Xpeng will bis 2030 in Europa an Ford und Opel vorbei

Xpeng will bis 2030 in Europa an Ford und Opel vorbei
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Sebastian Henßler
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Der chinesische Elektroautohersteller Xpeng strebt in Europa bis 2030 einen jährlichen Absatz von 500.000 Autos an. Gelingt das, würde das Unternehmen in der Region mehr Einheiten absetzen als Ford und Opel im Jahr 2025. Laut Bloomberg lieferte Ford im vergangenen Jahr mehr als 426.000 Autos in Europa aus, Opel kam auf rund 400.000 Zulassungen. Voraussetzung für das Ziel ist aus Sicht des Unternehmens ein deutlicher Ausbau der Fertigung vor Ort.

Das Europa-Ziel ist Teil einer größeren Planung. Insgesamt peilt Xpeng bis 2030 weltweit eine Million verkaufte Autos pro Jahr an, die Hälfte davon soll auf Europa entfallen. Firmenchef He Xiaopeng nannte die Zahl am Montag in einem Interview auf dem Pariser Autosalon. Damit weicht er von früheren Aussagen ab: In einem internen Schreiben hatte er Ende Februar noch eine Million Auslandsverkäufe bis 2030 als Ziel ausgegeben, wobei das Auslandsgeschäft mehr als 70 Prozent zum Gewinn beitragen sollte.

Als größten Engpass in Europa benennt He Xiaopeng die Produktionskapazität. Mit dem Auftragsfertiger Magna International spricht Xpeng deshalb über eine höhere Ausbringung in Österreich, parallel prüft der Konzern mögliche Fertigungsoptionen an anderen Standorten in Europa. Statt dauerhaft auf Importe aus China zu setzen, soll so ein langfristig tragfähiges Geschäft entstehen. Als Vorbild verweist das Unternehmen auf die Investitionen von Volkswagen in China; der deutsche Konzern ist zugleich Anteilseigner und Technologiepartner von Xpeng.

Zusätzlichen Druck erzeugt die Regulierung. Wie Vizepräsident Yeqing Zheng gegenüber Reuters erklärte, will Xpeng die europäische Produktion auch deshalb erweitern, um neue EU-Vorgaben zu einem Mindestanteil lokaler Wertschöpfung in Elektroautos zu erfüllen. Das Volumen im österreichischen Werk sei “nicht einmal ausreichend”, da der Hersteller in Europa weiter mit einem Wachstum im “hohen zweistelligen” Bereich rechne.

Graz stößt bereits jetzt an Grenzen

Seit September 2025 lässt Xpeng bei Magna in Graz produzieren. Vom Band laufen dort die SUV G6 und G9 sowie die Limousine P7+. Am 7. Oktober schloss zudem das Flaggschiff-SUV G9L die Testproduktion im selben Werk ab und ist damit das vierte Modell der Marke, das in Europa gefertigt wird. Wann die Serienproduktion beginnt, hat Xpeng noch nicht mitgeteilt.

Für die zusätzliche Kapazität setzt Xpeng laut Zheng auf eine Partnerschaft mit einem lokalen Hersteller, entweder für ein neues Werk oder für den Betrieb einer bestehenden Fabrik. Die neue Linie soll Modelle im mittleren Segment bauen und mit niedrigeren Kosten arbeiten als die Fertigung in Österreich. Geplant ist, dass sie anläuft, sobald die “Made in Europe”-Regeln der EU greifen. Eine Entscheidung soll binnen weniger Monate fallen.

Offen bleibt, wie viel zusätzliche Kapazität benötigt wird. Ebenso wenig hat das Unternehmen bekanntgegeben, welche Länder in Betracht kommen oder ob die Gespräche bereits zu konkreten Investitionszusagen geführt haben. Parallel arbeitet Xpeng am Aufbau einer lokalen Lieferkette. Als “herausfordernd” bezeichnete Zheng dabei die Suche nach einem Batterielieferanten, der die Ladeanforderungen des Herstellers erfüllt und Zellen mit passender Energiedichte fertigen kann.

Auslandsgeschäft verdoppelt sich binnen eines Jahres

Seit dem Markteintritt über Norwegen im Jahr 2020 hat Xpeng in Europa mehr als 60.000 Autos ausgeliefert, der Großteil davon in diesem und im vergangenen Jahr. Das Auslandsgeschäft entwickelt sich damit zu einer wichtigen Wachstumsquelle. Im September überschritten die Verkäufe außerhalb Chinas laut Daten von CnEVPost erstmals die Marke von 10.000 Einheiten und lagen mit 10.055 Autos rund 101 Prozent über dem Vorjahresmonat.

In den ersten neun Monaten summierte sich der Auslandsabsatz auf knapp 59.500 Autos, ein Plus von gut 100 Prozent. Das entspricht knapp 21 Prozent aller Auslieferungen. Insgesamt ging die Zahl der ausgelieferten Autos im selben Zeitraum allerdings um 9,2 Prozent auf rund 284.400 zurück.

Quelle: CNEVPost – Xpeng targets 1 million annual global sales by 2030, half from Europe / Reuters – Xpeng executive says EV maker will expand European production ahead of local content rules

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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