BMW baut sein Werk im mexikanischen San Luis Potosí zu einem zentralen Standort für die Produktion vollelektrischer Autos aus. Ab 2027 sollen dort Fahrzeuge auf der Neue-Klasse-Plattform sowie Hochvoltbatterien in einem gemeinsamen Komplex entstehen. Damit wird die Anlage im Bundesstaat Villa de Reyes zu einem von bislang vier BMW-Standorten weltweit, an denen Neue-Klasse-Modelle gefertigt werden, neben Debrecen in Ungarn, dem Stammwerk München und Shenyang in China. Zugleich zählt das Werk zu den fünf globalen Standorten für die Montage von Batterien der sechsten Generation.
Für die Umrüstung investiert BMW Group mehr als 500 Millionen Euro in ein neues Zentrum zur Montage von Hochvoltbatterien, das eine Fläche von über 80.000 Quadratmetern umfassen wird. Parallel entstehen auf mehr als 110.000 Quadratmetern zusätzliche Kapazitäten für die Produktion der neuen Modelle BMW iX3 und BMW i3. Auch die Bereiche Karosseriebau, Montage und Logistik werden im Zuge der Umstellung erweitert. Der Ausbau folgt dabei dem Prinzip „Local for Local“, nach dem die Fertigung strategischer Bauteile näher an den Ort des Fahrzeugzusammenbaus rücken soll. Ziel ist es, Lieferketten widerstandsfähiger zu machen, die betriebliche Effizienz zu steigern und die mit der Logistik verbundenen Umweltauswirkungen zu verringern.
Insgesamt hatte BMW die Investition für den Umbau bereits 2023 mit 800 Millionen Euro angekündigt. Die kumulierte Investitionssumme am Standort liegt inzwischen bei umgerechnet rund 1,72 Milliarden Euro. Mit der Umstellung wird San Luis Potosí zur ersten Fabrik eines Premiumherstellers in Mexiko, die sowohl vollelektrische Autos als auch Hochvoltbatterien fertigt. Das Neue-Klasse-Projekt hat nach Unternehmensangaben bereits Investitionen von mehr als 280 Millionen Euro durch in Mexiko ansässige Zulieferer ausgelöst.
Zehn Jahre Werksgeschichte in Villa de Reyes
Der Ausbau fällt zeitlich mit dem zehnten Jahrestag der Grundsteinlegung des Werks zusammen, das BMW 2016 auf einem 300 Hektar großen Gelände in Villa de Reyes errichtete. Die Produktion lief 2019 an. Seither wurden am Standort mehr als eine halbe Million Autos gefertigt, darunter der BMW 3er sowie das BMW 2er Coupé und der M2, die beide ausschließlich in Mexiko hergestellt werden. Aktuell beschäftigt das Werk rund 3700 Mitarbeitende und war an der Schaffung von mehr als 32.000 weiteren Arbeitsplätzen im Bundesstaat beteiligt.
„Die Geschichte von BMW Group in San Luis Potosí zeigt, dass Ergebnisse über die Produktionslinien hinausreichen, wenn eine langfristige Vision, das passende Talent und eine solide Zusammenarbeit zwischen Industrie, Regierung und Wissenschaft zusammenkommen“, so Klaus von Moltke, Präsident und CEO von BMW Group Planta San Luis Potosí. Die Exporte aus Villa de Reyes seien seit Produktionsstart um 1600 Prozent gewachsen, die Gemeinde erwirtschafte inzwischen 42 Prozent der gesamten Exporte des Bundesstaates und rund 30 Prozent seiner Bruttoproduktion.
Zulieferer und Nachwuchskräfte profitieren gleichermaßen
Rund um das Werk hat sich außerdem eine breite Zulieferstruktur etabliert. BMW arbeitet in Mexiko mit 310 Produktionsstandorten von Zulieferern zusammen, jedes weltweit gefertigte BMW-Auto enthält mittlerweile mindestens zwei Bauteile aus dem Land. Ergänzt wird das industrielle Engagement durch Ausbildungsprogramme: Das 2015 gestartete duale Ausbildungsprogramm hat bislang mehr als 570 junge Menschen ausgebildet, von denen 95 Prozent anschließend übernommen wurden. Zusätzlich haben mehr als 1200 Studierende von 30 Universitäten an Entwicklungsprogrammen des Unternehmens teilgenommen, und über 110 mexikanische Mitarbeitende waren bereits an internationalen Projekten in Ländern wie Deutschland, Ungarn, China, den USA und Südafrika beteiligt.
Quelle: BMW – Pressemitteilung









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