Audi-Finanzvorstand: „Wir müssen die Kritiker in Elektroautos bekommen“

Audi-Finanzvorstand: „Wir müssen die Kritiker in Elektroautos bekommen“
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Michael Neißendorfer
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Audi-Finanzvorstand Alexander Seitz sprach in einem Interview mit dem Elektroauto-Magazin Edison über die hohen Investitionen in Elektromobilität, die Zukunft beim autonomen Fahren und wie man Kritiker von Elektroautos überzeugen kann.

Das Investment in Elektroautos und andere Zukunftsthemen wie das autonome Fahren in Höhe von gut 14 Milliarden Euro innerhalb der kommenden fünf Jahre sei „eine gewaltige Größenordnung“, so Seitz. Schließlich handele es sich um einen sehr hohen Betrag angesichts des Gesamtetats von 40 Milliarden Euro. Umso mehr komme es „darauf an, dass wir uns auf das konzentrieren, was für den Kunden einen echten Unterschied macht und im Markt ankommt.“ Audi wolle mit seinen Elektroautos auf Kundenfang gehen und „auch zusätzliche Marktanteile gewinnen“.

Audi achte dabei aber auch „sehr genau auf die Wirtschaftlichkeit. Sowohl für den Kunden, als auch für das Unternehmen im Return of Investment.“ Dabei könne Audi sehr stark von seiner Zugehörigkeit zum Volkswagen-Konzern profitieren: „Die Skaleneffekte, die wir in unserem Konzernverbund realisieren, stimmen mich zuversichtlich“, sagt Seitz in dem Interview.

Seitz ist sich trotz aller Startschwierigkeiten von Elektroautos sicher, dass „die Lust auf die Elektromobilität auch in der Breite kommen“ wird: „Das habe ich an mir selbst gemerkt: Wenn Sie das erste Mal eine längere Zeit mit einem Elektroauto fahren, finden Sie sich sehr schnell in der neuen Welt zurecht – und haben richtig Spaß.“ Die Elektromobilität werde bald „ganz normal und die Befürchtungen, die einige noch haben, verschwinden.“ Wichtig sei es „die Leute – auch die Kritiker – in die Autos bekommen. Dann spricht ein Elektroauto für sich.“

Auf die Batterie mit als wichtigstes Bauteil angesprochen sagt Seitz, dass die modular aufgebauten Batterien in Audi-Elektroautos darauf ausgelegt seien, „sie mit unterschiedlichen Zellen befüllen zu können“. Das erleichtere und erweitere die Auswahl geeigneter Zellhersteller und ermögliche es, schneller auf Fortschritte bei der Batterietechnologie zu reagieren.

Seitz ist es auch wichtig zu betonen, dass ein Audi trotz der Konzernweit verwendbaren MEB-Plattform für Elektroautos immer ein Audi sein werde. Schließlich könne jede Marke die Plattform „selbst anders abstimmen. Etwa für einen VW-Kunden auf Reichweite optimiert, für einen Audi-Kunden auf Fahrdynamik“. Das sei „über das Batterie-Management-System oder auch das Fahrwerk möglich.“

„Die Infrastruktur ist das A und O“

Ähnliches gelte auch für die PPE-Architektur für große und sportliche Elektroautos, die Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt: „Porsche will es super-dynamisch, wir aber dann doch mit mehr Komfort für die Langstrecke gepaart mit einem dynamischen Fahrverhalten. Damit sprechen wir einen anderen Kunden an als Porsche.

Eines sei „klar“, wenn es um den Durchbruch von Elektroautos geht: „Die Infrastruktur muss vorangetrieben werden, das ist das A und O“, so Seitz. Auch der Staat müsse „beim Infrastruktur-Aufbau weiter eine aktive Rolle spielen. Das kann nicht von den Autobauern alleine geleistet werden.“ Wenn es zum Beispiel „auch im privaten oder halb-privaten Raum gelingt, die Infrastruktur weiter zu verbessern – sei es als Arbeitgeber oder durch gesetzliche Vorgaben, dass bei Neubauten eine gewisse Anzahl an Wallboxen installiert werden muss – wird das der Elektromobilität einen weiteren Schub geben.“

Quelle: Edison – Audi-Finanzvorstand Seitz: „Keine roten Zahlen mit Elektroautos“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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