Mit welchen Ladeszenarien und Betreibermodellen sowie unter welchen technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann eine tragfähige Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw entstehen? Mit dieser und weiteren Fragen hat sich die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen NRW.Energy4Climate in ihrer neuen Studie auseinandergesetzt. Unter dem Titel „Ladeinfrastruktur für E-Lkw in Gewerbe- und Industriegebieten” hat die Studie Potenziale einer gemeinschaftlichen Ladeinfrastruktur untersucht und zeigt neue, bisher unkonventionelle Lade- und Betreibermodelle, die neben dem öffentlichem und Depotladen existieren.
Insbesondere die Bündelung von Ladebedarfen und die gemeinsame Planung von Standorten mache den batterieelektrischen Schwerlastverkehr noch wirtschaftlicher, so die Pressemitteilung. Die Wirtschaftlichkeit von E-Lkw verbessere sich deutlich, wenn die Ladeinfrastruktur im eigenen Depot durch andere Nutzer noch stärker ausgelastet wird und Unternehmen auch selbst in anderen Depots laden können. Gleiches gelte, wenn die Ladestationen von vorneherein als geteilte Infrastruktur aufgebaut werden.
Synergieeffekte durch Zusammenarbeit
Eine solide, verfügbare Ladeinfrastruktur ist für Flottenbetreiber wichtig, um bestmöglich von der Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotte zu profitieren und den steigenden Spritkosten entgegenzuwirken. „Wer heute bereits auf E-Lkw setzt, profitiert in den meisten Fällen von niedrigeren Betriebskosten und bleibt langfristig wettbewerbsfähig“, so Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate. Es ist eine Investition in die Zukunft, denn bis 2040 prognostiziert die Studie einen Anteil von schweren E-Lkw über 12 Tonnen an der Gesamtflotte von 57 Prozent.
Wie die Studie zeigt, kann es sich lohnen, bei der Ladeinfrastruktur neue Wege zu gehen: „Unsere Studie zeigt Spediteuren, Eigenverladern und Logistikern auf, welche Optionen es gibt, um auch außerhalb des eigenen Depots kostengünstig laden zu können, und welche wirtschaftlichen Chancen sich durch die Öffnung des eigenen Ladedepots oder die gemeinschaftliche Nutzung von Ladeinfrastruktur ergeben“, erklärt Mildenberger. Dabei ist Kooperation ein zentraler Schlüssel zum Erfolg: „Wenn Unternehmen sich zusammenschließen, beispielsweise in Gewerbe- oder Industriegebieten, ihre Ladebedarfe bündeln und Standorte gemeinsam planen, profitieren alle Beteiligten von massiven Synergieeffekten bei Kosten, Verwaltung und Netzkapazitäten“, so Mildenberger.
Das Prinzip ist einfach: Wenn die unternehmenseigene Ladeinfrastruktur im eigenen Depot auch von anderen, ausgewählten Unternehmen genutzt werden darf, erhöht das die Auslastung. Dadurch sinken die Fixkosten und es entstehen zusätzliche Einnahmen. Alternativ können sich Unternehmen bereits von Anfang an zusammentun und die Infrastruktur gemeinsam aufbauen sowie betreiben. Die Investitionen und Betriebskosten können aufgeteilt werden und fallen entsprechend für die Beteiligten niedriger aus, als bei eigener Ladeinfrastruktur. Denkbar sind also verschiedene Betriebsmodelle vom Eigenbetrieb über den Betrieb mit einem Dienstleister bis zu einem gemeinschaftlichen Betreibermodell, beispielsweise als Joint Venture, Betreibergesellschaft oder Genossenschaft.
Die Studie des NRW.Energy4Climate, die im Auftrag von NRW.Energy4Climate von der P3 Automotive GmbH erstellt wurde, ist online veröffentlicht und bietet auf knapp 70 Seiten umfassende Einblicke in mögliche Nutzungsszenarien. In Nordrhein-Westfalen werden außerdem kleine und mittelständische Unternehmen mit einem Förderprogramm der Landesregierung durch die Politik beim Ausbau eigener Ladepunkte unterstützt. In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit 17 öffentliche Ladesäulen mit 32 Ladepunkten an insgesamt 8 Standorten, die für Elektro-Lkw zur Verfügung stehen. In der Planung sind 48 Standorte für das Bundesland.
Quelle: NRW.Energy4Climate – Pressemitteilung vom 7. Oktober 2026








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