Der chinesische Automobilhersteller Xpeng hat sein erstes Robotaxi-Modell in den Pilotbetrieb geschickt. Das Fahrzeug lief im Mai vom Band und fährt seither testweise auf den Straßen von Guangzhou. Damit setzt das Unternehmen einen weiteren Schritt in seiner Strategie um, sich als Technologieanbieter für autonomes Fahren zu positionieren, wie der Xpeng-CEO He Xiaopeng in München am heutigen Nachmittag erklärte.
Grundlage des Robotaxis ist das jüngste intelligente Fahrsystem von Xpeng, das auf mehreren technischen Entwicklungen des Unternehmens aufbaut. Nach eigenen Angaben war Xpeng in China der erste Hersteller, der Autobahn-taugliches intelligentes Fahren ermöglichte, der erstmals fortgeschrittenes intelligentes Fahren im Stadtverkehr auslieferte und der ein physisches Weltmodell vorstellte. Diese drei Etappen bezeichnet das Unternehmen als prägend für die Entwicklung intelligenter Fahrsysteme im chinesischen Markt.
Ein zentraler Baustein ist der selbst entwickelte Turing-KI-Chip, der pro Einheit eine effektive Rechenleistung von 750 TOPS liefert. In den Ultra-Ausstattungen des Xpeng L03 kommen gleich drei dieser Chips zum Einsatz, was in der Summe 2250 TOPS ergibt. Hinzu kommt das im März vorgestellte Vision-Language-Action-Modell der zweiten Generation, laut Xpeng das erste physische Weltmodell dieser Art in der Branche. Bereits einen Monat nach dessen Einführung habe der Anteil der über das NGP-System gesteuerten Fahrstrecke bei über 50 Prozent der gesamten Fahrleistung aller mit dem Modell ausgestatteten Fahrzeuge gelegen, dem laut Unternehmensangaben höchsten Wert unter allen Automobilherstellern in China.
Xpeng Robotaxi: Kooperation mit Volkswagen als Referenzpunkt
Die technologische Ausrichtung hat auch international Beachtung gefunden. Volkswagen wählte Xpeng 2023 nach einer Prüfung sämtlicher chinesischer Hersteller als Technologiepartner aus und stieg gleichzeitig als Anteilseigner ein. Aus dieser Zusammenarbeit ist ein gemeinsam entwickeltes intelligentes Elektroauto entstanden, das künftig auch außerhalb Chinas angeboten werden soll. Genauere Angaben zum Zeitplan einer internationalen Einführung nannte Xpeng nicht.
Beim Robotaxi selbst setzt Xpeng auf doppelte Redundanz in allen zentralen Hardwaresystemen, die Recheneinheit, Bildverarbeitung, Bremsen und Lenkung umfasst. Diese Auslegung soll den sicheren Betrieb auch bei Ausfall einzelner Komponenten gewährleisten. Mit einer On-Board-Rechenleistung von bis zu 3000 TOPS bildet das System nach Angaben des Unternehmens die technische Grundlage für Fahrfunktionen der Automatisierungsstufe L4, bei der ein Fahrzeug in definierten Bereichen ohne menschliches Eingreifen fahren kann.
Für 2027 kündigt Xpeng den Beginn des operativen Testbetriebs seiner Robotaxis in China an. Parallel dazu will sich das Unternehmen als Anbieter für die Mobilitätswende positionieren, nicht zwangsläufig als Betreiber eigener Flotten. Für Europa strebt Xpeng eine Zusammenarbeit mit Regierungen und Händlerpartnern an, um Robotaxi-Fahrzeuge und die zugehörige Software anzubieten und so die Transformation der Mobilität auf dem Kontinent mitzugestalten. Konkrete Zeitpläne oder Länderangaben für ein solches Vorhaben blieben bisweilen offen.
Quelle: Xpeng – Europapremiere des Xpeng L03 am 16.07.2026 in München









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