Der Tankrabatt soll eigentlich dazu dienen, Autofahrer in Anbetracht der hohen Spritpreise zu entlasten. Im Gespräch mit der FAZ machte Harry Seifert, Chef des Ulmer Logistikunternehmens Seifert Logistics, jedoch klar, warum dieser Tankrabatt für sein Unternehmen kaum mehr als einen Tropfen auf den heißen Stein darstellt. Sein Unternehmen konzentriert sich auf Logistikleistungen für Kunden wie unter anderem BMW und Mercedes-Benz, beschäftigt rund 3800 Mitarbeiter an 45 Standorten in Europa und verzeichnete zuletzt einen Umsatz von 350 Millionen Euro pro Jahr.
Seifert zufolge kosten die rapide angestiegenen Dieselpreise das Unternehmen inzwischen 150.000 Euro pro Monat mehr. Schließlich lag der Dieselpreis der VerkehrsRundschau zufolge am 15. Oktober im Schnitt bei 2,255 Euro pro Liter. Gleichzeitig sieht der Tankrabatt ja eine Senkung der Energiesteuer um 14,04 Cent je Liter beziehungsweise 16,7 Cent je Liter mit Umsatzsteuer vor. Er gilt für Diesel und Benzin in einem beschränkten Zeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026.
In Anbetracht des deutlich größeren Preisanstiegs bezeichnet Seifert diese Steuersenkung jedoch als „ein Nasenwasser“. Zudem müssen Tankstellen die Senkung nicht einmal weitergeben. Laut Ifo kamen von der besagten Steuersenkung im Zeitraum vom 7. bis 13. Oktober bei Diesel nur 13,5 Cent bei den Autofahrern an.
Seifert fährt schon teilweise elektrisch
So hohe Dieselpreise und der schon bald wieder auslaufende Tankrabatt machen alternative Antriebsarten zum Diesel für Logistiker wie Seifert Logistics potenziell immer interessanter. Laut einem Beitrag von Eurotransport aus dem Januar 2026 hat Seifert Logistics einen Teil seiner rund 180 Fahrzeuge starken Flotte bereits elektrifiziert. Damals fuhren bereits mehr als zehn Elektro-Lkw der Marken wie eActros, Volvo und Burger Wiesel für das Unternehmen. CEO Axel Frey nannte die Erfahrungen mit E-Lkw dabei „sehr positiv“. Dieser Anteil in der Fahrzeugflotte könnte in Zukunft weiter steigen.
Eurotransport gegenüber erklärte Frey jedoch, dass ein elektrifiziertes Geschäftsmodell eben nur funktionieren könne, solange der Strompreis dauerhaft unter 35 Cent pro Kilowattstunde verbleibe. Entsprechend wichtig sind günstigere und stabile Strompreise dafür, die Elektrifizierung für Unternehmen wie Seifert Logistics langfristig wirtschaftlich zu machen.
Quellen: FAZ – Logistik-Mittelständler: „Der Tankrabatt ist ein Nasenwasser“ / VerkehrsRundschau – Tankrabatt senkt Dieselpreis weniger als erwartet / Eurotransport – Seifert elektrifiziert Inbound-Logistik von Daimler







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