BMW stellt Regensburger Werkslogistik von Batterie auf Wasserstoff um

BMW stellt Regensburger Werkslogistik von Batterie auf Wasserstoff um
Copyright:

BMW / Baubeginn im BMW Group Werk Regensburg: Der stellvertretende Werkleiter Olaf Möllhoff verlegt zusammen mit Projektleiterin Katharina Radtke und Prof. Dr. Georg Barfuß (berufsmäßiges Stadtratsmitglied und Leiter des Referates für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen der Stadt Regensburg) symbolische die erste Leitung für eine neue Wasserstoff-Infrastruktur.

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Im Regensburger Fahrzeugwerk setzt die BMW Group in der Produktionslogistik künftig auf Wasserstoff: Ab 2026 sollen Wasserstoff-betriebene Routenzüge und Gabelstapler bei Transport- und Logistikaufgaben im Presswerk, im Karosseriebau und der Fahrzeugmontage eingesetzt werden und die bisherigen Batterie-elektrischen Fahrzeuge nach und nach ersetzen. Beim symbolischen Startschuss der Bauarbeiten auf dem Dach einer Werkshalle Anfang Dezember legten Vertreter des Werks und der Stadt Regensburg gemeinsam die erste Edelstahlleitung für das zukünftige Wasserstoffnetz.

Schon ab dem zweiten Halbjahr 2026 soll über die neue Leitung Wasserstoff befördert werden, der zur Betankung von Routenzug-Schleppern und Gabelstaplern für die Bauteileversorgung der Produktion dient. Für den stellvertretenden Werkleiter Olaf Möllhoff entsteht so ein Stück Standortzukunft: „Die sukzessive Umstellung unserer Intralogistikflotte von Elektro- auf Wasserstoffantrieb leistet einen Beitrag zur BMW iFactory. Wir erweitern damit den Energiemix.“

Insgesamt erhält das BMW Group Werk Regensburg ein sechs Kilometer langes Leitungsnetz sowie sechs dezentrale Indoor-Tankstellen in der Produktion. Als Herzstück des neuen Wasserstoffnetzes wird eine Outdooreinheit mit kleinem Pufferspeicher aufgebaut, an die künftig der Wasserstoff angeliefert wird. Im ersten Halbjahr 2026 soll der Probebetrieb starten. Beginn des Serienbetriebs mit zunächst rund 85 von 230 Fahrzeugen ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant. Bis 2031 soll die schrittweise Umstellung von Elektro- auf Wasserstoffantrieb der Logistikflotte abgeschlossen sein. Angeliefert wird der Wasserstoff per Lkw durch spezielle Trailer.

„Mit dem Einsatz von Wasserstoff gestalten wir unsere Intralogistik hochflexibel und skalierbar. Die Betankung ist in kürzester Zeit möglich. Sie erfolgt an dezentralen Tankstellen entlang der Logistikwege“, erläutert Projektleiterin Katharina Radtke. Aktuell ist die Regensburger Werkslogistikflotte komplett mit batteriebetriebenen Fahrzeugen ausgestattet. Die bei Flurförderfahrzeugen eingesetzten Batterien müssen jedoch pro Schicht rund zwei Mal gewechselt werden, was mit etwas Aufwand verbunden ist: Das Handling beim Batterietausch erfolgt manuell per Kran, der gesamte Tauschprozess dauert etwa eine Viertelstunde.

Für zusätzliche Zeitersparnis sollen künftig die direkt vor Ort in den Produktionsbereichen platzierten Zapfstellen sorgen. Zudem könne durch den Entfall des Batteriewechsels nach der Umstellung die Flotte an Flurförderzeugen verkleinert und eine Werksfläche von etwa 800 Quadratmetern anderweitig genutzt werden, die bisher noch von Batterieladestationen belegt sind.

„Als Wirtschaftsreferent halte ich es für einen wichtigen Standortfaktor, dass Unternehmen die Möglichkeit haben, sich mit bezahlbarer erneuerbarer Energie aus der Region zu versorgen. Wasserstoff ist dabei ein vielversprechender Baustein dieser Energielösung. Dass große Arbeitgeber wie BMW auf Wasserstoff setzen, ist ein wichtiges Signal in die Region und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, bekräftigte auch Prof. Dr. Georg Barfuß, berufsmäßiges Stadtratsmitglied und Leiter des Referates für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen der Stadt Regensburg.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 01.12.2025

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in BMW Elektroautos

BMW iX3 M60 xDrive startet im Frühjahr 2027

BMW iX3 M60 xDrive startet im Frühjahr 2027

Sebastian Henßler  —  

Der BMW iX3 M60 xDrive leistet 450 kW, kommt bis zu 754 Kilometer weit und lädt mit 400 kW. Gebaut wird das Top-Modell ab Frühjahr 2027 in Debrecen.

BMW iX4: SUV-Coupé der Neuen Klasse kostet ab 70.900 Euro

BMW iX4: SUV-Coupé der Neuen Klasse kostet ab 70.900 Euro

Patrick Solberg  —  

Der BMW iX4 ergänzt die Neue Klasse als SUV-Coupé. Zum Start im März gibt es zwei Allradversionen ab 70.900 Euro, das 612 PS starke M60 folgt Mitte 2027.

BMW erprobt Wasserstoff-Verbrenner in der Logistik

BMW erprobt Wasserstoff-Verbrenner in der Logistik

Michael Neißendorfer  —  

Im BMW Group Werk Leipzig startet die Erprobung eines 18-Tonnen-Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor im realen Werksverkehr.

BMW Leipzig: Wasserstoff für die Lackiererei, nicht fürs Auto

BMW Leipzig: Wasserstoff für die Lackiererei, nicht fürs Auto

Sebastian Henßler  —  

Das BMW-Werk Leipzig erhält bis 2028 eine rund zwei Kilometer lange Pipeline zum Wasserstoff-Kernnetz. Profitieren soll vor allem die Lackiererei.

Wie BMW sich gegen die Krise stemmt

Wie BMW sich gegen die Krise stemmt

Michael Neißendorfer  —  

BMW gibt einen Ausblick auf seine Zukunftsplanung. Das Ziel ist, die Resilienz des Unternehmens und die Wettbewerbsfähigkeit der Strukturen zu erhöhen

BMW i3: Elektrischer 3er mit bis zu 912 km Reichweite

BMW i3: Elektrischer 3er mit bis zu 912 km Reichweite

Sebastian Henßler  —  

Erstmals gibt es den BMW 3er als reines E-Auto. Zunächst gibt es zwei Allrad-Modelle, die günstigeren Varianten folgen später.

Made in Germany: Neuer BMW i3 samt Batterie aus Bayern

Made in Germany: Neuer BMW i3 samt Batterie aus Bayern

Sebastian Henßler  —  

BMW investiert rund zwei Milliarden Euro in den neuen 3er. Der vollelektrische i3 entsteht in München, seine Batterien kommen aus Irlbach-Straßkirchen.