Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die eigentlich ausschließlich für China entwickelten Elektroautos AUDI E5 Sportback und AUDI E7X über einen freien Importeur auch nach Deutschland gelangen. Nun zieht Audi offenbar die Reißleine: Der Hersteller hat rechtliche Schritte gegen den Importeur Auto China eingeleitet. Die beiden Modelle sind dort inzwischen nicht mehr erhältlich.
„Wir haben gegenüber dem Importeur rechtliche Schritte eingeleitet und werden unsere Rechte konsequent durchsetzen“, erklärte eine Audi-Sprecherin laut Automobilwoche. Welche konkreten juristischen Maßnahmen die Ingolstädter VW-Marke Audi ergriffen hat, lässt das Unternehmen mit Verweis auf das laufende Verfahren offen. Faktisch zeigen sie jedoch bereits Wirkung: E5 Sportback und E7X sind von der Webseite des Importeurs verschwunden.
Damit endet zumindest vorerst ein ungewöhnlicher Umweg, über den deutsche Kunden Zugriff auf zwei besonders interessante Elektroautos aus dem Audi-Kosmos hatten. Die gemeinsam mit SAIC aufgebaute Marke AUDI – bewusst ohne die bekannten vier Ringe – wurde eigens für China geschaffen. Ihre Fahrzeuge basieren auf einer gemeinsam entwickelten Plattform und verbinden Audi-Technik mit chinesischer Software, Elektronik und digitalen Diensten.
Audi hatte sich zunächst zurückhaltend gezeigt
Als die Parallelimporte im August bekannt wurden, reagierte Audi zunächst vergleichsweise zurückhaltend. Das Unternehmen verwies lediglich darauf, dass die Modelle gezielt für die Anforderungen chinesischer Kunden entwickelt und ausschließlich für diesen Markt vorgesehen seien. Von rechtlichen Schritten war damals noch keine Rede.
Auto China bot den E5 Sportback zuletzt ab 59.980 Euro und den größeren E7X ab 72.900 Euro an. Nach Angaben aus dem Umfeld des Importeurs war das Interesse groß, erste Fahrzeuge sollen bereits verkauft worden sein. Exemplare des E5 wurden demnach unter anderem in Hamburg und Frankfurt gesichtet.
Besonders bemerkenswert war dabei der Preisunterschied zu China. Dort kostet der E5 Sportback regulär zwischen rund 236.000 und 320.000 Yuan, die bis zu 579 kW starke Topversion somit umgerechnet nur gut 40.000 Euro. Transport, Zoll, Homologation, Garantieangebote und die technische Anpassung für Europa verteuern einen solchen Direktimport allerdings erheblich.
VW hat ähnlichen Rechtsstreit bereits gewonnen
Dass ein solcher Parallelimport ohne Zustimmung des Herstellers rechtlich riskant sein kann, zeigte bereits ein Fall bei Volkswagen. Ein Händler hatte 22 Exemplare des ausschließlich für China entwickelten VW ID.6 Crozz nach Deutschland gebracht. Das Landgericht Hamburg gab Volkswagen im März 2026 in einem Teilurteil überwiegend Recht. Nach Auffassung des Gerichts verletzte der Vertrieb unter anderem Marken- und Designrechte, da die Fahrzeuge nicht mit Zustimmung Volkswagens im Europäischen Wirtschaftsraum in Verkehr gebracht worden waren. Das Urteil war zunächst noch nicht rechtskräftig.
Der Fall dürfte erklären, warum Audi nun ebenfalls konsequenter gegen die Importe vorgeht. Einen offiziellen europäischen Marktstart von E5 Sportback oder E7X plant das Unternehmen weiterhin nicht. Audi bezeichnet AUDI ausdrücklich als China-exklusive Marke; weitere speziell für den dortigen Markt entwickelte Modelle sollen folgen.
Für andere China-Modelle bleibt der Direktimport dagegen zumindest bislang möglich. Auto China bietet weiterhin Fahrzeuge unter anderem von Xiaomi, Zeekr und weiteren chinesischen Marken an. So gelangen beispielsweise Modelle wie der Xiaomi SU7 nach Europa, obwohl sie hier offiziell noch gar nicht vertrieben werden.
Quelle: Automobilwoche – Rechtliche Schritte: Audi stoppt AUDI-Import








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