bei BMW gibt es beide Antriebsarten nach wie vor in einem Dress – der Kunde hat die Wahl, ob er seinen 7er als Plug-in-Hybrid, mit Dieselantrieb oder als i7-Elektroversion auf den Straßen dieser Welt sehen will. Das Basismodell ist der 294 kW (400 PS) starke BMW 740 xDrive mit einem Einstiegspreis von 117.900 Euro, denn die eigentliche Grundversion des 735 wird in Europa nicht angeboten.

Darüber rangieren die i7-Elektromodelle (50, 60 und M70 – ebenfalls obligatorisch mit Allradantrieb, einem 112-kW-Akku und einem Leistungsspektrum von 335 kW / 455 PS und 500 kW / 680 PS) zwischen 121.400 und 182.400 Euro. Unverändert wichtig für Europa: der 230 kW / 313 PS starke BMW 740d xDrive ab 122.900 Euro – ebenfalls wie alle anderen Verbrenner ohne PHEV-Modul und nur mit einem 48-Volt-Bordnetz ausgestattet.

BMW | Heckansicht des BMW i7

Die beiden Plug-in-Hybride 750e und 760e – ebenfalls obligatorisch Allradler – leisten 360 kW / 489 PS sowie 450 kW / 612 PS mit elektrischen Reichweiten bis 82 Kilometer. Während Mercedes bei seinem überarbeiteten EQS-Elektro-Topmodell auf ein zeitgemäßes 800-Volt-Bordnetz umstieg, bleibt BMW bei der bisherigen 400-Volt-Technik. Die maximale Ladeleistung steigt jedoch auf immerhin 250 kW. Die maximale Reichweite: rund 720 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp.

Panoramic Display hält Einzug im BMW i7

An das neue Cockpit müssen sich die Nutzer gewöhnen, denn die bekannte Aufteilung mit gut ablesbaren Instrumenten hinter dem Lenkrad und einem zentralen Bildschirm wurde durch das sogenannte Panoramic Display ersetzt, das mit dem neuen BMW iX3 eingeführt wurde. Das damit kombinierte klobige Lederlenkrad mit neuen Tastern bleibt Geschmacksache. Wichtige Bedienfunktionen werden entweder per Sprache oder über einen zentralen 17,9-Zoll-Zentralbildschirm gesteuert.

BMW | Blick in den Innenraum des i7

 

BMW | Blick in den Innenraum des i7

Immerhin ist der neue 7er jetzt auch mit einem 14-6-Zoll-Beifahrerdisplay ausgestattet, das bisher fehlte. Auch die Fahrerassistenzstufe drei – bisher nur in Deutschland bis Tempo 60 verfügbar – wurde gestrichen, nunmehr muss das niedriger positionierte Level-2+-System aus BMW 5er und i5 reichen, um ohne Hände in eine teilautonome Zukunft zu reisen. Auch Mercedes hatte das Level-3-System bei S-Klasse und EQS gestrichen. Der Produktionsstart im BMW Group Werk Dingolfing und die fließende Markteinführung in Deutschland beginnen ab Juli.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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