28 neue Elektrobusse für Darmstadt bis 2021

28 neue Elektrobusse für Darmstadt bis 2021
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Aus den Fördermitteln des Sofortprogrammes „Saubere Luft“ für die Beschaffung von Elektrobussen gehen 9,6 Millionen nach Darmstadt. Konkret geht das Geld in diesem Fall an die kommunalen Gesellschaften HEAG mobilo GmbH und ENTEGA AG, die damit im Busbetrieb den Systemwechsel auf Elektroantrieb voranbringen wollen. Der Darmstädter Verkehrskonzern HEAG mobilo betreibt gut die Hälfte seiner Nahverkehrsleistungen mit elektrischen Straßenbahnen. In Zukunft will der Mobilitätsdienstleister auch das innovative Potential von Elektrobussen im ÖPNV nutzen und den Systemwechsel im Omnibusbereich voranbringen.

In Zusammenarbeit mit seinem kommunalen Schwesterunternehmen, der ENTEGA AG, will der Mobilitätsdienstleister nach und nach bis 2025 herkömmliche Dieselbusse durch rein elektrisch betriebene Batteriebusse ersetzen. Das Bundesministerium für Umwelt hat den beiden Unternehmen für das gemeinschaftliche Projekt jeweils einen eigenen Förderbescheid erteilt. So erhält die HEAG mobilo eine Förderung in Höhe von rund 8,9 Millionen Euro für die Beschaffung von 28 Elektrobussen bis 2021.

„Die knapp neun Millionen Euro sind für uns notwendige Startkapital, damit wir den Systemwechsel im Busbereich in Angriff nehmen können. Wir können damit rund ein Drittel unserer Flotte künftig elektrisch betreiben. Mit den leisen und umweltfreundlichen Fahrzeugen wird Busfahren für unsere Fahrgäste noch attraktiver.“ – Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung der HEAG mobilo

Vorausgesetzt der Aufsichtsrat stimmt der Investition zu, wird die HEAG mobilo die Beschaffung der Elektrobusse in den kommenden drei Jahren schrittweise vornehmen. Die 28 Neufahrzeuge ergänzen die zwei ersten Elektrobusse, die das Unternehmen in den nächsten Wochen erwartet und ab Frühjahr 2019 im Linienbetrieb testen will. Die Elektrobusse sollen möglichst auf allen Linien mit Ausnahme des AirLiners zum Einsatz kommen. Mit dem Gemeinschaftsprojekt beschreiten die beiden Unternehmen bundesweit Neuland. Es ist deutschlandweit das erste Kooperationsmodell dieser Art, bei dem die ENTEGA eigenverantwortlich die Ladeinfrastruktur errichtet und betreibt.

„Um die E-Mobilität tatsächlich voranzubringen, ist es entscheidend, dass Worten auch Taten folgen. HEAG mobilo, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die ENTEGA gehen hier mit einem guten Beispiel voran, um mit diesem konkreten Projekt die E-Mobilität in Darmstadt noch weiter auszubauen.“ – Dr. Marie-Luise Wolff, Vorstandsvorsitzende der ENTEGA AG

Hierfür wurden der ENTEGA AG vom Bundesministerium für Umwelt in einem zweiten Förderbescheid rund 762.000 Euro bereitgestellt. „Die Ausweitung emissionsfreier Mobilität bei der HEAG mobilo ist für ganz Darmstadt ein wichtiger Schritt für eine bessere Luft. Elektrisch betriebene Busse sorgen für weniger Treibhausgase, weniger Stickoxide, Feinstaub und Lärm. Das bringt uns eine höhere Wohn- und Lebensqualität in Darmstadt“, so Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Klimafreundlich dank 100 Prozent Ökostrom

Da die HEAG mobilo ausschließlich Ökostrom der Entega einsetzt, sind die neuen Busse nahezu emissionsfrei und klimaneutral. So spart das Unternehmen mit dem Einsatz der 28 Elektrobusse gegenüber konventionellen Antrieben zukünftig jährlich über 1500 Tonnen CO2 ein („Well-to-Wheel“). Zudem sinken die Emissionen von Feinstaub und einigen anderen Schadstoffen sowie der Ausstoß von NOx um 13,5 Tonnen pro Jahr.

E-Busse sind zudem deutlich leiser als herkömmliche Dieselbusse und tragen so maßgeblich zu einer Verringerung des Verkehrslärms bei. Vergleichsmessungen haben eine Lärmreduzierung von bis zu 16 dB(A) beim Verlassen einer Haltestelle und bis zu 8 dB(A) während der Fahrt ergeben. Durch die ruhigere Fahrweise sorgt der Elektromotor auch im Fahrgastraum für einen gesteigerten Fahrkomfort.

Lademanagement gemeinsam mit der ENTEGA AG

Die batteriebetriebenen Elektrobusse sollen als Depotlader über ein stationäres Ladesystem auf dem Betriebshof Böllenfalltor mit Strom versorgt werden. Im Rahmen eines innovativen Kooperationsmodells errichtet und betreibt die ENTEGA die Ladeinfrastruktur eigenverantwortlich. Die ENTEGA stellt dabei sicher, dass mehrere Busse gleichzeitig geladen werden können.

Um die Netzlast des Busbetriebshofs während der parallelen Nachladung der Busflotte möglichst gering zu halten, können die Ladezyklen in Abhängigkeit von den Akkukapazitäten und dem Fahrplan über ein Lademanagement reguliert und über den gesamten verfügbaren Zeitraum verteilt werden. Die Ladung über ein Depotladesystem hat den Vorteil, dass mehr Zeit für den Ladevorgang zur Verfügung steht. Diese Ladestrategie schont die Speicherzellen und wirkt sich positiv auf die Lebensdauer der Batterien aus.

Quelle: HEAG mobilo – Pressemitteilung vom 30.11.2018

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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