Handelsriese Amazon setzt in Indien auf E-Lkw

Handelsriese Amazon setzt in Indien auf E-Lkw
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Daniel Krenzer
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Der US-amerikanische Handelsriese Amazon will seine Transportlogistik in Indien umfassend elektrifizieren. Gemeinsam mit dem indischen Nutzfahrzeughersteller Tata Motors sollen insgesamt 3000 Elektro-Lkw in den kommenden drei Jahren auf die Straße gebracht werden. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um das bislang größte angekündigte Elektrifizierungsprojekt für Lkw eines E-Commerce-Unternehmens in Indien. Dabei geht es nicht nur um die Auslieferung von Paketen, sondern zunehmend auch um den Gütertransport zwischen Logistikzentren.

Die ersten 20 Elektro-Lkw wurden bereits in der Hauptstadt Neu-Delhi offiziell in Betrieb genommen. An der Übergabe nahm unter anderem der indische Minister für Schwerindustrie, Haradanahalli Devegowda Kumaraswamy, teil. Die Fahrzeuge sollen zunächst im städtischen und regionalen Verteilerverkehr eingesetzt werden. Tata Motors liefert die Lkw, während Transportpartner von Amazon diese erwerben und betreiben. Damit setzt der Handelskonzern weiterhin auf die Zusammenarbeit mit externen Logistikunternehmen.

Mit 96 kWh eine eher kleine Batterie

Zum Einsatz kommt zunächst der Tata Ultra E.7, ein vergleichsweise kompakter Elektro-Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen und einer Nutzlast von bis zu 3,1 Tonnen. Sein Elektromotor leistet maximal 240 kW und entwickelt ein Drehmoment von bis zu 950 Newtonmetern. Er verfügt über eine 96 kWh große LFP-Batterie und erreicht laut offizieller Produktbeschreibung eine Reichweite von bis zu 130 Kilometern. Das entspricht rechnerisch einem Energiebedarf von rund 74 kWh je 100 Kilometer, sofern die gesamte Batteriekapazität nutzbar ist. In anderen Unterlagen nennt Tata Motors allerdings auch Reichweiten von bis zu 180 Kilometern. Unter welchen Bedingungen diese Werte erreicht werden, bleibt unklar. Geladen werden kann über einen CCS2-Anschluss. Auch eine integrierte Elektroachse und Rekuperation gehören zur Ausstattung.

Für den städtischen Lieferverkehr und regelmäßige Fahrten zwischen nahe gelegenen Logistikzentren erscheint diese Reichweite grundsätzlich ausreichend. Für längere Transportstrecken dürften dagegen andere Fahrzeugkonfigurationen und eine entsprechend leistungsfähige Ladeinfrastruktur erforderlich sein.

Genau dort liegt die nächste Herausforderung des Projekts: Amazon möchte seine elektrischen Gütertransporte schrittweise auf wichtige Fernverkehrsverbindungen ausweiten. Im Fokus steht dabei ein rund 2800 Kilometer langer Transportkorridor zwischen Delhi, Bengaluru und Chennai, der sich über sieben indische Bundesstaaten erstreckt und sechs wichtige E-Commerce-Regionen verbindet. Für die notwendige Ladeinfrastruktur arbeitet Amazon unter anderem mit dem Anbieter Yahhvi zusammen, der bereits zehn Ladehöfe für den Konzern in Indien entwickelt hat.

„Netto-Null“ für 2040 weiter das Ziel

Amazon verweist darauf, dass bereits mehr als 15.000 Elektrofahrzeuge in mehr als 500 indischen Städten für das Unternehmen unterwegs sind. Bislang handelt es sich dabei allerdings überwiegend um kleinere Lieferfahrzeuge, darunter auch elektrische Zwei- und Dreiräder. Mit der nun angekündigten Beschaffung geht der Konzern einen entscheidenden Schritt über die Elektrifizierung der letzten Meile hinaus.

„Die Elektrifizierung unseres Logistik- und Transportnetzwerks ist ein wichtiger Bestandteil unseres Ziels, bis 2040 Netto-Null-CO₂-Emissionen zu erreichen“, erklärt Abhinav Singh, bei Amazon für das operative Geschäft in mehreren Weltregionen verantwortlich.

Das Vorhaben zeigt zugleich, welche Bedeutung der Elektrifizierung des Güterverkehrs auch in aufstrebenden Märkten zukommt. Indien fördert den Umstieg auf elektrische Nutzfahrzeuge inzwischen mit verschiedenen Programmen und regulatorischen Anreizen. Entscheidend für einen wirtschaftlichen Betrieb wird allerdings sein, Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Transportaufträge aufeinander abzustimmen. Amazon könnte mit seinem großen und vergleichsweise gut planbaren Transportvolumen dabei eine wichtige Vorreiterrolle übernehmen.

Quelle: Amazon und Tata Motors – Pressemitteilungen vom 27. Oktober 2026 sowie technische Daten

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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