Rivian hat wenige Tage nach dem Verkaufsstart seines neuen Modells R2 mehrere Hundert Stellen abgebaut. Wie der Elektroautohersteller betont, betreffe der Schritt weniger als zwei Prozent der gesamten Belegschaft. Zum Jahresende waren bei Rivian in Nordamerika und Europa insgesamt 15.232 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Zuerst hatte das Wall Street Journal über die Kürzungen berichtet.
Laut einer Unternehmenssprecherin sind vor allem Teams aus dem Service- und Kundenbereich betroffen, darunter Vertrieb und Marketing. In einer Stellungnahme erklärte Rivian, man habe „einige Teams innerhalb von Rivian umstrukturiert“, um das Geschäft profitabel zu skalieren. Der Stellenabbau ist bereits die vierte Kürzungsrunde seit Anfang 2024. Im Oktober vergangenen Jahres hatte Rivian bereits mehr als 600 Mitarbeitende entlassen, was etwa 4,5 Prozent der Belegschaft entsprach und vor allem die Bereiche Marketing, Fahrzeugbetrieb sowie Vertrieb und Auslieferung betraf.
Modellstart R2 soll Wende einleiten
Der aktuelle Stellenabbau folgt nur eine Woche auf den Start der Auslieferungen des SUVs R2, der als wichtigstes Modell für die weitere Unternehmensentwicklung gilt. Mit dem kompakteren und günstigeren R2 will Rivian den Schritt von einem Nischenanbieter für Luxusfahrzeuge zu einer breiter aufgestellten Marke vollziehen, vergleichbar mit dem US-Marktführer Tesla. Das Unternehmen erhofft sich von dem neuen Modell einen wesentlichen Beitrag zur Profitabilität, einen jährlichen Gewinn hat Rivian bislang noch nicht erzielt.
Die Zahlen verdeutlichen den Druck, unter dem der Hersteller steht. Im vergangenen Jahr verzeichnete Rivian einen Verlust von etwas mehr als 3 Milliarden Euro, bei gleichzeitig nur 42.247 ausgelieferten Fahrzeugen. Im ersten Quartal dieses Jahres lag der Verlust je ausgeliefertem Auto im Automobilsegment bei etwa 5100 Euro. Insgesamt habe sich der kumulierte Verlust des Unternehmens auf rund 25,5 Milliarden Euro summiert.
Ursprünglich hatte Rivian für 2027 die erste Profitabilität angepeilt, dieses Ziel jedoch im März nach hinten verschoben. Als Grund nannte das Unternehmen die hohen Investitionen in die Entwicklung autonomer Fahrtechnologien. Bislang bietet Rivian lediglich ein Assistenzsystem an, bei dem die Hände vom Lenkrad genommen werden können, der Blick aber weiterhin auf die Straße gerichtet bleiben muss.
Im Zuge der Ankündigung der verschobenen Profitabilität informierte Rivian Investor:innen zugleich über eine Kooperation mit Uber. Der Fahrdienstvermittler plant, bis zu 1,06 Milliarden Euro in Rivian zu investieren und bis zu 50.000 Exemplare des R2 für den Einsatz als Robotaxis zu erwerben. Eine entsprechende autonome Fahrfunktion, die für den robotaxitauglichen Betrieb notwendig wäre, hat Rivian bislang allerdings noch nicht vorgestellt.
Quelle: CNBC – Rivian laying off hundreds of workers amid R2 launch / techcrunch – Rivian cuts hundreds of workers after R2 deliveries start






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