Bertrandt stellt autonomes Shuttle auf Insel Mainau vor

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Bertrandt

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Im Rahmen des 3. Mainauer Klimadialogs stellte der Engineeringpartner Bertrandt sein autonomes Shuttle BumbleB auf der Insel Mainau vor. Ziel ist der praktische Nachweis, dass autonome Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr nicht nur technisch realisierbar, sondern auch wirtschaftlich betreibbar sind – vor allem im ländlichen Raum, der vom ÖPNV oft abgehängt ist.

Die Mobilitätswende stellt besonders ländliche Regionen vor große Herausforderungen. Es zeigt sich vor allem ein zentrales Grundproblem: Schon heute fehlen im öffentlichen Personenverkehr in Deutschland – laut einer Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen – rund 20.000 Busfahrerinnen und Busfahrer – Tendenz steigend. Die Insel Mainau, bekannt für ihre nachhaltige Ausrichtung, bot dem automatisierten Shuttle BumbleB von Bertrandt die Bühne für eine erste Präsentation unter realen Bedingungen.

BumbleB will dabei mehr sein als nur ein technologisches Experiment: Bertrandt will damit einen Meilenstein für die Verkehrswende in Deutschland setzen. Mit dem Einsatz von Open-Source-Technologien und dem MVP-Prinzip (Minimum Viable Product) verfolgt das Unternehmen das Ziel, digitale Souveränität zu stärken und autonome Shuttles wirtschaftlich effizient zu gestalten. Die Insel Mainau könnte ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige, autonome Mobilitätslösungen im ländlichen Raum werden.

„Noch stehen wir am Anfang. Doch unsere Denkmuster haben wir bereits durchbrochen. Wir müssen handeln wie Software-Entwickler, nicht wie Automobilisten. Die Herausforderung ist heute aber weniger die Technologie als vielmehr ein neues Mindset. Wir streben eine Lösung an, die funktioniert, skaliert und echten Mehrwert schafft“, sagt Alexander Merkel, Abteilungsleiter im Bereich Electronics & Virtual Testing Solutions bei Bertrandt.

Für Bertrandt steht beim Projekt BumbleB die gemeinsame Weiterentwicklung von Fahrzeug, Software, Infrastruktur und Betrieb im Fokus. Dabei setzt das Unternehmen konsequent auf Open-Source-Prinzipien, nicht nur in der Software, sondern auch bei der Mechanik. Zudem stärkt Bertrandt seine digitalen Kompetenzen, um technologische Eigenständigkeit zu sichern.

„Das kann den ÖPNV revolutionieren“

Gleichzeitig führt das Unternehmen Gespräche mit verschiedenen Gemeinden, um praxisnahe Use Cases für die Ausweitung von BumbleB auf weitere Standorte zu gestalten. Bertrandt will so seine Rolle über die reine Entwicklungsdienstleistung hinaus erweitern und sich als verlässlicher Partner positionieren, der gemeinsam mit anderen Akteuren Lösungen von der Idee über die praktische Umsetzung bis hin zu Mobility-System-as-a-Service anbieten möchte.

Das autonome Shuttle BumbleB sowie die damit verbundenen Visionen und Projekte stellte das Unternehmen im Rahmen des 3. Mainauer Klimadialogs auch dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann vor. Gemeinsam mit Markus Ruf, Finanzvorstand der Bertrandt AG, erlebte Verkehrsminister Hermann eine Fahrt mit dem Shuttle – vom Veranstaltungsort im Herzen der Insel Mainau bis zum Inseleingang.

Der Verkehrsminister zeigte sich demnach von der Innovation beeindruckt: „Autonome Shuttles wie das BumbleB zeigen, wie mit neuen digitalen Technologien selbstfahrende Fahrzeuge funktionieren. Solche Shuttles können in ländlichen Räumen, in Randgebieten und Randzeiten in Zukunft ein flexibles und günstiges ÖPNV-Angebot ermöglichen. Bertrandt nutzt für die Entwicklung die sogenannte Open-Source-Methode, setzt auf Kooperation, Transparenz und Souveränität. Das kann den ÖPNV revolutionieren.“

Quelle: Bertrandt – Pressemitteilung vom 10.11.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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