Bis Ende September hat Xpeng in Deutschland 7023 Neuzulassungen erreicht, ein Plus von 279 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit fehlen dem chinesischen Automobilhersteller für sein Jahresziel von 10.000 Einheiten noch knapp 3000 Zulassungen im vierten Quartal. Allein im September kamen laut Kraftfahrt-Bundesamt 1250 Autos der Marke neu auf die Straße, das sind 419 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahlen stellte Markus Schrick, Geschäftsführer der Region Central Europe, am Anfang Oktober beim Kennenlernen des neuen L03 in Basel vor.
Rückenwind liefert ein Bestellvorlauf von rund 8000 Autos, Stand September. Den größten Anteil daran haben die Modelle G9 und G6 mit jeweils 30 Prozent, gefolgt von der Limousine P7+ und dem neuen L03 mit je 15 Prozent. Das SUV-Coupé kommt im Oktober ab 35.600 Euro in den Handel und erreicht in der Long-Range-Variante bis zu 520 Kilometer nach WLTP. Auf den Luxus-Van X9 entfallen zehn Prozent. „Wir sind voll auf Ziel“, lautet entsprechend die Einschätzung des Unternehmens.
Wie steil die Kurve verläuft, zeigt ein Blick auf die Vorjahre. 2024 registrierte das KBA lediglich 393 Neuzulassungen der Marke, 2025 waren es bereits 2991. Im Zeitraum von September 2024 bis September 2026 summieren sich die Zulassungen auf 10.407. Für 2027 plant Xpeng hierzulande mit 22.000 Einheiten, also mit mehr als einer Verdoppelung.
Ähnlich sieht die Planung in den Nachbarländern aus. In Österreich sollen die Zulassungen von 1500 in diesem Jahr auf 3000 im kommenden Jahr steigen, in der Schweiz von 1000 auf 2500. Italien zählt Xpeng gemeinsam mit Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Region Central Europe.
Warum Xpeng auf klassische Händler baut
Getragen werden soll das Wachstum vom Handel. Xpeng bekennt sich ausdrücklich zum Vertragshändlersystem, denn die Verkaufsexpertise liege im Handel. Händler:innen sollen mit der Marke Geld verdienen und Freude an ihr haben. Zudem will das Unternehmen Unternehmertum fördern und die Identifikation mit der Marke stärken.
Entsprechend wächst das Netz. In Deutschland zählt Xpeng aktuell 110 Standorte, bis 2027 sollen es 130 werden. Österreich legt von 25 auf 35 zu, die Schweiz von 20 auf 30 Betriebe. In Italien sind künftig 60 statt bisher 40 Standorte geplant. Während Xpeng den Vertrieb in Deutschland und Österreich selbst verantwortet, übernehmen in der Schweiz der Importeur Hedin und in Italien ATFlow diese Rolle.
„Wir planen ehrgeizig, aber realistisch“, heißt es dazu in Unterlagen des Unternehmens zur Europa-Expansion. Als Grundlage für qualitativ hochwertige Volumina nennt das Unternehmen fünf Punkte. Dazu gehören die richtige Anzahl und Qualität der Händler sowie stabile Preise und Restwerte. Ebenso zählen eine gute Ersatzteilversorgung samt Service, zufriedene Kund:innen und Händler:innen und eine realistische Chance auf gute Ergebnisse im Handel dazu.
Zur Markenpositionierung zählt der Hersteller neben Hightech und Zuverlässigkeit bei Produkt, Service und Teilen ausdrücklich auch Bescheidenheit. Mit Blick auf den deutschen Markt beschreibt sich Xpeng selbst als „der deutscheste aller Chinesen“. Flankiert wird der Markenaufbau durch Sponsoring, etwa als Mobilitätspartner von Mainz 05, der Firmenlaufserie B2Run und des Deutschen Leichtathletik-Verbands.
Europa trägt zwei Drittel des Auslandsgeschäfts
Der deutsche Markt ist Teil einer größeren Strategie. Von Januar bis September lieferte Xpeng außerhalb Chinas 59.481 Autos aus, davon 38.530 in Europa. Das entspricht 65 Prozent des Auslandsgeschäfts. Von den 380 Standorten außerhalb Chinas befinden sich 290 in Europa, wo die Marke inzwischen in 30 Ländern vertreten ist.
Für das Gesamtjahr peilt Xpeng rund 90.000 Auslandsverkäufe an, doppelt so viele wie 2025. Damals kamen 45.008 Einheiten außerhalb des Heimatmarkts zusammen. Mit 10.057 Auslieferungen im Ausland markierte der September den bislang stärksten Monat des Jahres. Weltweit hat der 2014 in Guangzhou gegründete Hersteller seit Januar 284.367 Autos ausgeliefert.
Quelle: Xpeng – per Mail









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