Wer an der Autobahn tankt, zahlt knapp 20 Prozent drauf

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die hohen Preise an DC- und HPC-Ladestationen, an denen Elektroautos auf Langstrecke besonders schnell Strom nachfassen können, verurteilen viele E-Auto-Fahrer:innen als Wegelagerei; und vielen E-Auto-Skeptikern dient dieses Preisgefüge als beliebtes Argument, um in Foren und an Stammtischen gegen Stromfahrzeuge zu wettern. Allerdings: Von Wegelagerei an den Autobahnen sind auch Verbrenner-Fahrer nicht verschont, wie der ADAC beobachtet hat.

Denn Autofahrer, die zum Tanken eine Autobahntankstelle in Deutschland ansteuern, zahlen kräftig drauf. Eine Stichprobe des ADAC vom Frühjahr 2024 zeigt, dass Super E10 an Tankstellen, die direkt an der Autobahn liegen, im Schnitt je Liter 39,3 Cent teurer war als an nächstgelegenen Tankgelegenheiten an der nächsten Ausfahrt. Für Diesel mussten die Autofahrer im Mittel 38 Cent je Liter mehr bezahlen. Insgesamt hat der ADAC die Kraftstoffpreise an 40 Autobahntankstellen entlang der 15 längsten deutschen Autobahnen zeitgleich mit den Spritpreisen der jeweils nächstgelegenen Tankstation abseits der Autobahn verglichen.

Die Preisaufschläge sind nach wie vor deutlich, wenn auch im Maximum etwas geringer als noch im Vorjahr. So stellte der ADAC innerhalb eines der Tankstellenpaare an der Autobahn A2 Nähe Hamm eine maximale Preisdifferenz von rund 50 Cent bei Diesel und 54 Cent bei Super E10 fest. Während des gesamten Beobachtungszeitraums lagen die Autobahn-Preise für Super E10 und Diesel im Schnitt immer oberhalb von 2 Euro.

Der ADAC kritisiert die Höhe der Kraftstoffpreise an den Autobahntankstellen deutlich und empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern dringend, um die Tankstellen an den Autobahnen einen Bogen zu machen und entweder schon vorher zu tanken oder kurz von der Autobahn abzufahren.

Verbraucher können demnach erheblich sparen, wenn sie zum Tanken abfahren: Bei einer 50-Liter-Tankfüllung Super E10 betrugen die durchschnittlichen Mehrkosten an der Autobahn im Rahmen der Stichprobe knapp 20 Euro – ein Aufschlag von 21 Prozent. Autofahrer, die Diesel tankten, zahlten auf den Autobahnen fast 19 Euro mehr (plus 22 Prozent). Bei den Tankstellen mit den größten Preisdifferenzen bewegten sich die Mehrkosten auf der Autobahn sogar im Bereich von 30 Prozent.

Eine begleitende repräsentative Online-Umfrage des ADAC vom Frühjahr 2024 unter mehr als 2000 erwachsenen Personen in Deutschland ergab, dass bereits heute 82 Prozent der Autoreisenden in der Regel abseits der Autobahn tanken. Von denjenigen, die auf der Autobahn an die Zapfsäule fahren, tanken dann allerdings auch etwa zwei Drittel das Fahrzeug voll.

Der ADAC weist darauf hin, dass sich der meist kurze Umweg zu einer Tankstelle abseits der Autobahn praktisch immer lohnt. Wie viel dabei gespart werden kann, sei von verschiedenen Faktoren abhängig. Unterstützung bei der Tankentscheidung leisten die verschiedenen Spritpreis-Apps, die über die aktuellen Preise informieren und einen Preisvergleich ermöglichen. Der ADAC hat die Stichprobe im April und Mai 2024 anhand der Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe durchgeführt. Ausführliche Ergebnisse gibt es unter www.adac.de/spritpreisvergleich

Quelle: ADAC – Pressemitteilung vom 27.06.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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